Zusammenfassung

Bob Andrews muss den geplanten Surftrip mit Justus und Peter absagen, um sich um seine Cousine Mary zu kümmern und die Katzen des verreisten Mister Pinches zu füttern. Am abgelegenen Anwesen im Canyon angekommen, entdeckt Bob merkwürdige Reifenspuren und ein verunfalltes Auto. Als er das Haus betritt, findet er eine geheime Tür hinter einer Wandvertäfelung, wird jedoch eingeschlossen, bevor er entkommen kann.

Justus und Peter werden misstrauisch, als Bob sich nicht meldet und sie stattdessen auf seine Cousine Mary treffen, die vergeblich am Flughafen gewartet hat. Gemeinsam fahren sie zu Pinches' Haus, finden es verlassen vor, entdecken aber einen seltsamen Brief von Bob, in dem er Mary 'Sue' nennt – ein vereinbartes Codewort für Gefahr. Während Mary sich als überraschend fähige Rechercheurin entpuppt und herausfindet, dass Pinches einst gegen den Kunstdieb Pedro Sanchez ausgesagt hat, stoßen die Detektive auf einen Obdachlosen namens Potato-Fred, der Bobs Jacke trägt. Diese Spur führt sie zurück zum Haus, wo sie dank eines Dietrichs eindringen.

Im Arbeitszimmer finden sie Bobs Handy mit einer abgebrochenen Sprachnachricht. Plötzlich taucht Carter Bridou auf, der sich als Freund des Hausherrn ausgibt. Doch Justus durchschaut das Spiel, als sie an einer der Katzen ein Halsband mit Seemannsknoten finden – ein weiterer Hinweis von Bob. Justus enttarnt den geheimen Zugang zur 'Unterwelt', einem alten Bergstollen unter dem Haus. Dort werden sie von Bridou, der sich als der wahre Kunstdieb entpuppt, mit einer Waffe bedroht und zu Bob und dem ebenfalls gefangenen Pinches gesperrt. Bridou flieht und verriegelt die Tür, doch Peter hatte vorsorglich Inspektor Cotta per SMS alarmiert, der den Verbrecher gerade noch rechtzeitig festnimmt.

Review

Katzen, Keller und ein Cousinenschock – Folge 204 im Check
Bob ist weg, eine nervige Cousine ist da und Justus Jonas steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Warum 'Der dunkle Wächter' mehr ist als nur eine weitere Entführungs-Folge.

Hallo liebe Kassettenkinder, Kollegen und Freunde der gepflegten Detektiv-Unterhaltung!

Heute knöpfen wir uns Folge 204: Der dunkle Wächter vor. Holt euch ein Stück Kirschkuchen (aber Vorsicht, Tante Mathilda guckt streng!), denn wir müssen reden. Über Katzen. Über Keller. Und über eine Cousine, die Justus Jonas an den Rand des Wahnsinns treibt.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Wenn der Klappentext anfängt mit "Bob wollte eigentlich nur...", wissen wir doch alle sofort: Der arme Kerl landet im Kofferraum oder im Keller. Es ist das klassische "Einer fehlt"-Szenario, das wir schon seit den 80ern lieben. Aber Moment! Diesmal ist etwas anders. Die Stimmung ist düsterer, fast schon ein bisschen "Ben Nevis"-typisch thrillerhaft (wir erinnern uns an die Toteninsel), und wir haben einen Gaststar, der die Zentrale ordentlich aufmischt.

DIE STORY


Bob Andrews, unser Mann für Recherche und Archiv, hat mal wieder das große Los gezogen: Statt Surfen ist Catsitting angesagt. Im Haus des verschrobenen Mr. Pinches soll er die Stubentiger versorgen. Doch – Überraschung! – Bob verschwindet. Justus und Peter finden nur ein verlassenes Haus, einen Haufen Katzen und... Mary. Bobs Cousine. Gemeinsam müssen sie herausfinden, warum Bob "Sue" (Alarmstufe Rot!) in einen Brief geschrieben hat und was es mit dem gruseligen "Wächter" (Spoiler: Es ist kein echter Höllenhund, aber fast) auf sich hat. Eine Schnitzeljagd beginnt, die tief in die Vergangenheit und noch tiefer unter die Erde führt.

UNSERE HELDEN


Justus: Oh, Leute. Justus ist in Hochform, aber nicht so, wie ihr denkt. Er ist genervt. Und zwar so richtig. Bobs Cousine Mary quasselt ihn in Grund und Boden, und unser Erster Detektiv, der sonst gerne selbst Monologe hält, kommt kaum zu Wort. Es ist herrlich zu hören, wie Oliver Rohrbeck diesen unterdrückten Ärger spielt. Man hört förmlich, wie er die Augen verdreht.

Peter: Der heimliche MVP dieser Folge! Während Justus noch mit Mary diskutiert, kombiniert Peter messerscharf. Er erkennt Bobs Jacke bei einem Obdachlosen, er knackt das Schloss (Dietrich-Moment!), und am Ende rettet er allen den Hintern mit einer vorausschauenden SMS an Inspektor Cotta. Peter Shaw, der Angsthase? Von wegen. Hier ist er der Action-Held.

Bob: Auch wenn er die meiste Zeit gefesselt im Keller sitzt, beweist Bob, warum er das Gehirn der Truppe ist (sorry, Just). Die Idee mit den Seemannsknoten am Katzenhalsband? Genial. Bob ist das Opfer, das sich nicht opfermäßig verhält.

DIE GEGENSPIELER


Carter Bridou ist... nun ja, ein klassischer Schurke. Er ist böse, er ist bewaffnet, und er hat einen Plan, der unnötig kompliziert ist. Warum er erst alle ins Haus lockt, um sie dann einzusperren, statt einfach abzuhauen? Schurken-Logik eben. Er bleibt ein bisschen blass, aber das macht nichts, denn die wahre "Gegenspielerin" für die Nerven der Detektive ist eindeutig Mary.

BESTE MOMENTE


1. Justus vs. Mary: Jedes Mal, wenn Mary Justus unterbricht oder ihn "Just" nennt (was er hasst wie die Pest), feiere ich innerlich. Die Dynamik ist pures Gold.
2. Der Katzen-Hinweis: Als Justus und Peter das Halsband der Katze untersuchen und den Palstek-Knoten finden. Das ist klassische Detektivarbeit, wie wir sie lieben.
3. Das Finale: Die Atmosphäre im unterirdischen Stollen ist top. Soundtechnisch schön hallig und beklemmend umgesetzt.

SCHWACHSTELLEN


Wir müssen über den Plan des Bösewichts reden. Er klaut ein Auto, baut einen Unfall, lässt es liegen, um die Detektive wegzulocken... aber lässt Bobs Jacke bei einem Obdachlosen? Das wirkt alles etwas konstruiert, um die Handlung von A nach B zu schieben. Und: Mr. Pinches als Figur hätte mehr Tiefe vertragen können. Er wirkt etwas wie ein Mittel zum Zweck.

SERIEN-KONTEXT


Autor Ben Nevis ist bekannt für seine Action-lastigen Folgen (Toteninsel, Feuermond). Auch hier merkt man seine Handschrift: Es geht weniger um gemütliches Rätseln bei Kirschkuchen, sondern um Bedrohung, Entführung und dunkle Orte.
Die Folge reiht sich gut in die "Bob in Gefahr"-Tradition ein (Musik des Teufels, Botschaft von Geisterhand). Sie ist kein absoluter Klassiker wie Gespensterschloss, aber definitiv im oberen Mittelfeld der Neuzeit anzusiedeln.
Interessant: Cousine Mary taucht hier (meines Wissens nach) sehr prominent auf, ist aber keine etablierte Figur wie Tante Mathilda. Sie wirkt wie ein frischer Wind, der extra für diese Story geschaffen wurde, um die "Boys Club"-Dynamik aufzubrechen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es spannend für Trivia-Nerds!
Potato-Fred wird gesprochen von Peter Weis. Und jetzt haltet euch fest: Peter Weis ist der Erzähler der Konkurrenz-Serie "Die drei !!!" (die Mädels-Detektive). Dass ausgerechnet er hier einen verwirrten Obdachlosen spielt, ist ein herrlicher Insider-Gag der Regie.
Mr. Pinches wird von Jürgen Uter gesprochen. Leider ist Jürgen Uter 2022 verstorben. Er war ein großartiger Schauspieler und Hörspielsprecher (u.a. Neues aus Büttenwarder). Diese Folge war eine seiner letzten Rollen bei den drei ??? – ein schönes, wenn auch trauriges Andenken.
Mary wird von Marion Gretchen Schmitz gesprochen. Sie schafft den schmalen Grat perfekt: Sie muss nervig genug sein, um Justus zu stören, aber sympathisch genug, damit wir uns nicht die Ohren zuhalten. Mission erfüllt!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ben Nevis (2019). Im Buch wird die psychologische Komponente zwischen Mary und Justus noch deutlicher: Mary analysiert Justus nämlich knallhart und wirft ihm vor, er würde nur so viel "klugscheißen", weil er im Grunde unsicher ist. Das hat es im Hörspiel leider nur in Ansätzen geschafft, hätte der Figur Justus aber noch mehr Tiefe gegeben. Produziert wurde die Folge im gewohnt hohen Standard von Heikedine Körting.


FAN-SERVICE-CHECK


Codewort Sue: Bob nennt Mary im Brief "Sue". Ein alter Code der Detektive für "Ich stecke in der Klemme". Fans nicken wissend.
Dietrich: Peter benutzt den Dietrich. Endlich darf das Ding mal wieder glänzen!
Visitenkarte: Wird natürlich übergeben. Man wartet nur darauf.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der dunkle Wächter" ist eine stabile, unterhaltsame Folge mit Gruselfaktor. Sie gewinnt nicht durch das komplexeste Rätsel aller Zeiten, sondern durch die herrliche Charakter-Dynamik. Wer hören will, wie Justus Jonas mal ordentlich Kontra bekommt, MUSS diese Folge hören. Peter-Fans kommen wegen seiner Helden-Momente ebenfalls auf ihre Kosten.

Für Einsteiger geeignet? Ja, absolut. Für Hardcore-Fans? Ein Muss wegen der Sprecher-Besetzung und der Mary-Justus-Fehde.

Wusstest du schon?

Der Titel 'Der dunkle Wächter' bezieht sich auf die Cerberus-Statue, die den Eingang zum geheimen Stollen bewacht.
Die Figur Mary wird von Marion Gretchen Schmitz gesprochen.
Justus zitiert das Sprichwort der 'Danaidenarbeit', passend zum mythologischen Kontext des Falls.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 Dosen Katzenfutter
Das Rätsel
Die Schnitzeljagd nach Bob ist klassisch, aber effektiv aufgebaut. Besonders die versteckten Hinweise (der falsche Name 'Sue', die Seemannsknoten am Katzenhalsband) sind fair für den Hörer platziert und zeugen von Bobs Geistesgegenwart. Das 'Unterwelt'-Motiv mit Cerberus und den drei Türen gibt dem Ganzen eine schöne mystische Note.
Plot & Logik
Der Plan des Bösewichts ist etwas umständlich: Warum das Auto stehlen und auffällig platzieren, nur um die Detektive wegzulocken, aber Bobs Jacke als Spur zurücklassen? Dass Bridou die Detektive erst ins Haus lässt, um sie dann in den Keller zu sperren, wirkt etwas konstruiert, dient aber dem dramatischen Finale.
Kapitel
1 Der Auftrag 0:00 min
2 Überraschungsgast 10:45 min
3 Lebenszeichen 23:29 min
4 Überraschende Nachricht 35:41 min
5 Auf leisen Sohlen 45:31 min
6 In der Hölle 55:28 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus zeigt sich von seiner analytischen Seite, wirkt aber gegenüber Mary ungewohnt genervt und fast schon unhöflich. Sein Triumph ist die Entdeckung des Geheimgangs durch mythologisches Wissen.
P
Peter Shaw
Peter ist der heimliche Held der Folge. Er erkennt Bobs Schuhe und Jacke und rettet durch seine vorausschauende SMS an Cotta allen das Leben. Er agiert mutig und clever.
B
Bob Andrews
Obwohl er die meiste Zeit gefangen ist, bleibt er aktiv. Seine Idee, Hinweise zu streuen (Brief, Knoten), ermöglicht erst seine Rettung. Er ist das Opfer, aber kein hilfloses.

Sprecher

Verwandte Folgen

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