Zusammenfassung

Der Fall beginnt mit einem Wiedersehen: Bob trifft in Burbank auf Alyssa (bekannt aus 'Das blaue Biest'), die ihm ein verstörendes Video zeigt. Darauf ist eine Gestalt im Frack zu sehen, die nachts über einen schmalen Bauzaun balanciert und sich scheinbar in Luft auflöst. Es soll sich um den Geist des 1911 verstorbenen Magiers Aden Tangury handeln, dessen ehemaliges Wohnhaus einem Einkaufszentrum weichen soll. Die drei ??? übernehmen den Fall und beobachten vor Ort die eskalierenden Proteste zwischen Tangury-Fans und Baubefürwortern. Justus befragt den gestressten Bauleiter Conrad Wilmington, der von massiver Sabotage an den Baumaschinen berichtet.

Die Ermittlungen führen zu Tante Mathilda, die unwissentlich Teile von Tangurys Nachlass von einer gewissen Haley Darlow gekauft hat. In einem versteckten Buchtresor in Haleys Haus finden die Detektive Tangurys Tagebuch, das von einer geheimen Höhle und einer wertvollen Barrakuda-Statue berichtet. Es stellt sich heraus, dass Haley Darlow das Grundstück zwar verkauft hat, nun aber die Bauarbeiten durch inszenierten Spuk und Proteste verzögern will, um den Schatz noch rechtzeitig zu bergen.

In der Nacht des 'Finales' folgen die Detektive Haley und ihrem Komplizen – überraschenderweise Bauleiter Wilmington selbst – in einen versteckten Tunnel. Wilmington spielt ein doppeltes Spiel: Er sabotiert seine eigene Firma Setterfield zugunsten der Konkurrenz und will gleichzeitig das Gold. In der Höhle vor der riesigen Barrakuda-Statue stellen die drei ??? und Alyssa die Verbrecher. Dank Alyssas 'Fernando-Alarmtaste' ist die Polizei bereits unterwegs. Am Ende lüftet Alyssa endlich das Geheimnis um den Umzugskarton aus ihrem ersten Abenteuer: 'Jerry ist ein frecher und manchmal ziemlich unberechenbarer Binturong.'

Review

Bobo, der Binturong und der Barrakuda – Ein Wiedersehen mit Biss!
Endlich ist es raus: Wir wissen, was in dem Karton war! Folge 236 bringt nicht nur eine alte Bekannte zurück, sondern liefert Bob seinen ganz großen Auftritt. Warum diese Folge ein Fest für Nostalgiker ist, lest ihr hier.

Moin liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Kassetten-Umdrehens!

Da ist es also. Das Ding, auf das wir – seien wir ehrlich – seit über zehn Jahren gewartet haben, auch wenn wir es nicht wussten. Hendrik Buchna hat sich erbarmt und eine der wohl charmantesten offenen Fragen der Neuzeit beantwortet. Aber der Reihe nach. Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (oder einen Binturong-Snack), lehnt euch zurück und lasst uns über Folge 236 „Im Bann des Barrakudas“ schnacken.

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das Gefühl, wenn man einen alten Freund wiedersieht und sofort wieder in den alten Vibe reinkommt? Genau so fühlt sich diese Folge an. Es ist Buchna-Time, und das merkt man sofort: Die Atmosphäre ist dicht, das Setting in Burbank schön urban und ein bisschen dreckig, und wir haben endlich mal wieder eine weibliche Figur, die den Jungs nicht nur Stichworte zuwirft, sondern sie ordentlich auf Trab hält. Der Titel klingt erst mal nach Trash-Horror aus den 70ern, entpuppt sich aber als solide Magier-Mystery. Und ja: Bob-Fans, das hier ist euer Festmahl!

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: In Burbank soll das alte Haus des 1911 verstorbenen Magiers Aden Tangury (aka „Baron Barrakuda“) einem profanen Einkaufszentrum weichen. Klassiker: Kapitalismus vs. Kulturgeschichte. Natürlich gibt es Proteste, Baumaschinen gehen kaputt, und nachts turnt ein Geist im Frack über die Bauzäune, der sich angeblich in Luft auflösen kann. Unsere drei ??? werden aber nicht zufällig engagiert – Bob trifft seine alte Bekannte Alyssa wieder, die ihn (und uns) direkt in den Fall zieht. Es geht um ein verlorenes Tagebuch, eine goldene Statue und die Frage, ob der Bauleiter Conrad Wilmington nur gestresst oder kriminell ist.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv ist hier voll in seinem Element als „Der Verhör-Spezialist“. Es gibt eine Szene mit dem Bauleiter, in der Justus so herrlich passiv-aggressiv höflich ist („Ich würde von Ihnen als einem der Verantwortlichen...“), dass man förmlich hören kann, wie er sich innerlich auf die Unterlippe kneift. Seine Deduktion bezüglich des Buchtresors ist Sherlock-Jonas at his best.

Peter: Unser Sport-Ass darf endlich mal wieder mehr sein als der Dietrich-Halter. Die Kletteraktion am Wassertank ist spannend inszeniert und Peter beweist, dass er nicht nur wegrennen, sondern auch sehr genau hinschauen kann (Stichwort: Perücke). Solide Peter-Performance ohne nerviges „Ich hab Schiss“-Dauerfeuer.

Bob: Tja, Leute. Es ist die Bob-Show. Oder besser: Die „Bobo“-Show. Seine Chemie mit Alyssa ist das Herzstück der Folge. Er ist charmant, ein bisschen überfordert mit ihrer direkten Art, aber fachlich brillant, wenn es um die Recherche zu Tangury geht. Man merkt Andreas Fröhlich den Spaß an, mal wieder den romantischen Lead spielen zu dürfen (auch wenn es am Ende beim „Kollegen“-Status bleibt).

DIE GEGENSPIELER


Haley Darlow (gesprochen von Marleen Lohse!) beginnt als scheinbar unschuldiges Opfer der Umstände und wandelt sich zur kühlen Antagonistin. Ihr Motiv – Geldgier, weil zu früh verkauft – ist herrlich banal und menschlich. Conrad Wilmington (Till Huster) spielt den nervösen Bauleiter überzeugend, auch wenn seine Doppelrolle als Saboteur und Schatzsucher vielleicht einen Tick zu kompliziert konstruiert ist.

BESTE MOMENTE


1. Der Wiedersehen-Moment: Als Alyssa „Bobo“ sagt. Man hört das kollektive Grinsen der Fanbase.
2. Das Verhör: Justus zerlegt Wilmington verbal. Ein Genuss.
3. Der Jerry-Reveal: Leute, wir wissen endlich, was im Karton war! Dazu gleich mehr im Fan-Service-Teil. Das war ein Payoff, der sich gewaschen hat.
4. Latein für Angeber: „Vilius argentum est auro...“ – Wenn Justus und Bob mit toten Sprachen um sich werfen, ist die Welt in Ordnung.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan von Wilmington ist... ambitioniert. Er sabotiert seine eigene Firma für die Konkurrenz (Industriespionage) UND versucht gleichzeitig, einen Schatz zu finden, indem er Geister spielt? Das ist Multitasking auf Verbrecher-Niveau, aber vielleicht ein bisschen „too much“. Warum das Risiko mit dem Geist eingehen, wenn man schon durch Sabotage abkassiert? Und die Auflösung durch Alyssas „Fernando-Alarmtaste“ (die Polizei kommt quasi per Knopfdruck) wirkte etwas wie ein Deus Ex Machina, um das Finale abzukürzen.

SERIEN-KONTEXT (Der Nerd-Teil)


Hier wird es spannend! Diese Folge ist ein direkter Nachfolger (oder zumindest ein Spin-off) zu Folge 167 „...und das blaue Biest“. Damals lernten wir Alyssa kennen, die als Schaustellerin/Artistin im „Movie Empire“ arbeitete. Dass Hendrik Buchna seine eigene Figur nach fast 70 Folgen (in der Realität über 10 Jahre!) zurückholt, ist grandioses World-Building.

Aden Tangury reiht sich wunderbar in die Liste der skurrilen Magier und Künstler ein, die das D3-Universum bevölkern (man denke an den Zauberer aus Folge 89 oder die Karten des Bösen). Die Folge fühlt sich an wie ein Mix aus „Geisterbucht“ (Schatzsuche) und „Botschaft von Geisterhand“ (Baustellen-Setting).


SPRECHER-SPOTLIGHT


Ein Hoch auf die Besetzung!
Alyssa: Ja, es ist wieder Sonja Stein! (Nicht Celine Fontanges, wie manche vermuteten – die war in Folge 167 Mrs. Hampton). Sonja Stein bringt diese rotzfreche, aber herzliche Art perfekt rüber. Man kennt sie auch als Stimme von „Nami“ in One Piece (zumindest in den Filmen/Spielen teilweise) oder aus diversen TKKG-Rollen.
Haley Darlow: Hier haben wir Marleen Lohse. Ein echtes Highlight! Man kennt sie aus dem TV (z.B. „Nord bei Nordwest“ als Jule Christiansen). Ihre rauchige, markante Stimme passt perfekt zur undurchsichtigen Haley.
Polizist: Ein alter Bekannter! Andreas Birnbaum ist am Start. Der Mann ist eine Legende (u.a. Warcraft-Sprecher, Die drei ???* Folge 196, 208, 220). Wenn er auftaucht, weiß man: Jetzt wird’s amtlich.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Autor Hendrik Buchna beweist hier einmal mehr, dass er der Meister der atmosphärischen Settings ist. Er hat die Figur der Alyssa in Folge 167 selbst erschaffen und führt ihre Geschichte nun konsequent fort. Interessant ist, dass Buchna oft Elemente aus der Filmwelt einbaut (er ist ja studierter Filmwissenschaftler), was man hier an der Inszenierung des „Barrakuda-Tricks“ merkt, der stark an Houdini und frühe Stummfilm-Illusionen angelehnt ist.


FAN-SERVICE-CHECK


Jetzt kommt der Hammer: JERRY!
In Folge 167 musste Bob in einen Karton greifen und wurde gebissen/erschreckt. Wir wussten nie, was drin war. Jetzt wissen wir es: Ein Binturong (ein Marderbär)! Dass Buchna dieses winzige Detail nach all den Jahren auflöst, ist der ultimative Fan-Service. Dazu Tante Mathildas Auftritt als Schrott-Ankäuferin („Das kann man doch noch brauchen, Justus!“) – herrlich.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Im Bann des Barrakudas“ ist eine grundsolide, atmosphärisch dichte Folge, die vor allem durch die Chemie der Charaktere lebt. Das Rätsel ist klassisch, die Auflösung logisch (bis auf Wilmingtons Über-Motivation), und der Nostalgie-Faktor durch Alyssa ist hoch.

Für wen? Für alle Bob-Fans, für alle, die Folge 167 mochten, und für jeden, der wissen will, was zum Geier ein Binturong ist.
Ranking: Definitiv im oberen Drittel der 200er-Folgen. Kein absoluter Klassiker wie „Gespensterschloss“, aber ein sehr starker „Modern Classic“.

Bleibt neugierig, Kollegen!

Wusstest du schon?

Die Figur Alyssa tauchte erstmals in Folge 167 'und das blaue Biest' auf.
Das Rätsel, was sich in dem Umzugskarton befand, in den Bob in Folge 167 greifen musste, wird hier nach über 60 Folgen endlich gelöst: Es war ein Binturong (Marderbär) namens Jerry.
Der Name 'Aden Tangury' ist eine Anspielung auf historische Entfesselungskünstler, wobei der 'Barrakuda-Trick' an klassische Bühnenillusionen des frühen 20. Jahrhunderts angelehnt ist.
Cover
Bewertung
7
🐻 🐻 🐻 🐻 🐻 🐻 🐻 🐻 🐻 🐻
7 von 10 Marderbären
Das Rätsel
Eine klassische Schatzsuche im modernen Gewand. Die Legende um den 'Fischmenschen' Tangury ist herrlich skurril und erinnert an die mystischen Anfänge der Serie. Dass hinter dem Spuk handfeste finanzielle Interessen stecken, ist zwar keine Innovation, aber durch die doppelte Wendung mit Wilmington clever konstruiert.
Plot & Logik
Die Motivation der Antagonistin Haley ist schlüssig: Sie hat zu früh verkauft und muss nun Zeit schinden. Ein kleines Logikloch ist vielleicht, warum Wilmington sich auf die riskante Schatzsuche einlässt, wenn er schon durch die Industriespionage abkassiert, aber Gier ist ein starkes Motiv. Die Auflösung durch den 'Fernando-Alarm' wirkt etwas bequem, passt aber zu Alyssas taffer Art.
Kapitel
1 Besuch aus der Vergangenheit 0:00 min
2 Ruhe vor dem Sturm 13:21 min
3 Polizei! 24:26 min
4 Überraschung Dank Mathilda 32:21 min
5 Bei der Goldjägerin 43:46 min
6 In der Höhle des Barrakudas 60:32 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Der erste Detektiv ist in Hochform, besonders im Verhör mit Wilmington ('Ich würde von Ihnen als einem der Verantwortlichen der Baufirma gerne erfahren...'). Seine Deduktion bezüglich des Buchtresors ist ein klassischer Justus-Moment.
P
Peter Shaw
Peter darf seine körperlichen Fähigkeiten ausspielen (Kletteraktion am Wassertank) und beweist ein scharfes Auge, als er die Perücke in der Tasche der Sicherheitsfrau bemerkt. Er ist mehr als nur der Angsthase.
B
Bob Andrews
Bob steht durch die Verbindung zu Alyssa im emotionalen Zentrum. Er erträgt den Spitznamen 'Bobo' mit Fassung und leistet solide Recherchearbeit zu Tangurys Hintergrund.

Sprecher

Verwandte Folgen

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