Zusammenfassung

Die drei ??? begleiten Onkel Titus zu einem Einkauf in Carmine Falls, als dieser im Supermarkt nervös auf einen Mann reagiert, der daraufhin fluchtartig das Gebäude verlässt. Auf Drängen von Justus und Bob gibt Titus schließlich zu: Der Mann war Percival Abernathy, der Bruder von Justus' Mutter Catherine. Percival hatte sich einst Geld von Titus geliehen und war damit verschwunden, ohne an der Beerdigung der Eltern teilzunehmen. Justus, der kaum etwas über die Familie seiner Mutter weiß, beschließt gegen den Willen seines Onkels, Kontakt aufzunehmen.

Um in Carmine Falls bleiben zu können, nutzen die Detektive eine Verletzung von Peter, der bei einem Spaziergang in den 'Carmine Caves' gestürzt ist und dort eine unheimliche Gestalt gesehen hat. Während Peter medizinisch versorgt wird (der Tierarzt muss herhalten), erfahren sie von der geschwätzigen Einheimischen Marjorie Devere und dem exzentrischen Nachbarn Butzi T. Washington mehr über die Abernathys und deren Untermieter Leland Hansen. Leland soll angeblich Blut in seinem Auto gehabt haben, das er notdürftig mit Burger-Soße tarnte.

Justus erzwingt ein Treffen mit Percival und dessen Frau Jolene. Die Situation im heruntergekommenen Haus ist angespannt; Percival wirkt gehetzt und versucht, Titus mit dem Nachlass der Großmutter abzuspeisen. Bei der Durchsuchung des Hauses und Lelands Autos finden die Detektive tatsächlich Blutspuren und Hinweise auf einen 'Kelch des Schicksals' auf Percivals Laptop. Es stellt sich heraus, dass Leland und Percival nachts zur Höhle fahren. Justus vermutet, dass sie dort jemanden verstecken.

Die Lage spitzt sich zu, als ein Krimineller namens Mr. Coldfield auftaucht und Leland bedroht. In den Höhlen treffen die Detektive schließlich auf die versteckte Person: Mercury, Percivals Nichte und somit Justus' Cousine. Sie ist eine professionelle Diebin, die den wertvollen Kelch bei einem Einbruch bei dem Sammler Oswald Carver gestohlen hat, dabei aber verletzt wurde. Der Plan, den Kelch über ein Schließfach an den Hehler Coldfield zu übergeben, scheiterte, weil der Schlüssel nicht passte.

Justus kombiniert, dass Jolene ein doppeltes Spiel treibt. Sie arbeitete früher für Carver und hat den Schlüssel ausgetauscht, um den Kelch ihrem alten Boss zurückzugeben und sich freizukaufen. Justus inszeniert ein riskantes Treffen auf einem Schrottplatz, zu dem er sowohl den Hehler Coldfield als auch den bestohlenen Carver lockt. Dort spielt er die Parteien gegeneinander aus, bis Inspektor Cotta zugreifen kann.

Am Ende klärt Nachbar Butzi T. Washington die Familiengeschichte auf: Justus' Mutter Catherine hatte das Geld damals nicht für sich oder Percival gestohlen, sondern um ihren Bruder aus den Fängen einer Gang freizukaufen. Auf dem Weg zur Übergabe stürzte ihr Flugzeug ab. Mit diesem Wissen kann Justus endlich Frieden mit der Vergangenheit schließen.

Review

Justus' dunkle Familien-Saga: Wenn der Onkel zweimal klingelt – Folge 208 im Fan-Check!
Justus trifft seinen verschollenen Onkel im Supermarkt und Peter muss zum Tierarzt? Folge 208 'Kelch des Schicksals' ist ein emotionaler Ritt in die Vergangenheit der Jonas-Familie – inklusive legendärer Gastsprecher!

Hallo liebe Kassettenkinder, Streaming-Junkies und Zentrale-Bewohner!

Holt die Taschentücher raus und stellt den Kirschkuchen beiseite (oder esst ihn als Frustbewältigung), denn heute wird es emotional! Wir knöpfen uns Folge 208 vor: "Kelch des Schicksals". Und Leute, der Titel verspricht nicht zu viel – hier schlägt das Schicksal härter zu als Skinny Norris, wenn er mal wieder einen schlechten Tag hat.

ERSTER EINDRUCK


Schon beim Cover dachte ich: "Oha, Indiana Jones trifft auf Hamlet?" Eine Skeletthand, ein goldener Kelch – das schreit nach Abenteuer, aber der Vibe ist düsterer. Und genau so startet das Ding auch. Keine harmlose Suchmeldung nach entlaufenen Katzen, sondern ein Zufallstreffen im Supermarkt, das Justus Jonas fast aus den Latschen kippen lässt. Man spürt sofort: Das hier ist keine "Wir suchen einen Koffer"-Folge. Das hier ist personal business.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Die drei ??? sind mit Onkel Titus in der Pampa (Carmine Falls) unterwegs. Im Supermarkt trifft Titus auf einen Typen, wird kreidebleich und will sofort abhauen. Justus, unser menschlicher Lügendetektor, merkt natürlich sofort, dass was faul ist. Der Typ ist Percival Abernathy – der Bruder von Justus' verstorbener Mutter Catherine!

Statt abzureisen, inszenieren die Jungs einen Zwangsaufenthalt (dazu gleich mehr bei Peter). Justus wühlt in der Vergangenheit seiner Eltern, Peter stolpert in einer Höhle über eine "Leiche" (die gar keine ist), und am Ende geht es um einen geklauten Kelch, eine coole Cousine und die Frage: War Justus' Mama eine Kriminelle? Spoiler: Es wird kompliziert.

UNSERE HELDEN


Justus "Der mit dem Trauma tanzt" Jonas:
Meine Güte, Oliver Rohrbeck darf hier mal wieder alles geben. Wir sehen einen Justus, der verletzlich, wütend und getrieben ist. Er ist hier weniger der kühle Super-Computer und mehr der verlassene Neffe, der Antworten will. Wenn er Onkel Titus anfährt, weil der mauert, dann spürt man die Risse in seiner Rüstung. Großes Kino!

Peter "Der Invaliden-Detektiv" Shaw:
Der arme Kerl. Diesmal muss er sich nicht nur gruseln, sondern auch noch körperlich leiden. Er stürzt in der Höhle (Running Gag: Peter und Höhlen werden in diesem Leben keine Freunde mehr) und muss dann den halben Fall als verletzter Lockvogel beim Tierarzt (!) verbringen. Aber: Er jammert auf höchstem Niveau und beweist im Finale, dass er auch humpelnd zur Stelle ist.

Bob "Der Diplomat" Andrews:
Bob ist hier der Fels in der Brandung. Während Justus emotional Achterbahn fährt und Peter seine Knochen zählt, hält Bob den Laden zusammen. Er recherchiert, vermittelt und sorgt dafür, dass Onkel Titus nicht komplett dichtmacht. Solide Performance, auch wenn er diesmal nicht die ganz großen Solo-Momente hat.

DIE GEGENSPIELER & NEBENFIGUREN


Onkel Percival: Ein herrliches Wrack. Man will ihn hassen, aber er ist eigentlich nur ein armer Tropf. Perfekt unsympathisch gesprochen.

Mercury: Justus' Cousine! Wie cool ist das denn? Sie ist quasi das schwarze Schaf der Familie, eine Meisterdiebin mit Herz. Die Chemie zwischen ihr und Justus ist spannend – zwei Seiten derselben Medaille. Ich hoffe, wir hören sie wieder!

Butzi T. Washington: Der heimliche Star der Folge. Ein verschrobener Nachbar, der wirkt, als wäre er direkt aus einer "Twin Peaks"-Folge nach Rocky Beach gestolpert. Seine Dialoge sind Gold wert und lockern die düstere Stimmung perfekt auf.

Jolene: Die Tante mit dem doppelten Boden. Anfangs unscheinbar, am Ende eiskalt. Ein solider Twist, auch wenn man ihn als geübter Hörer vielleicht 5 Minuten vor Justus riecht.

BESTE MOMENTE


1. Das Verhör im LKW: Justus zwingt Onkel Titus zur Wahrheit. Die Spannung im Führerhaus konnte man schneiden. Da war keine "Hui Buh"-Gruselstimmung, sondern echtes Familiendrama.
2. Der Tierarzt-Besuch: Peter muss sich von einem Veterinär behandeln lassen, weil kein anderer Arzt da ist. Der Humor in dieser Szene ist trocken und herrlich absurd.
3. Der Schrottplatz-Showdown: Justus lockt alle Parteien auf einen Schrottplatz (Heimspiel-Vorteil!) und spielt sie gegeneinander aus. Das ist klassisches "Drei ???"-Schach in Bestform.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Zufalls-Faktor ist hier höher als der Kaloriengehalt von Tante Mathildas Kirschkuchen. Justus trifft seinen verschollenen Onkel genau in der Woche, in der der große Kelch-Raub stattfindet? In einem Supermarkt im Nirgendwo? Komm schon, Kari Erlhoff! Das ist selbst für Rocky-Beach-Verhältnisse viel Schicksal.
Außerdem: Dass Peter in der riesigen Höhle genau über die versteckte Cousine stolpert... naja. Wir verzeihen es, weil die Story sonst nicht funktioniert hätte, aber ein bisschen weniger "Deus ex Machina" wäre schön gewesen.

SERIEN-KONTEXT (ACHTUNG: NERD-WISSEN!)


Jetzt wird's saftig für die Lore-Experten!
Diese Folge ist quasi das geistige Sequel zum legendären Fall "Das leere Grab" (Folge 78). Damals dachten wir ja kurz, Justus' Eltern würden noch leben. Hier bekommen wir endlich die Puzzleteile zur Vorgeschichte.
- Wir erfahren, warum Justus' Mutter Catherine damals in das Flugzeug gestiegen ist (um ihren Bruder Percival freizukaufen!). Das rehabilitiert sie und klärt eine offene Wunde in Justus' Biografie.
- Die Folge zementiert den Kanon: Justus Jonas ist nicht einfach nur Waise durch einen Unfall, sondern Opfer tragischer Familienverstrickungen. Das gibt dem Charakter eine Tiefe, die weit über "Der Erste Detektiv" hinausgeht.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier müssen wir kurz innehalten und den Hut ziehen.

1. Kerstin Draeger (Mercury): LEUTE! Das ist ein absoluter Fan-Service-Geniestreich! Kerstin Draeger ist eine Legende. Wir kennen sie alle als Lys de Kerk (Justus' Ex-Freundin!) oder als Locke aus "Tom & Locke". Dass ausgerechnet sie nun Justus' Cousine spricht, ist ein Meta-Gag der Extraklasse. Ihre rauchige, taffe Stimme passt perfekt zur Diebin.

2. Rüdiger Schulzki (Onkel Titus): Dies war eine seiner letzten großen Rollen als Titus Jonas, bevor er im August 2022 leider verstarb. Er hat die Rolle von Hans Meinhardt übernommen und ihr seinen eigenen, etwas knurrigeren, aber herzlichen Stempel aufgedrückt. In dieser Folge darf er nochmal alles zeigen: Angst, Scham, Wut und Liebe zu Justus. Ein würdiger Abschied für eine großartige Stimme.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kari Erlhoff. Erlhoff ist bekannt dafür, Justus gerne mal emotional zu quälen (im positiven Sinne für die Story). Im Buch sind die Familienverhältnisse noch etwas detaillierter aufgedröselt, aber das Hörspiel schafft den Spagat zwischen Info-Dump und Spannung erstaunlich gut. Interessant: Die Atmosphäre ist im Buch noch etwas winterlicher/düsterer beschrieben, was im Hörspiel durch die Höhlen-Szenen gut transportiert wird.


FAN-SERVICE-CHECK


- Schrottplatz-Action: Das Finale findet auf einem Schrottplatz statt – zwar nicht der Schrottplatz, aber Justus nutzt das Terrain wie ein Heimspiel.
- Peters Angst: "Ich geh da nicht rein!" – "Doch, Peter." – "Na gut." Klassiker.
- Visitenkarte: Wird natürlich überreicht. Manieren müssen sein, auch wenn der Onkel ein Gauner ist.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Kelch des Schicksals" ist keine normale "Monster-of-the-Week"-Folge. Sie ist ein tiefgründiger Tauchgang in die DNA der Serie. Wer nur leichte Krimi-Kost sucht, wird sich vielleicht an den vielen Dialogen und dem Zufalls-Plot stören. Aber für echte Fans, die wissen wollen, was Justus Jonas im Innersten zusammenhält, ist diese Folge Pflichtprogramm.

Sie ist melancholisch, spannend und dank Butzi T. Washington auch witzig. Ein würdiges spätes Highlight in der über 200er-Ära.

Ranking-Potenzial: Obere Mittelklasse mit Tendenz nach oben wegen des Lore-Bonus!

Wusstest du schon?

Die Folge greift die Ereignisse um den Tod von Justus' Eltern auf, ein Thema, das zuletzt prominent in Folge 78 'Das leere Grab' behandelt wurde.
Kerstin Draeger, die Sprecherin von Mercury, ist langjährigen Europa-Fans als Stimme von 'Locke' (Tom & Locke) oder Lys de Kerk (TKKG) bekannt.
Der Name 'Justus Jonas' wird hier in den Kontext einer größeren, teils kriminellen Verwandtschaft gestellt, was einen interessanten Kontrast zu seiner sonstigen Gesetzestreue bildet.
Cover
Bewertung
7
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7 von 10 vergessenen Verwandten
Das Rätsel
Der Fall beginnt stark als Familiendrama und wandelt sich dann zu einer Schatzsuche. Die Wendung, dass Jolene die Verräterin ist, ist solide konstruiert, auch wenn der 'Schlüssel-Austausch-Trick' ein klassisches Krimi-Klischee bedient. Dass Peter in der Höhle ausgerechnet über die Cousine stolpert, ist ein großer Zufall, treibt die Handlung aber gut voran.
Plot & Logik
Die Handlung ist weitgehend schlüssig, leidet aber unter dem typischen 'Warum rufen wir nicht gleich die Polizei?'-Syndrom, das hier durch Mercurys kriminellen Status erklärt wird. Etwas konstruiert wirkt, dass Justus' Onkel ausgerechnet jetzt und dort auf Percival trifft, wo gerade der Kelch-Deal läuft – aber das ist eben das Schicksal im Titel.
Kapitel
1 Das Ding in der Dunkelheit 0:00 min
2 Verräterische Spuren 11:41 min
3 Gefährliche Ermittlungen 23:25 min
4 Recherchen und Archiv 33:40 min
5 Coldfield 41:23 min
6 Zurück zum Schrottplatz 52:54 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Hier erleben wir einen sehr persönlichen Justus. Sein Drang, die Wahrheit über seine Mutter zu erfahren, macht ihn verletzlich und aggressiver als sonst. Sein Plan am Ende zeigt aber wieder seine kühle Kombinationsgabe. Ein starker Auftritt.
P
Peter Shaw
Peter muss als Verletzter herhalten, um den Aufenthalt zu rechtfertigen, was eine nette Abwechslung zur reinen 'Angsthasen'-Rolle ist. Er zeigt Mut beim Finale, als er die Waffen einsammelt.
B
Bob Andrews
Bob übernimmt den soliden Recherche-Part und fungiert als vernünftiger Gegenpol zu Justus' emotionalen Alleingängen. Er hat keine großen Solo-Momente, ist aber essenziell für die Teamdynamik.

Sprecher

Verwandte Folgen

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