Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt im Fußballstadion von Rocky Beach. Die LA Strikers gewinnen überraschend die Meisterschaft gegen die favorisierten Ravens, doch der Sieg ist durch krasse Fehlentscheidungen der Schiedsrichterin Selma Hutchinson überschattet. Peter rettet die von wütenden Fans bedrängte Schiedsrichterin auf dem Parkplatz und bringt sie zum Schrottplatz. Dort offenbart sie den drei Detektiven, dass sie erpresst wurde: Jemand hatte den Lieblingsteddy ihres Sohnes Tommy gestohlen und drohte dem Kind, falls die 'Zons' (Strikers) nicht gewinnen.

Die Ermittlungen führen Justus zunächst in den Kindergarten, wo ein Nachbar, Mr. Pomeroy, den Teddy-Dieb beobachtet hat: Ein Mann mit Adlernase und einer Flammen-Kappe der Strikers. Peter erfährt von den Spielerinnen Tiffany und Sydney, dass ihre Torhüterin Jessie Crawford einen neuen Freund hat, den niemand genau kennt. Gleichzeitig findet Bob heraus, dass der hässliche Siegerpokal von Sydneys Urgroßvater Darren Lafferty geschaffen wurde. Justus kombiniert geschickt, dass die Figuren auf dem Pokal (ein 'feiger Löwe') auf den 'Zauberer von Oz' anspielen. Bei einem Besuch im Pflegeheim bei Sydneys dementer Großtante Beatrice Lafferty verdichten sich die Hinweise: Beatrice, die in ihrer eigenen Welt aus Oz-Charakteren lebt, erkennt in Justus einen 'Mr. Baum' (wie der Oz-Autor) und erwähnt ihre Schwestern, die Vasen mit einem Tiger und einer Grinsekatze besaßen.

Die Situation spitzt sich zu, als der Pokal aus dem Vereinsheim gestohlen wird und Jessie Crawford verschwindet. Justus erkennt, dass die drei Vasen (Löwe, Tiger, Katze) zusammen den Weg zu einem Schatz weisen. Durch zwinkernde Tiere auf den Vasen deduziert er die Adresse 'Turtle Road 22' in Ventura – das verlassene Elternhaus von Beatrice. Dort finden die Detektive in einem Geheimversteck hinter der Tapete tatsächlich den Schatz: wertvolle Erstausgaben von 'Alice im Wunderland', 'Das Dschungelbuch' und 'Der Zauberer von Oz'. Doch der Dieb, Roger Wolf (ein Pfleger aus dem Heim, der sich als Jessies Freund ausgegeben hatte), lauert ihnen auf, schlägt Justus nieder und flieht mit den Büchern. Er verliert dabei jedoch einen Segelschuh.

Durch Beatrices wirre Aussagen über 'Toto' und 'China' sowie Hintergrundgeräusche bei einem Drohanruf schließt Justus auf ein Boot im Hafen. Sie finden die Jacht 'Polynesia'. Es kommt zur Konfrontation an Deck, bei der Wolf die Detektive mit einer Leuchtpistole bedroht. In der Kajüte gelingt es der gefesselten Jessie jedoch, den Verbrecher mit einem gezielten Tritt gegen einen Kochtopf außer Gefecht zu setzen. Wolf wird verhaftet, der Pokal und die Bücher kehren zu den Besitzern zurück, und das Spiel wird fair wiederholt.

Review

Fußball, Vasen & ein Kochtopf-K.O. – Warum Folge 176 besser ist als ihr Ruf!
Fußball-Folge? Gähn... Denkste! In Folge 176 jagen die drei ??? keine Bälle, sondern den Zauberer von Oz. Warum Justus plötzlich Hellseher ist und Tante Fanny aus den 'Fünf Freunden' hier ihren großen Auftritt hat, lest ihr im Review!

Hallo liebe Kassettenkinder, Streaming-Junkies und Zentrale-Bewohner!

Holt den Kirschkuchen raus und stellt den Verstärker auf Anschlag, denn heute knöpfen wir uns eine Folge vor, die auf dem Papier klingt wie eine wilde Mischung aus „Bundesliga-Konferenz“ und einem Fiebertraum von L. Frank Baum. Ja, wir reden über Folge 176: ...und der gestohlene Sieg.

Hand aufs Herz: Wenn wir „Fußball“ im Klappentext lesen, zuckt der gemeine Fan ja erst mal zusammen. Wir denken an „Fußball-Gangster“ (grusel) oder „Gekaufte Spieler“ (noch gruseliger). Aber Moment! Bevor ihr diese Folge ins Regal zu den „Höre ich nur bei 40 Grad Fieber“-Kassetten stellt: Marco Sonnleitner hat hier einen Curveball geworfen. Oder sagt man Flanke? Egal. Schnallt euch an, es geht nach Oz... äh, Rocky Beach.

ERSTER EINDRUCK


„Oh nein, Frauenfußball!“ dachten sicher einige Machos in der Fanbase, aber Pustekuchen. Der Sport ist hier nur der MacGuffin. Nach den ersten zehn Minuten fühlt man sich weniger wie im Stadion, sondern eher wie in einer gemütlichen Mystery-Schnitzeljagd der alten Schule. Die Atmosphäre switcht überraschend schnell von „Vuvuzela-Lärm“ zu „Gruseliges Haus mit Geheimversteck“. Das Cover verspricht Action, aber der Inhalt liefert Rätsel.

DIE STORY


Die „LA Strikers“ (Peters Lieblingsteam, natürlich nur wegen der Taktik, hust) gewinnen die Meisterschaft, aber das Spiel stinkt mehr als Justus’ Sporttasche nach drei Wochen. Die Schiedsrichterin Selma Hutchinson wurde erpresst: Kuscheltier weg, Kind bedroht, Spiel manipuliert. Klassiker. Doch was als Sport-Krimi beginnt, biegt scharf links ab in die Literatur-Abteilung. Ein hässlicher Pokal, eine demente alte Dame, die glaubt, sie sei im Zauberer von Oz, und drei Vasen führen unsere Detektive zu einem Schatz, der ausnahmsweise mal nicht aus Goldbarren besteht.

UNSERE HELDEN


Justus „Der Löwe“ Jonas: Unser Erster Detektiv ist in Hochform. Sein Literaturwissen rettet mal wieder den Tag. Aber Leute, wir müssen über die Deduktion reden. Justus sieht auf einer Vase eine Schildkröte und zwei Schwäne. Seine Schlussfolgerung? „Turtle Road 22“. BAM. Einfach so. Google Maps wäre vor Neid erblasst. Das ist dieser herrlich überzogene Justus-Moment, den wir so lieben.

Peter „Der Frauenversteher“ Shaw: Peter ist hier der MVP der Herzen. Er rettet die Schiedsrichterin vor einem Mob (Held!), er kennt natürlich alle Spielerinnen (Charmeur!) und er fährt den MG wie ein junger Gott. Dass er am Ende auf dem Boot auch noch körperlich austeilen darf, sei ihm gegönnt. Angstfaktor: Niedrig. Flirtfaktor: Hoch.

Bob „Recherche & Archiv“ Andrews: Bob macht das, was Bob am besten kann: Er wühlt in der Vergangenheit von Künstlern und liefert die entscheidenden Puzzleteile. Solide Arbeit, Kollege!

DIE GEGENSPIELER


Der Bösewicht Roger Wolf (ein Pfleger, wie originell) ist leider so austauschbar wie eine Glühbirne im Baumarkt. Er nennt Justus „Dicker“ (Punktabzug für Unkreativität) und ist generell eher der Standard-Ganove. Aber: Seine Motivation ist simpel (Geld) und sein Plan war gar nicht so übel, bis er sich mit drei Teenagern anlegte.

BESTE MOMENTE


1. Das Oz-Rätsel: Die Szenen im Pflegeheim bei Beatrice Lafferty sind Gold wert. Wie die Realität mit der Oz-Welt verschwimmt, ist fast schon poetisch und für eine „Drei ???“-Folge überraschend tiefgründig.
2. Das Finale auf der „Polynesia“: Justus wird mit einer Leuchtpistole bedroht, zitiert aber seelenruhig den „feigen Löwen“. Und dann wird der Bösewicht mit einem KOCHTOPF niedergestreckt. Ein Kochtopf! Tante Mathilda wäre stolz auf diese Zweckentfremdung von Küchenutensilien.
3. Justus' One-Liner: „Ich bevorzuge den feigen Löwen.“ Gänsehaut-Moment!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Warum entführt der Täter am Ende die Torhüterin Jessie? Er hat die Bücher (den Schatz), er könnte einfach abhauen. Die Geiselbremse verlangsamt ihn nur. Das wirkt etwas konstruiert, um noch ein dramatisches Finale auf dem Boot zu erzwingen. Und die Sache mit „Turtle Road 22“... ich liebe es, aber logisch ist anders. Da hätte auch „Schwanenweg 11“ rauskommen können.

SERIEN-KONTEXT


Folge 176 ordnet sich in die „Neuzeit“ ein (2015), fühlt sich aber oft an wie eine Klassiker-Folge. Warum? Weil es eine Schatzsuche ist! Es gibt keine High-Tech-Spionage, sondern Vasen, Bücher und alte Häuser. Im Kanon der „Sport-Folgen“ (wie Fußball-Gangster oder Fußball-Falle) sticht diese hier positiv hervor, weil der Sport nur der Aufhänger ist. Es ist quasi das „Der seltsame Wecker“ der Sport-Episoden – ein Rätsel im Trikot.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt mal Ohren spitzen, Freunde! Die Besetzung ist nämlich ein Fest:

Ursula Sieg (Beatrice Lafferty): Eine absolute Legende! Viele kennen sie als die Stimme von Tante Fanny aus der originalen Fünf Freunde-Hörspielserie (Europa). Dass sie hier die verwirrte, aber liebenswerte Beatrice spricht, ist purer Fan-Service und Nostalgie-Gold. Sie gibt der Figur eine Zerbrechlichkeit, die wirklich berührt.
Stephan Schad (Roger Wolf): Ein bekannter TV- und Theaterschauspieler (Tatort, Thalia Theater), der den Bösewicht mit der nötigen Schmierigkeit spricht. Solide, auch wenn die Rolle ihm nicht viel abverlangt.
Ben Hecker (Trevor Pomeroy): Hier müssen wir kurz innehalten. Ben Hecker ist leider 2019 verstorben. Er war nicht nur ein toller Sprecher, sondern für viele von uns die Stimme der Kindheit als Balbo in Weihnachtsmann & Co. KG. Schön, ihn hier noch einmal in einer markanten Rolle zu hören.
Tina Eschmann (Selma Hutchinson): Kennt man aus Verbotene Liebe oder Die Männer vom K3. Sie bringt die Verzweiflung der Mutter glaubhaft rüber.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner. Interessant ist hier der Vibe: Sonnleitner wird oft für seine actionlastigen und manchmal unlogischen Plots kritisiert. Hier beweist er aber, dass er auch klassische Rätsel kann. Das Buch erschien 2014, das Hörspiel folgte im Sommer 2015. Ein nettes Detail: Justus erkennt sofort die Anspielung des Bootsnamens „Polynesia“ auf Doktor Dolittle. Das sind diese kleinen Literatur-Nuggets, die zeigen, dass Justus eben mehr liest als nur Telefonbücher.


FAN-SERVICE-CHECK


Peter und die Frauen: Check. Er wickelt die Spielerinnen um den Finger.
Justus und das Essen: Indirekt Check (er wird „Dicker“ genannt, was wir natürlich verurteilen, aber zum Kanon gehört).
Visitenkarte: Wird natürlich übergeben. „Dürfen wir Ihnen unsere Karte geben?“ – Gänsehaut, jedes Mal.
Schrottplatz-Romantik: Die Besprechung in der Zentrale ist cozy wie immer.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„...und der gestohlene Sieg“ ist der Beweis, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband (oder Titel) beurteilen sollte. Was nach 08/15-Sport-Trash klingt, entpuppt sich als liebevolle Hommage an die Kinderliteratur mit einer starken Rätsel-Struktur. Es ist keine Top-10-Folge aller Zeiten, aber definitiv im oberen Drittel der „Neuzeit“. Perfekt für Fans, die Rätsel mögen, aber beim Thema Fußball normalerweise abschalten.

Also: Trikot ausziehen, Lesbrille aufsetzen und ab nach Oz!

Wusstest du schon?

Der Titel der Folge ist eine Anspielung auf den Inhalt, aber auch ein klassisches Sport-Krimi-Motiv.
Justus identifiziert sich selbst als 'feiger Löwe', Bob als 'Vogelscheuche' und Peter (indirekt durch Justus) als 'Blechmann' im Finale.
Der Name des Bootes 'Polynesia' ist eine Anspielung auf den Papagei aus 'Doktor Dolittle', was Justus sofort erkennt.
Cover
Bewertung
6
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6 von 10 fliegenden Kochtöpfen
Das Rätsel
Die Verknüpfung von Fußball mit klassischer Kinderliteratur (Oz, Alice, Dschungelbuch) ist erfrischend und unerwartet. Die Schnitzeljagd über die Vasen-Symbole ist klassisch 'Drei ???', auch wenn Justus' Sprung von 'Schildkröte und zwei Schwänen' auf 'Turtle Road 22' schon fast hellseherisch wirkt.
Plot & Logik
Der Plan von Roger Wolf ist riskant, aber nachvollziehbar: Er nutzte seine Position im Pflegeheim und Jessies Vertrauen aus. Einzig warum er Jessie kidnappte, statt einfach mit der Beute zu verschwinden, wirkt etwas konstruiert, wird aber durch seine Panik erklärt.
Kapitel
1 Ein dämlicher Löwe 0:00 min
2 Bluthunde 3:41 min
3 Lieblingsbär 6:35 min
4 Dünne Faktenlage 11:37 min
5 Adlernase 13:52 min
6 Geflügelte Affen 18:46 min
7 Grinsekatze 26:50 min
8 Zwinkernde Augen 38:20 min
9 Der böse Wolf 42:21 min
10 Bienenzimmer 47:31 min
11 Kein Papagei, sondern …? 60:12 min
12 Und was es sonst noch so im Zoo gibt 64:42 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seinem Literaturwissen und der Oz-Analyse. Dass er im alten Haus niedergeschlagen wird, ist ein Klassiker. Sein Moment auf dem Boot ('Ich bevorzuge den feigen Löwen') ist stark.
P
Peter Shaw
Ist hier der Mann der Tat: Rettet die Schiedsrichterin, nutzt seine Kontakte zu den Spielerinnen und fährt die Jungs durch die Gegend. Solide Leistung ohne Panikattacken.
B
Bob Andrews
Leistet wichtige Recherchearbeit zum Künstler Lafferty und entschlüsselt zusammen mit Justus das Vasen-Rätsel.

Sprecher

Verwandte Folgen

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