Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt am Strand von Rocky Beach, wo Peter verzweifelt seinen Autoschlüssel sucht. Statt des Schlüssels finden die drei Detektive jedoch eine angespülte Holzplanke mit einer eingeritzten Landschaftsskizze und einem Hilferuf: „Hilfe, entführt. Es geht um Leben und Tod.“ Justus kombiniert schnell, dass die Skizze den Küstenabschnitt „Pirate's Point“ zeigt. Dort angekommen entdecken sie ein einsames Haus, aus dem ein Stofffetzen geworfen wird. Peter klettert mutig an der Fassade empor und trifft am Fenster auf den gefangenen Studenten Davy Swan. Davy berichtet, er sei entführt und ständig mit „Philip“ angesprochen worden – offenbar eine Verwechslung. Ein Befreiungsversuch scheitert, da die Entführer zurückkehren, doch als die drei ??? später mit Inspektor Cotta wiederkommen, ist das Haus leer und Davy frei. Die Entführer sind geflohen, da sie ihren vermeintlichen Irrtum bemerkt haben.

Davy erklärt den Detektiven, dass er an einer Doktorarbeit über den Geheimbund der „Löwenritter“ schreibt und kurz vor der Entführung einen mysteriösen Zettel mit Symbolen in seinen Unterlagen gefunden hatte. Justus vermutet, dass die Entführung keine Verwechslung war, sondern mit Davys Forschung zusammenhängt. Als die drei Davy in der Universität besuchen, wird Bob im Arbeitszimmer niedergeschlagen und der Ordner mit den Notizen gestohlen. Justus erkennt jedoch, dass der Täter rote Slipper trug. Später identifizieren sie den angeblichen Uni-Putzmann als den Mann mit den roten Slippern und enttarnen ihn über ein Phantombild als Craig Holden.

In Holdens Motelzimmer finden sie schließlich den Schlüssel zur Geheimschrift: Es handelt sich um den „Noahitischen Code“ der Freimaurer (eine Art Tic-Tac-Toe-Chiffre). Mit diesem Wissen entschlüsseln sie die kopierten Notizen, die sie zu einem Versteck in der Universitätsbibliothek führen („zwischen den Ameisen und der Mistgabel“). Justus löst das Rätsel um die Regalreihen („im dritten von acht“), und sie finden einen geheimen Seilzug, der eine Treppe in einen verborgenen Keller öffnet.

Dort unten befindet sich das Archiv der Löwenritter – Protokolle der freien Meinungsäußerung bedeutender Persönlichkeiten. Craig Holden überrascht sie jedoch und gibt zu, die Entführung inszeniert zu haben, um Davy unter Druck zu setzen und an den Schatz zu kommen. Bevor Holden die Detektive einsperren kann, wird er von einer maskierten Gestalt niedergestreckt: Ein echter Löwenritter tritt auf den Plan. Er dankt den drei ??? für ihre Integrität, verspricht Davy Unterstützung für seine Karriere und lässt Holden verhaften, während er selbst unerkannt im Schatten verschwindet.

Review

Zwischen Mistgabeln und Freimaurern: Warum Peter klettert und Bob leidet
Ein Hilferuf auf einer Planke, ein verwirrter Student und ein Code, den nur Justus knacken kann. Folge 138 ist wie 'Sakrileg' für Rocky Beach – inklusive Logiklöchern so tief wie der Ozean!

Moin Kollegen! Schnappt euch euren Kakao (aber bitte nicht aus Tante Mathildas guten Tassen), denn wir müssen reden. Über Folge 138. Die Folge, in der Peter seinen Schlüssel sucht und wir am Ende einen Geheimbund finden, der so geheim ist, dass er vermutlich selbst vergessen hat, wo er wohnt. Willkommen zu „Die geheime Treppe“!

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr dieses Gefühl, wenn eine Folge anfängt und ihr sofort wisst: „Ja, das ist mein Rocky Beach“? Wir sind am Strand, die Wellen rauschen, und Peter hat – Klassiker! – seinen Autoschlüssel verloren. Das ist so herrlich banal und gleichzeitig der perfekte Einstieg. Dann finden sie diese Schiffsplanke mit dem Hilferuf. Das hat so wunderschöne „Fünf Freunde“-Vibes, dass ich kurz dachte, Timmy der Hund kommt gleich um die Ecke gebellt. Der erste Eindruck: Klassisch, gemütlich, vielversprechend.

DIE STORY


Also, kurz zusammengefasst: Unsere drei Spezialisten finden besagte Planke, klettern an einer Fassade hoch (Peter, wer sonst?) und finden Davy Swan, einen Studenten, der behauptet, er sei entführt worden. Aber die Entführer nennen ihn „Philip“. Hä? Verwechslung? Denkste! Es geht natürlich um eine Doktorarbeit (Marco Sonnleitner liebt Akademiker!), einen Geheimbund namens „Löwenritter“ und einen Schatz. Es folgt eine Schnitzeljagd durch die Uni-Bibliothek, bei der Justus mal wieder beweist, dass er Latein im Schlaf murmelt, und am Ende stehen wir in einem geheimen Keller. Klingt nach „Sakrileg“ für Juniordetektive? Ist es auch.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser erster Detektiv ist voll in seinem Element. Ein Rätsel mit lateinischen Begriffen und Freimaurer-Codes? Da glühen die Synapsen so heiß, dass man Marshmallows dran rösten könnte. Seine Herleitung des „Noahitischen Codes“ ist pure Justus-Magie. Ein bisschen arrogant, aber er hat halt recht.

Peter: Der MVP der Folge! Ohne Witz, der Mann liefert ab. Erst verliert er den Schlüssel (sympathisch!), dann klettert er wie Spiderman die Fassade hoch (heldenhaft!). Er ist der Mann für die Action, während Justus noch überlegt, wie man „Mistgabel“ dekliniert.

Bob: Ach, Bob. Unser Archivar hat Pech. Nicht nur, dass er sich beim Tennis die Hand verstaucht hat (ein nettes Detail!), er wird auch noch im Arbeitszimmer niedergeschlagen. Es ist fast schon ein Running Gag: Wenn jemand eins auf die Mütze kriegt, ist es zu 90% Bob. Trotzdem: Solide Recherchearbeit, auch wenn er diesmal eher der Sidekick für Justus' Geistesblitze ist.

DIE GEGENSPIELER


Kommen wir zu Craig Holden. Seufz. Ein Bösewicht, der so viel Charisma hat wie ein nasses Handtuch. Sein Motiv? Ruhm. Sein Plan? Völlig gaga (dazu gleich mehr). Er ist leider ziemlicher Durchschnitt.
Aber dann... DANN kommt der Löwenritter. Ein Typ in Maske, der aus dem Nichts auftaucht, Holden umhaut und salbungsvolle Reden schwingt. Ein klassischer „Deus ex Machina“, aber hey, mit Stil!

BESTE MOMENTE


Das Highlight ist definitiv die Szene in der Bibliothek. „Zwischen den Ameisen und der Mistgabel“. Das ist genau diese Art von Rätsel, für die wir die drei ??? lieben. Man sieht förmlich vor sich, wie sie durch die verstaubten Gänge schleichen. Auch Peters Kletterpartie am Anfang ist super inszeniert – da bekommt man beim Zuhören schwitzige Hände.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen über den Plan des Bösewichts reden. Holden entführt Davy, nennt ihn konsequent „Philip“, macht Fotos für eine Fake-Familie, lässt ihn dann frei, nur um ihn zu beschatten, damit Davy ihn zum Schatz führt? WARUM? Das ist so unnötig kompliziert, dass es fast schon weh tut. Warum nicht gleich die Unterlagen klauen? Und warum „Philip“? Nur um ihn zu verwirren? Das wirkt, als hätte der Autor mitten im Schreiben die Idee geändert und vergessen, den Anfang anzupassen.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist ein Paradebeispiel für die „Sonnleitner-Ära“. Marco Sonnleitner hat ein Faible für Geheimbünde und elitäre Zirkel (siehe „Der finstere Rivale“ oder „Geheimakte Ufo“). Die Folge 138 reiht sich ein in die Kategorie „Solide Rätselfolge ohne Gruselfaktor“. Sie wird oft mit Dan Browns „Sakrileg“ verglichen, weil es eben um Codes in alten Institutionen geht. Interessant: Bob hat hier eine Handverletzung vom Tennis – solche kleinen Kontinuitäts-Schnipsel lieben wir ja, auch wenn sie für den Fall kaum relevant sind.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt haltet euch fest, Trivia-Alarm!
1. Thorsten Sense (Davy Swan): Ja, ihr habt richtig gehört! Das ist STUBS aus der TKKG-Folge „Rätsel um die alte Villa“! Für Kassettenkinder der 80er ein absolutes Fest. Außerdem ist er die deutsche Stimme von Val Kilmer. Dass er hier den etwas hektischen Studenten spricht, ist pures Gold.
2. Burghart Klaußner (Der Löwenritter): Das ist der Hammer. Klaußner ist einer der profiliertesten deutschen Schauspieler („Das weiße Band“, „Die fetten Jahre sind vorbei“). Dass er für so eine kleine Rolle (im Grunde nur der Monolog am Ende) ins Studio kam, wertet das Ganze massiv auf. Diese Stimme hat Gravitas!
3. Gerhard Olschewski (Craig Holden): Kennt man vielleicht als den knorrigen Hinnerk Hinnerksen aus dem „Landarzt“. Solider Veteran, der das Beste aus der flachen Rolle rausholt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen ist das gute Stück im Jahr 2010. Das Buch von Marco Sonnleitner kam 2007 raus. Spannend ist, dass im Buch die Logiklöcher (wie die „Philip“-Sache) zwar auch existieren, aber durch mehr inneren Monolog von Davy etwas besser eingebettet wirken. Trotzdem: Die Story gilt unter Fans als eine der konstruiertesten. Fun Fact: Die Tic-Tac-Toe-Verschlüsselung (Pigpen Cipher) ist historisch korrekt und wird tatsächlich von Freimaurern genutzt. Justus labert also keinen Quatsch!


FAN-SERVICE-CHECK


- Peters Dietrich: Kommt zum Einsatz? Check (bzw. seine Kletterkünste ersetzen ihn).
- Karte: Wird überreicht? Natürlich.
- Inspektor Cotta: Ist zur Stelle, auch wenn er am Ende quasi nur zum Aufräumen kommt. Wir lieben ihn trotzdem.
- Visitenkarte: „Wir übernehmen jeden Fall“ – auch wenn wir dafür in staubigen Kellern rumkriechen müssen.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Die geheime Treppe“ ist wie eine warme Decke an einem verregneten Sonntag. Nicht der krasseste Thriller, keine Gänsehaut-Garantie, aber ein wunderbar klassisches Rätsel-Abenteuer. Wer Codes, Bibliotheken und Justus im „Klugscheißer-Modus“ mag, wird hier glücklich. Wer logische Verbrecherpläne sucht, sollte lieber woanders schauen. Trotzdem: Allein für Thorsten Sense und Burghart Klaußner lohnt sich das Reinhören!

Ranking-Potenzial: Solides Mittelfeld. Kein Evergreen wie „Gespensterschloss“, aber weit entfernt von Gurken wie „Todesflug“.

Wusstest du schon?

Davy Swan wird von Thorsten Sense gesprochen, der vielen Fans noch als 'Stubs' aus der TKKG-Folge 'Rätsel um die alte Villa' oder als deutsche Stimme von Val Kilmer bekannt ist.
Der 'Noahitische Code' und die erwähnten Freimaurer-Bezüge basieren auf realen historischen Verschlüsselungsmethoden (Pigpen Cipher).
Marco Sonnleitner greift hier erneut sein Lieblingsthema 'Geheimbünde' auf, das er auch in anderen Folgen wie 'Der finstere Rivale' behandelt.
Cover
Bewertung
5.5
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5,5 von 10 roten Slippern
Das Rätsel
Ein Klassiker! Die Nutzung des Freimaurer-Codes (Pigpen Cipher) ist für den Hörer visuell zwar nicht direkt greifbar, wird aber durch Justus' Erklärung wunderbar plastisch gemacht. Die Schnitzeljagd durch die Bibliothek mit den lateinischen Sprüchen ('Mistgabel', 'Ameise') ist traditionelle Detektivarbeit vom Feinsten. Solide, logisch und schön zum Mitdenken.
Plot & Logik
Hier knirscht es etwas. Holdens Plan ist unnötig kompliziert: Er entführt Davy, spielt ihm eine Verwechslung vor ('Philip'), macht Fotos für eine nicht existierende Familie, nur um ihn dann freizulassen und zu hoffen, dass Davy ihn zum Schatz führt? Warum nicht gleich die Notizen stehlen, wenn er eh Zugang zur Uni hat? Dass der echte Löwenritter am Ende quasi als 'Deus ex Machina' aus dem Vorhang springt, ist eine bequeme, aber etwas faule Lösung.
Kapitel
1 Treibgut 0:00 min
2 Pirate's Point 4:34 min
3 Die Wand 6:44 min
4 Der Gefangene 10:37 min
5 King Kong und Freddy Krueger 16:53 min
6 Geheimbund 21:05 min
7 Die Löwenritter 23:36 min
8 Tatze und Schwert 33:29 min
9 Jagd auf Schuhe 38:48 min
10 Putzmann aus der Uni 41:39 min
11 Der Schlüssel 44:41 min
12 Zwischen Ameisen und Mistgabel 47:53 min
13 Die geheime Treppe 51:33 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seinem Wissen über Geheimbünde und Latein. Sein Moment im Motelzimmer, als er das Buch mit der Schablone findet, zeigt seine gute Spürnase, auch wenn der Fund etwas zufällig wirkt.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star der Folge! Er klettert an Fassaden, rennt Tätern hinterher und zeigt viel körperlichen Einsatz. Seine anfängliche Schusseligkeit mit dem Schlüssel ist ein netter Running Gag, der die Handlung ins Rollen bringt.
B
Bob Andrews
Armer Kerl. Er dient hauptsächlich als Opfer (wird niedergeschlagen) und Stichwortgeber. Seine Recherchearbeit wird diesmal stark von Davys eigenem Wissen überschattet.

Sprecher

Verwandte Folgen

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