Zusammenfassung

Peter tritt seinen Dienst als Nachtwächter im Steadman Museum an und gibt seinen Kollegen Justus und Bob vorab eine exklusive Führung durch den 'Stuart-Raum', der Exponate des exzentrischen Australien-Forschers Jason Stuart beherbergt. Herzstück ist ein rätselhaftes Gedicht Stuarts, das bislang niemand entschlüsseln konnte. Die Idylle endet abrupt, als seltsame Geräusche die Detektive aufschrecken und ein Abfalleimer wie von Geisterhand umfällt. Auf den Überwachungskameras ist jedoch niemand zu sehen.

Am nächsten Tag entdeckt Dr. Chandler, der Museumsdirektor, seltsame Kratzer an der Eingangstür, die wie die Symbole 'O' und 'C' aussehen, sowie Erdspuren. Bob lässt die Erde von Dr. Brogan analysieren, der feststellt, dass sie aus Südengland stammt – genau wie die Moorleiche in der Ausstellung. Justus beginnt derweil, das Stuart-Rätsel zu knacken und entschlüsselt Hinweise auf australische Wahrzeichen wie den 'Mount Kosciuszko' (Dach von Gondwana) und die 'Zwölf Apostel'.

Die Situation eskaliert, als die Moorleiche nachts aus ihrer verschlossenen Vitrine verschwindet. Kurz darauf wird Professor Rosenberg, der Entdecker der Leiche, in seinem Haus überfallen und ein antiker Schild mit Sonnen- und Mondsymbolen (O und C) gestohlen. Alles deutet auf einen Rachefeldzug der Moorleiche hin.

Justus durchschaut jedoch das Ablenkungsmanöver. Er löst den letzten Teil des Rätsels: 'Die Zahl der Schritte, die dir der Kommandant befiehlt' bezieht sich auf den Namen des Seefahrers Dirk Hartog (10 Buchstaben). Der Schnittpunkt der Linien zwischen den Exponaten 'Uluru' und 'Kata Tjuta' führt nicht zur leeren Vitrine der Moorleiche, sondern zu einem ausgestopften Beutelteufel. In dessen Magen ('am Grunde böser Schreie') findet Justus einen Schließfachschlüssel.

In der finalen Nacht stellen die drei ??? den Tätern eine Falle. Es sind der Wachmann Austin und Mr. Monroe, der Sohn von Stuarts ehemaligem Anwalt. Sie hatten den Spuk inszeniert, um ungestört nach Stuarts vermutetem Vermögen zu suchen. Im Schließfach lagern wertvolle Perlen ('tränenreiche Spur'). Die Moorleiche finden sie schließlich versteckt im riesigen Krokodil-Exponat wieder.

Review

Wenn die Moorleiche zweimal klingelt – oder: Peter Shaw, der Nachtwächter des Grauens
Peter hat einen Job, eine 2000 Jahre alte Leiche geht spazieren und Justus hält Geografie-Vorträge. Warum Folge 126 'Schrecken aus dem Moor' mehr ist als nur 'Nachts im Museum' auf Hörspiel-Kassette!

Moin Kollegen! Schnappt euch eure Visitenkarten (aber bitte nicht die, die Bob schon dreimal in der Waschmaschine hatte), denn heute wird es historisch, modrig und – man höre und staune – Peter Shaw hat einen Job! Ja, ihr habt richtig gelesen. Unser Zweiter Detektiv, der sonst nur beim Sport oder auf der Flucht vor Skinny Norris ins Schwitzen kommt, trägt Uniform. Willkommen zu Folge 126: Schrecken aus dem Moor!

ERSTER EINDRUCK


Schon beim Blick auf das Cover denkt man: "Huch, ist das der Cousin vom Phantomsee-Monster, der seine Diät nicht durchgehalten hat?" Aber Spaß beiseite: Die Atmo stimmt sofort. Ein Museum bei Nacht, ein gruseliges Exponat und die drei ??? mittendrin. Das schreit förmlich nach Old-School-Feeling à la Der Fluch des Rubins, nur dass wir diesmal statt ägyptischer Flüche australische Outback-Rätsel serviert bekommen. Es riecht nach Bohnerwachs, altem Leder und einer Prise "Scooby Doo"-Logik. Genau so mögen wir das!

DIE STORY


Peter hat den Jackpot geknackt: Ein Ferienjob als Nachtwächter im renommierten Steadman Museum. Klingt nach leicht verdientem Geld, oder? Denkste! Statt gemütlich Füße hochzulegen, darf er sich mit einer 2000 Jahre alten Moorleiche rumschlagen, die anscheinend keinen Bock auf ihre Vitrine hat und nachts spazieren geht. Parallel dazu finden Justus und Bob (der Mann, der Google erfunden hätte, wenn es das nicht schon gäbe) ein Gedicht eines Australien-Forschers, das natürlich rein zufällig den Weg zu einem Schatz weist. Was folgt, ist eine wilde Mischung aus "Nachts im Museum" und einer Geografie-Stunde über Down Under, bei der Justus mal wieder beweist, dass er vermutlich Enzyklopädien zum Frühstück isst.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv ist in Hochform. Wenn er anfängt, über "Gondwana" und "Dirk Hartog" zu dozieren, hört man förmlich, wie seine Hirnwindungen glühen. Er knackt das Rätsel mit einer Präzision, die selbst Sherlock Holmes neidisch machen würde. Besonders schön: Er lässt sich von dem ganzen Spuk null beeindrucken.

Peter: Der heimliche Star der Folge. Endlich mal nicht nur der Fahrer oder der Angsthase vom Dienst (okay, Angst hat er trotzdem, Puls 180 inklusive), sondern der "Inside Man". Seine Schilderungen der nächtlichen Vorkommnisse sind herrlich panisch und menschlich. Dass er den Job überhaupt angenommen hat, verdient Respekt!

Bob: Unser Archivar liefert solide Arbeit ab. Er ist derjenige, der die entscheidenden Puzzleteile in der Bibliothek und bei den Experten ausgräbt. Ohne seine Recherche über den Anwaltssohn Monroe wäre Justus' Logikkette am Ende gerissen. Ein stiller, aber effektiver MVP.

DIE GEGENSPIELER


Die Auflösung, dass der Wachmann Austin und der unscheinbare Mr. Monroe dahinterstecken, ist... nun ja, solide. Austin (gesprochen von der Legende Patrick Bach!) ist der klassische Handlanger, während Monroe den intellektuellen Part übernimmt. Dass sie den Spuk inszenieren, um ungestört zu suchen, ist zwar ein klassischer Bösewicht-Plan, aber mal ehrlich: Wäre es nicht unauffälliger gewesen, keinen Lärm zu machen und keine Leiche spazieren zu tragen? Aber gut, wo wäre da der Spaß für uns?

BESTE MOMENTE


1. Justus' Geografie-Vortrag: Der Moment, als Justus das Rätsel um die australischen Landmarken löst. Man lernt was über den "Mount Kosciuszko" und fühlt sich danach schlauer. Edutainment at its best!
2. Das Krokodil-Versteck: Die Moorleiche im riesigen Krokodilmaul zu verstecken? Das ist so herrlich absurd und pulpig, das muss man einfach feiern.
3. Peters Panik: Jedes Mal, wenn Peter im dunklen Museum ein Geräusch hört. Jens Wawrczeck spielt diese Mischung aus Pflichtbewusstsein und nackter Panik einfach göttlich.

SCHWACHSTELLEN


Kommen wir zum Elefanten im Raum (oder der Moorleiche im Flur): Der Plan der Täter ist, gelinde gesagt, unnötig kompliziert. Warum die ganze Show mit den Symbolen an der Tür und dem Überfall auf Professor Rosenberg? Das lenkt doch nur unnötig Aufmerksamkeit auf das Museum! Ein simpler Einbruch hätte es auch getan. Und dass der Schatz am Ende "nur" Perlen sind, wirkt nach dem ganzen Aufbau fast etwas antiklimaktisch – aber hey, immerhin kein wertloser Staub wie in anderen Folgen.

SERIEN-KONTEXT


Hier wird es interessant für die Lore-Nerds unter uns! Das Steadman Museum ist kein unbekannter Ort. Wir kennen es bereits aus Folge 98 Tal des Schreckens (dort ging es um Diamanten, worauf im Hörspiel sogar angespielt wird!). Im Buch-Kanon tauchte es sogar schon in der Vorlage zu Folge 14 Das Bergmonster auf – ein wunderbarer Continuity-Nicken von Autor Marco Sonnleitner. Die Folge reiht sich perfekt in die "Rätsel-lastigen" Fälle der 120er-Ära ein, die oft versuchen, den Geist der Klassiker mit modernerem Pacing zu verbinden.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Leute, wir müssen über Patrick Bach (Austin) reden! Für alle Kinder der 80er ist das ein Fest: Silas! Jack Holborn! Dass er hier den schmierigen Handlanger gibt, ist fast schon Verschwendung, aber seine Stimme triggert sofortige Nostalgie.
Dann haben wir Lothar Grützner als Professor Rosenberg. Seine Stimme kennt ihr vielleicht als Commissioner Gordon aus der 60er-Jahre Batman-Serie oder als Grobi aus der Sesamstraße (ja, wirklich!). Ein absolutes Urgestein der Synchronbranche, das der Rolle die nötige akademische Würde verleiht.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien 2008 und stammt aus der Feder von Marco Sonnleitner. Interessant ist hier der Vergleich zum Buch: Im Hörspiel wurden wie üblich einige Längen gekürzt, aber der Kern des australischen Rätsels blieb erhalten. Sonnleitner ist ja oft für Action bekannt, aber hier beweist er, dass er auch klassische Schnitzeljagden kann. Die Produktion ist typisch für die Ära: Solide Effekte, gute Musik, aber kein Experimentierfeld.

FAZIT & EMPFEHLUNG


Schrecken aus dem Moor ist wie ein gut gereifter Käse: Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wer ihn mag, liebt ihn. Es ist eine wunderbare "Wohlfühl-Folge" für Fans von klassischen Rätseln und Museums-Atmosphäre. Wer Action und Verfolgungsjagden sucht, ist hier falsch. Aber wer Justus beim Denken zuhören will und Peters Angstschreie als ASMR genießt, der ist hier goldrichtig.

Ein Muss für Rätselfüchse und Patrick-Bach-Ultras!

Wusstest du schon?

Das Steadman Museum war bereits Schauplatz in Folge 14 'Das Bergmonster' (im Buch) bzw. Folge 98 'Tal des Schreckens' (im Hörspiel-Kanon oft angepasst). Im Transkript wird auf einen 'Fall mit dem Diamanten' angespielt, was auf Folge 98 hindeutet.
Die im Hörspiel erwähnten australischen Landmarken wie Uluru, Kata Tjuta und die Zwölf Apostel existieren wirklich.
Patrick Bach (Sprecher von Austin) ist bekannt als ehemaliger Kinderstar (Silas, Jack Holborn) und Stammgast in Europa-Hörspielen.
Cover
Bewertung
8
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8.5 von 10 mumifizierten Kirschkuchen
Das Rätsel
Eine klassische Schnitzeljagd der alten Schule. Das Gedicht ist komplex und erfordert viel Spezialwissen über Australien (Geografie, Fauna, Historie), das Justus dem Hörer häppchenweise serviert. Zwar ist das Mitraten schwierig, aber die logische Entschlüsselung macht großen Spaß.
Plot & Logik
Der Plan der Täter ist typisch für die Serie etwas überkonstruiert: Warum einen aufwendigen Moorleichen-Spuk inszenieren, der Aufmerksamkeit auf das Museum lenkt, wenn man eigentlich ungestört suchen will? Die Verbindung zwischen den Symbolen am Schild und den Kratzern an der Tür wirkt etwas bemüht, erfüllt aber ihren Zweck als falsche Fährte.
Kapitel
1 Stuarts Geheimnis 0:00 min
2 Hausdurchsuchung 9:16 min
3 Von der Kamera erfasst 15:03 min
4 Abwechslung 20:31 min
5 Spuren 26:07 min
6 Beerdigt 33:33 min
7 Verschwunden! 39:19 min
8 Sonne und Mond 40:56 min
9 Wandelnde Leiche 46:16 min
10 Am Grunde böser Schreie 50:30 min
11 Licht an! 60:09 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Ist hier absolut in seinem Element. Seine Analyse des Gedichts ('Gondwana', 'Dirk Hartog') ist brillant hergeleitet und trägt die gesamte Ermittlung.
P
Peter Shaw
Fungiert als 'Inside Man' und muss als Nachtwächter den Grusel hautnah erleben. Er ist mutig, auch wenn ihm die Knie schlottern.
B
Bob Andrews
Übernimmt den wichtigen Part der Recherche in der Bibliothek und bei Dr. Brogan, liefert die entscheidenden Puzzleteile zur Identität von Monroe.

Sprecher

Verwandte Folgen

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