Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt auf dem Schrottplatz in Rocky Beach, wo Peter wie besessen für das anstehende Finale der Schulfußballmeisterschaft trainiert. Justus und Bob unterstützen ihn eher widerwillig, bis Emiliano de la Cruz, das Supertalent der gegnerischen Mannschaft ('El Torbellino'), auftaucht. Emiliano bittet die Detektive um Hilfe für seine Großeltern Pancho und Esperanza, bei denen er und sein kleiner Bruder Pedro seit dem Unfalltod ihrer Eltern leben. Die Großeltern sind extrem abergläubisch und überzeugt, dass sich 'Vorboten des Todes' manifestieren: 13 weiße Lilien vor der Tür, ein altes Messer im Garten, Eulenrufe und das Ticken einer Totenuhr.

Die drei ??? fahren nach San Fernando. Dort reagiert Großvater Pancho zunächst abweisend, ist aber sichtlich verängstigt. Bob recherchiert, dass Emilianos Vater Archäologe war und in Peru das Grab des brutalen Konquistadoren Antonio de Mendoza geöffnet hatte, was angeblich einen Fluch über die Familie brachte. Die 'Zeichen' (Eule, Lilien, Messer) passen exakt zur Legende um Mendoza. Die Situation eskaliert, als Esperanza im Garten zusammenbricht, nachdem sie einen 'Roten Reiter' gesehen hat – eine Erscheinung, die wie der Geist Mendozas aussieht. Im Krankenhaus diagnostizieren Ärzte einen Herzanfall.

Am nächsten Tag spielt Emiliano im Finale katastrophal schlecht ('Aus El Torbellino ist sozusagen El Flaute geworden'). Der Grund: Er wurde erpresst. Ein Zettel mit der Unterschrift 'A.D.M.' (Antonio de Mendoza) drohte ihm, das Spiel zu verlieren, sonst würde seinem Bruder Pedro etwas zustoßen. Tatsächlich ist Pedro verschwunden. Die Detektive finden Hufspuren und Pedros Turnschuh. Sie folgen der Spur in eine Schlucht, wo sie dem unheimlichen Roten Reiter begegnen, der ihnen Pedros zweiten Schuh zuwirft. Kurz darauf taucht Pedro jedoch unversehrt wieder auf; er konnte aus einem blauen Van entkommen und hat eine seltsame Anstecknadel mit einer Krone gefunden.

Nach dem verlorenen Finale versammeln sich Vertreter großer europäischer Fußballclubs im Haus der de la Cruz, um Emiliano unter Vertrag zu nehmen. Justus übernimmt das Wort und entlarvt das Komplott: Die 'Vorboten des Todes' waren Inszenierungen. Die Symbole der konkurrierenden Vereine (Lilien für Paris, Eule für Athen, Rot für Birmingham) wurden gezielt als schlechte Omen platziert, um die abergläubischen Großeltern zu manipulieren. Nur ein Verein blieb 'sauber': Real Lissabon, vertreten durch Mister Abelardo, dessen Wappen eine Krone ziert – genau wie auf der Nadel, die Pedro im Entführer-Auto fand. Abelardo wird durch seine Fingerabdrücke auf der Nadel überführt und verhaftet.

Review

Folge 123: Fußballfieber – Oder warum Batman plötzlich Spielervermittler ist
Ein Roter Reiter, ein 400 Jahre alter Fluch und Peter im Trikot. Warum Folge 123 viel mehr Mystery bietet, als der sportliche Titel vermuten lässt und was Batman damit zu tun hat!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück in der Zentrale!

Grabt euer Sportzeug aus und poliert die Stollen, denn heute wird es körperlich – zumindest für einen unserer drei Detektive. Die anderen beiden essen vermutlich gerade Pizza und schauen zu. Wir besprechen Folge 123: Fußballfieber.

Ein Titel, der bei vielen Fans erst mal für Augenrollen sorgt. „Och nö, schon wieder Sport?“ höre ich euch seufzen. Aber halt! Bevor ihr diese Folge ins Regal zu den „Drei ??? Kids“-Büchern verbannt: Hier steckt mehr Grusel drin, als der Titel vermuten lässt. Schnappt euch eine Tüte Chips (Marke „Tante Mathildas Hausmarke“), lehnt euch zurück und lasst uns klären, ob das Runde hier wirklich ins Eckige muss – oder doch eher in den Sarg.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Wenn man das Cover sieht, denkt man an alles, aber nicht an Fußball. Ein gesichtsloser Reiter in roter Kutte, der aussieht, als wäre er direkt aus Sleepy Hollow entsprungen und hätte sich auf dem Weg nach Rocky Beach verirrt. Der Titel „Fußballfieber“ wirkt dagegen fast wie ein Etikettenschwindel – und das ist auch gut so! Denn eigentlich bekommen wir hier eine klassische Grusel-Story mit Familienfluch, abergläubischen Großeltern und mysteriösen Todesboten serviert. Nur eben garniert mit Peters Schweißperlen.

DIE STORY


Peter „Die Lunge“ Shaw trainiert wie ein Besessener für das Schulfußball-Finale. Sein härtester Gegner? Emiliano de la Cruz, genannt „El Torbellino“ (Der Wirbelwind). Doch der Wirbelwind ist eher ein laues Lüftchen, denn er ist völlig durch den Wind. Seine Großeltern werden terrorisiert: 13 weiße Lilien vor der Tür, eine tote Eule, ein rostiges Messer – alles Zeichen, die laut einer alten peruanischen Legende den Tod ankündigen. Angeblich der Rachegeist des Konquistadoren Antonio de Mendoza.

Als dann auch noch Emilianos kleiner Bruder Pedro entführt wird und ein geisterhafter „Roter Reiter“ durch die Prärie galoppiert, ist klar: Hier geht es um mehr als nur den goldenen Pokal der Highschool-Liga. Es geht um Millionenverträge, miese Tricks und Symbole, die man eher im Da-Vinci-Code suchen würde als auf dem Bolzplatz.

UNSERE HELDEN


Peter ist hier der absolute MVP (Most Valuable Player). Endlich darf er mal zeigen, dass er nicht nur schnell weglaufen kann, sondern echte Skills hat. Er ist emotional involviert, kämpft für seinen Rivalen und zeigt Herz. Ein starker Auftritt für unseren Zweiten!

Justus hingegen... ach, Justus. Er ist herrlich unsportlich und macht daraus auch keinen Hehl. Sein Highlight: Er versucht sich als Schiedsrichter und Kommentator beim Training. Das klingt dann ungefähr so, als würde ein Lexikon versuchen, ein Fußballspiel zu moderieren. „Das Leder wurde akzeleriert“ – okay, das hat er nicht gesagt, aber ihr wisst, was ich meine. Am Ende liefert er aber einen genialen Poirot-Moment ab, in dem er die Bösewichte verbal so sehr an die Wand spielt, dass man fast Mitleid bekommt.

Bob rettet mal wieder den Tag durch pures Wissen. Ohne seine Recherche zu den peruanischen Mythen und den Wappen der Fußballvereine wären Justus und Peter aufgeschmissen gewesen. Bob ist und bleibt das Rückgrat der Zentrale.

DIE GEGENSPIELER


Kommen wir zum Elefanten im Raum: Der Plan des Bösewichts ist... nun ja, „kreativ“ ist noch untertrieben. Mister Abelardo (ein schmieriger Spielervermittler) inszeniert einen 400 Jahre alten Fluch, um Emilianos Großeltern so viel Angst einzujagen, dass sie bei keinem Verein unterschreiben, dessen Wappen ein „Todeszeichen“ enthält (Lilie, Eule, etc.).

Leute, mal ehrlich: Wer denkt sich so was aus? „Ich will den Jungen unter Vertrag nehmen. Biete ich ihm mehr Geld? Nein. Verkleide ich mich als spanischer Eroberer, reite auf einem Pferd durch die Wüste, platziere tote Vögel und hoffe, dass die Oma abergläubisch genug ist?“ Das ist James-Bond-Bösewicht-Logik auf dem Schrottplatz-Niveau. Aber genau deswegen lieben wir die Serie doch, oder?

BESTE MOMENTE


1. Justus als Sport-Analyst: Jedes Mal, wenn Justus über Fußball redet, möchte man ihm liebevoll einen Schal umbinden und ihm Kakao geben. Seine Arroganz, mit der er Regeln erklärt, die er vermutlich erst fünf Minuten vorher gelesen hat, ist Gold wert.
2. Der Rote Reiter: Die Szene in der Schlucht ist atmosphärisch top. Hufgetrappel, Nebel (im Kopfkino), ein stummer Reiter, der einen Turnschuh wirft. Das ist klassischer Grusel-Stoff!
3. Peters Spruch: „Aus El Torbellino ist sozusagen El Flaute geworden.“ Badum-Tss. Der Zweite Detektiv hat Humor!

SCHWACHSTELLEN


Die Logik des Plans habe ich schon erwähnt, aber man muss es nochmal betonen: Es ist absurd kompliziert. Dazu kommt das Klischee der „abergläubischen Latinos“. Pancho und Esperanza sind zwar sympathisch, aber sie erfüllen wirklich jedes Stereotyp, das man in einer 80er-Jahre-Sitcom finden würde. Ein bisschen mehr Tiefe hätte den Figuren gutgetan. Auch dass der kleine Pedro entführt wird und quasi fünf Minuten später wieder auftaucht („Ich bin aus dem Auto gesprungen“), wirkt dramaturgisch etwas gehetzt, nur um den Plot voranzutreiben.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge stammt aus der Feder von Marco Sonnleitner, der ja bekanntlich ein Faible für Sport-Themen hat (siehe Basketball in Gekaufte Spieler). Sie erschien 2008, also in der Phase, als die Serie nach dem Rechtsstreit (Die Dr3i) wieder Fahrt aufnahm.

Interessant ist der Vergleich zu anderen Fußball-Folgen: Während Fußball-Gangster (Folge 63) oft wegen der Verwirrung zwischen American Football und Soccer kritisiert wird und Fußball-Teufel (Folge 141) eher actionlastig ist, schafft Fußballfieber den Spagat zum Mystery-Genre am besten. Es ist im Grunde eine Geistergeschichte im Trikot.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier müssen wir kurz salutieren, denn wir haben echte Legenden am Mikrofon!

Allen voran: Eberhard Haar als Mister Abelardo. Wenn euch die Stimme bekannt vorkommt und ihr plötzlich das Bedürfnis habt, das Bat-Signal in den Himmel zu projizieren – richtig gehört! Eberhard Haar war die deutsche Stimme von Batman in der legendären Animated Series (die Kevin Conroy Rolle). Zu hören, wie „Batman“ hier als fieser Spielervermittler intrigiert, ist ein absoluter Genuss für Ohrenzeugen.

Dann haben wir Peter Kirchberger als Pancho. Ein Urgestein! Er war schon in den Klassikern dabei (z.B. als Harold Carlson in Der grüne Geist oder als Hafenpolizist in Der verschwundene Schatz). Seine Stimme hat dieses wunderbare Kratzen, das perfekt zu einem besorgten Großvater passt.

Und für die Nerds: Woody Mues (Emiliano) kennt man vielleicht noch als Kinderstar, er sprach u.a. in der Serie Die rote Zora. Heute ist er ein gefragter Theaterschauspieler und Regisseur.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Wusstet ihr, dass die Folge fast gar nicht Fußballfieber geheißen hätte? Der Arbeitstitel des Buches war „Geisterfieber“. Meiner Meinung nach der deutlich passendere Titel, da der Fußball eigentlich nur der Aufhänger (MacGuffin) ist und der „Geist“ im Mittelpunkt steht. Wahrscheinlich wollte man aber im Jahr der Europameisterschaft 2008 (Österreich/Schweiz) noch schnell ein paar Fußball-Fans abgreifen. Typisch Marketing!

Im Buch gibt es übrigens wie so oft kleine Abweichungen, aber der Kern der (absurden) Intrige bleibt gleich. Die Atmosphäre im Buch wird oft als noch düsterer beschrieben, besonders was die Bedrohung der Großeltern angeht.


FAN-SERVICE-CHECK


- Peters Sportlichkeit: Wird hier nicht nur erwähnt, sondern zelebriert.
- Justus‘ Besserwisserei: Check. Er belehrt sogar Fußballprofis.
- Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
- Schrottplatz-Szenen: Wir bekommen schöne Momente mit Onkel Titus (zumindest im Geiste der Location).

FAZIT & EMPFEHLUNG


Fußballfieber ist besser als sein Ruf. Wer bei dem Titel abschaltet, verpasst eine solide Mystery-Folge mit einem herrlich überzogenen Bösewicht-Plan und tollen Sprechern. Es ist sicher kein „Gespensterschloss“, aber für eine Sonnleitner-Folge überraschend klassisch im Aufbau.

Empfehlung für: Fans, die Scooby-Doo mochten (Geist ist in Wahrheit ein Typ mit Projektor/Kostüm) und alle, die hören wollen, wie Batman einen Fußball-Deal versemmelt.

Nicht geeignet für: Leute, die allergisch auf Stereotypen reagieren oder Logik-Löcher suchen, die so groß sind wie ein Fußballtor.

Wusstest du schon?

Der Arbeitstitel der Folge war 'Geisterfieber', was auch besser zum Inhalt passt als der endgültige Titel 'Fußballfieber', der oft mit der Folge 'Fußball-Gangster' verwechselt wird.
Autor Marco Sonnleitner ist bekannt für seine Vorliebe für Sport-Themen (Basketball, Fußball).
Die Sprecherbesetzung der Familie de la Cruz setzt auf bekannte Stimmen: Peter Kirchberger (Pancho) ist eine Hörspiel-Legende.
Cover
Bewertung
6
🦉 🦉 🦉 🦉 🦉 🦉 🦉 🦉 🦉 🦉
6 von 10 toten Eulen
Das Rätsel
Die Grundidee ist clever konstruiert: Aberglaube wird als Waffe eingesetzt, um eine rationale Entscheidung (Fußballvertrag) zu manipulieren. Die Auflösung mit den Vereinswappen ist logisch hergeleitet und für den Hörer durch Bobs Recherche gut nachvollziehbar, auch wenn die Zufälle (dass die Vereine exakt diese Symbole haben) etwas konstruiert wirken.
Plot & Logik
Der Plan des Täters ist extrem aufwendig (Reiter, Insekten, Soundeffekte), nur um eine Unterschrift zu erzwingen – typisch für die Serie, aber hart an der Grenze zur Übertreibung. Dass Pedro entführt und dann quasi sofort wieder 'entkommen' gelassen wird, wirkt dramaturgisch etwas holprig, dient aber nur dazu, das Beweisstück (die Nadel) ins Spiel zu bringen.
Kapitel
1 Abergläubische Großeltern 0:00 min
2 Schock! 5:05 min
3 Totenuhr im Wohnzimmer 14:11 min
4 Dunkler Punkt in der Vergangenheit 19:04 min
5 Herzanfall! 25:15 min
6 Verfluchte Grabkammer 30:26 min
7 Völlig desorientiert 38:05 min
8 In der Falle 41:17 min
9 Der Schreck in den Gliedern 47:07 min
10 Im Hexenkessel 51:49 min
11 Angst und Abscheu 53:04 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus hat im Finale seinen großen Auftritt à la Hercule Poirot. Er kombiniert die Fakten (Zeitungsartikel über die Vereine vs. die 'Vorzeichen') brillant und führt den Täter souverän vor.
P
Peter Shaw
Peter ist hier voll in seinem Element als Sportler. Seine Szenen beim Training sind lebendig, und er fungiert als Bindeglied zur Fußballwelt, was ihm eine aktive Rolle gibt, die über den 'Angsthasen' hinausgeht.
B
Bob Andrews
Bob ist der unverzichtbare Archivar. Ohne seine Recherche über Mendoza, die Bedeutung der Symbole und die Hintergründe der Ausgrabung wäre der Fall nicht lösbar gewesen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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