Zusammenfassung

Während Bob und Peter den Kometen Chandra 7 beobachten, werden sie Zeugen eines unglaublichen Phänomens: Ein blau leuchtendes, scheibenförmiges Objekt manövriert über den Wäldern und scheint zu landen. Justus reagiert zunächst skeptisch, doch als die drei Detektive am nächsten Tag die vermeintliche Landestelle untersuchen, finden sie einen perfekten Kreis aus verbranntem Gras. Ihre Nachforschungen werden jedoch jäh unterbrochen, als der aggressive Plantagenbesitzer Roger Carpenter sie mit einem Gewehr verjagt. Die Situation eskaliert, als Peter bemerkt, dass er seine Brieftasche vor Ort verloren hat. Bei der nächtlichen Rückkehr zur Plantage sehen sie das UFO erneut und werden von einem unheimlichen Mann in schwarzer Kleidung beschossen.

Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, recherchieren die drei ??? im Internet und stoßen auf die Ufologin Cosma. Bei einem Treffen in einer Eisdiele erzählt sie ihnen von den 'Men in Black', die Zeugen von UFO-Sichtungen einschüchtern. Kurz darauf erhält die Zentrale ein anonymes Paket mit einer Videokassette, die scheinbar echte Aliens auf der Plantage zeigt. Doch bevor sie das Beweisstück sichern können, wird in die Zentrale eingebrochen und das Band gestohlen. Justus kombiniert, dass jemand sie gezielt manipuliert.

Das Finale führt die Detektive zurück zu Carpenters Haus, wo sie gemeinsam mit Cosma Zeugen einer spektakulären UFO-Landung direkt vor dem Fenster werden. Ein 'Man in Black' stürmt herein, doch Justus lässt sich nicht einschüchtern. Er entlarvt das Schauspiel: Der Mann in Schwarz ist der gescheiterte Buchautor Vladimir Contreras, Cosma seine Komplizin und Carpenter der Pilot eines ferngesteuerten Hubschrauber-UFOs. Die gesamte Inszenierung diente dazu, Hype für ein neues Buchprojekt zu generieren und die 'Alien-Invasion' als PR-Stunt zu verkaufen. Die drei ??? lehnen eine finanzielle Beteiligung ab und zwingen die Betrüger, den Spuk zu beenden.

Review

Die Wahrheit liegt in der Orangenpresse: Akte X trifft auf Rocky Beach!
Aliens in Rocky Beach? Men in Black auf der Orangenplantage? In 'Geheimakte Ufo' drehen die drei ??? voll auf. Warum Justus Jonas eine Küchenmaschine zur Lösung des Falls braucht und warum der Titel der Folge ein einziges Missverständnis ist, lest ihr im Review!

Moin, liebe Detektiv-Kollegen und Aktenzeichen-Wälzer!

Hier ist wieder euer Spezialist für Schrottplatz-Logik und Kirschkuchen-Statistik. Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, der in den späten 90ern für ordentlich Furore gesorgt hat. Schnallt euch an, setzt den Aluhut auf und wählt euch ins „Weltweite Computernetz“ ein (hoffentlich blockiert niemand das Telefon!), denn wir reisen zurück ins Jahr 1998. Es geht um Folge 80: „Geheimakte Ufo“.

ERSTER EINDRUCK


Leute, als ich das Ding damals in den Kassettenrekorder geschoben habe, dachte ich kurz, ich wäre bei „Akte X“ gelandet. Die Musik? Düster. Die Stimmung? Paranoia pur. Kein klassischer „Wer hat Tante Mathildas Teekanne geklaut“-Fall, sondern Aliens, Men in Black und nächtliche Verfolgungsjagden. Man spürt sofort: Hier weht ein anderer Wind in Rocky Beach. Ein Wind, der verdächtig nach Verschwörung und Ozon riecht – oder ist es doch nur verbranntes Gras?

DIE STORY


Kurz und knackig: Unsere drei Lieblingsschnüffler beobachten ein blaues Leuchten am Himmel und finden kurz darauf einen riesigen, verbrannten Kreis auf einer Orangenplantage. Klassisches Ufo-Szenario, oder? Während Justus noch die Stirn in Falten legt, schiebt Peter bereits Panikattacken im Akkord. Es tauchen mysteriöse „Männer in Schwarz“ auf, Videokassetten mit Alien-Beweisen werden zugespielt, und eine Ufologin namens Cosma mischt auch noch mit. Alles schreit nach einer Invasion aus dem All, bis Justus – Spoiler-Alarm – mal wieder beweist, dass irdische Gier meistens die plausiblere Erklärung ist als kleine grüne Männchen.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser erster Detektiv ist hier in Hochform. Während ganz Rocky Beach (und Peter) den Verstand verliert, bleibt Justus so kühl wie eine Eiskugel in Cosmas Eisdiele. Sein absolutes Highlight – und ich meine wirklich das Highlight der gesamten Folge, wenn nicht sogar der Ära – ist der Moment, als er den ominösen Kornkreis analysiert. Alle erwarten eine hochwissenschaftliche Erklärung über Landestützen und Antriebsstrahlen, und Justus haut trocken raus: „Eine Orangenpresse.“ Ich habe Tränen gelacht! Das ist der Justus, den wir lieben: Entmystifizierung durch pure Logik.

Peter Shaw: Unser Sport-Ass darf hier mal wieder seine Paraderolle spielen: Den Angsthasen. Aber wisst ihr was? Es passt! Die Bedrohung durch die bewaffneten Men in Black wirkt echt, und Peters Panik erdet die Geschichte. Ohne ihn wäre es nur halb so spannend.

Bob Andrews: Der Mann für Recherchen und Archiv glänzt hier als Astronomie-Nerd und – man höre und staune – als Internet-Pionier! Bob führt uns in die wunderbare Welt des „World Wide Web“ ein. Damals, als man noch Minuten brauchte, um ein Bild zu laden. Bob ist hier das perfekte Bindeglied zwischen Peters Emotionen und Justus’ Ratio.

DIE GEGENSPIELER


Hier muss ich kurz einhaken. In manchen Fan-Kreisen (und vielleicht auch in fehlerhaften Datenbanken) geistert das Gerücht herum, Legenden wie Wolfgang Völz oder Gottfried Kramer wären hier dabei. Das stimmt leider nicht (die sind in anderen Folgen wie „Todesflug“ oder „Die bedrohte Ranch“ zu hören).

Stattdessen haben wir Gerhart Hinze als Vladimir Contreras und Igmar Frenzen als Roger Carpenter. Hinze macht seinen Job als gescheiterter Sci-Fi-Autor und falscher „Man in Black“ solide, auch wenn er natürlich nicht ganz an die bedrohliche Tiefe eines Gottfried Kramer herankommt. Carpenter ist der klassische „Get off my lawn“-Typ, der mit der Schrotflinte auf Kinder schießt – was für einen PR-Gag vielleicht ein kleines bisschen übertrieben ist, findet ihr nicht?

BESTE MOMENTE


1. Die Orangenpresse: Ich kann es nicht oft genug sagen. Justus erklärt den Kornkreis zum Abdruck einer riesigen Orangenpresse. Legendär.
2. Das Internet-Zeitalter: Wenn die Jungs ins Internet gehen und das Modem anfängt zu pfeifen... Nostalgie-Flash pur! Dass sie sich mit ihrer Internet-Bekanntschaft Cosma dann ganz analog in einer Eisdiele treffen, ist auch herrlich 90er.
3. Die Landung: Die Szene, in der das Ufo vor dem Fenster landet, ist soundtechnisch 1A gelöst. Da bekommt man auch heute noch Gänsehaut.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan der Bösewichte ist kompletter Wahnsinn. Um ein Buch (!) zu promoten, inszenieren sie eine Alien-Landung, bauen ferngesteuerte Drohnen, verkleiden sich als Men in Black, brechen in die Zentrale ein und ballern auf Teenager? Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Marketing-Kampagne würde ich gerne mal sehen. Und warum ausgerechnet die drei ??? hineinziehen? Das Risiko aufzufliegen war astronomisch hoch. Aber hey, ohne hanebüchene Pläne hätten wir keine Fälle.

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird’s spannend für die Lore-Experten unter euch!
Verbindung zu Folge 33: Der Autor Vladimir Contreras und sein Buch „Sie sind an unserer Seite“ wurden bereits in Folge 33 („Die bedrohte Ranch“) erwähnt! Dass er hier, fast 50 Folgen später, persönlich auftritt (wenn auch als Betrüger), ist ein fantastisches Stück Kontinuität, das oft übersehen wird.
Modernisierung: Folge 80 markiert spürbar den Übergang in eine modernere Ära. Handys und Internet werden zu festen Bestandteilen der Ermittlung.
Klassiker-Status: Unter Fans ist die Folge wegen des „Orangenpressen“-Zitats Kult, auch wenn die Story oft als etwas trashig belächelt wird. Sie polarisiert: Man liebt den Trash-Faktor oder man hasst die Unlogik.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Da wir ja echte Fans sind, schauen wir genau hin:
Elke Reissert (Cosma): Ihre Stimme verleiht der undurchsichtigen Ufologin genau die richtige Mischung aus Esoterik und Berechnung.
Matthias Fuchs (Erzähler): Er hatte zu dieser Zeit (1998) die schwere Aufgabe, in die Fußstapfen von Peter Pasetti zu treten. In dieser Folge merkt man, wie gut er seinen eigenen, etwas wärmeren, aber dennoch mysteriösen Stil gefunden hat.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Hier kommt der absolute Nerd-Fakt: Habt ihr euch mal gewundert, warum das Buch „Geheimsache Ufo“ heißt, das Hörspiel aber „Geheimakte Ufo“?
Autor André Marx schrieb die Buchvorlage und wollte den Titel im letzten Moment ändern, weil in der Geschichte gar keine echte „Akte“ vorkommt. Der Kosmos-Verlag zog mit und nannte das Buch „Geheimsache Ufo“. Aber bei Europa (dem Hörspiel-Label) war der Zug schon abgefahren – die Skripte waren gedruckt oder die Produktion schon zu weit fortgeschritten unter dem Arbeitstitel „Geheimakte Ufo“. Deshalb haben wir heute diesen kuriosen Titel-Split. Ein echtes Unikat in der Serien-Geschichte!


FAN-SERVICE-CHECK


Running Gag: Justus’ Diät wird mal wieder thematisiert (bzw. ignoriert), aber Peters Sportlichkeit wird schön kontrastiert.
  • Schrottplatz-Vibes: Die Zentrale ist nicht nur Lager, sondern wird aktiv belagert und „wanzenmäßig“ überwacht. Das stärkt das Gefühl, dass ihr Zuhause ihre Burg ist.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Geheimakte Ufo“ ist wie eine Tüte Brausepulver: Prickelnd, künstlich, aber macht verdammt viel Spaß. Wer eine logisch wasserdichte Krimi-Handlung sucht, ist hier falsch. Wer aber Bock auf 90er-Jahre-Verschwörungs-Vibes, unfreiwillig komische Bösewichte und einen Justus in Bestform hat, MUSS diese Folge hören. Sie ist Trash-Gold und gehört in jede gut sortierte Sammlung – allein schon wegen der Orangenpresse.

Euer Fan-Boy aus der Zentrale!

Wusstest du schon?

Dies ist eine der wenigen Folgen, die direkt als Hörspielskript von André Minninger geschrieben wurden, basierend auf Ideen von André Marx. Das Buch erschien später unter dem Titel 'Geheimsache Ufo'.
Justus' trockener Kommentar, der Kornkreis stamme von einer riesigen 'Orangenpresse', ist unter Fans legendär.
Das Thema Internet wird hier (1998) noch als etwas fast Exotisches erklärt ('Weltweites Computernetz').
Der Sprecher des 'Mann in Schwarz', Gottfried Kramer, ist auch bekannt als die Stimme von K.I.T.T. aus Knight Rider.
Cover
Bewertung
6
🍊 🍊 🍊 🍊 🍊 🍊 🍊 🍊 🍊 🍊
6 von 10 riesigen Orangenpressen
Das Rätsel
Die Grundidee spielt geschickt mit der UFO-Hysterie der 90er Jahre (Akte X lässt grüßen). Dass es sich um einen Schwindel handelt, ist für den erwachsenen Hörer zwar früh erahnbar, aber die Inszenierung mit Videobeweisen und Men in Black ist atmosphärisch dicht. Die Erklärung des Kornkreises als Abdruck eines Brunnen-Deckels ist herrlich banal und typisch für Justus' Entmystifizierung.
Plot & Logik
Der Plan der Täter ist fast schon comichaft überzogen: Warum ausgerechnet drei jugendliche Detektive in eine millionenschwere PR-Verschwörung hineinziehen? Das Risiko, aufzufliegen, war riesig. Dass Contreras alias der 'Man in Black' am Ende alles haarklein erklärt, ist der klassische Bösewicht-Monolog, aber für die Auflösung notwendig.
Kapitel
1 Feuer am Himmel 0:00 min
2 Das Orangental 9:02 min
3 Cosma 20:02 min
4 Die Männer in Schwarz 29:40 min
5 Ein geheimnisvolles Päckchen 37:28 min
6 Die Maske fällt 49:08 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus glänzt durch seine analytische Kälte. Sein Highlight ist die trockene Schlussfolgerung 'Eine Orangenpresse', als alle anderen an Aliens glauben. Er durchschaut das Spiel mit der Angst souverän.
P
Peter Shaw
Peter darf hier voll in seiner Rolle als Angsthase aufgehen, ohne zu nerven. Seine Panik vor den 'Men in Black' ist greifbar und treibt die Spannung voran. Er fungiert als emotionaler Gegenpol zu Justus.
B
Bob Andrews
Bob ist der Initiator des Falls durch seine Astronomie-Leidenschaft und liefert die Beweisfotos. Er bleibt besonnen und vermittelt gut zwischen Justus' Skepsis und Peters Panik.

Sprecher

Verwandte Folgen

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