Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt in Rocky Beach, wo Peter in der verwüsteten Hütte von Rubbish George auf das stumme Mädchen Leila trifft, die sich über einen Sprachcomputer verständigt. Peter wird niedergeschlagen, findet aber ein Fußballheft mit einem versteckten Brief eines Sir Leonard Dempsey an eine Catherine. Der Brief enthält Hinweise auf einen Grabschatz in Ägypten. Da Rubbish George (eigentlich George Cooper) verschwunden ist und Leila nach Ägypten zurückkehren muss, buchen die drei ??? ihre geplante London-Reise kurzerhand um und fliegen nach Kairo.

Dort angekommen, begeben sie sich auf eine klassische Schnitzeljagd. Mit Hilfe des gewitzten Taxifahrers Alaa Edine besuchen sie zunächst ein unbekanntes Grab bei den Pyramiden, wo sie auf einem Sarkophag Hinweise auf Tiere finden (Schlange, Käfer, Katze). Justus kombiniert richtig auf den Skarabäus. Dies führt sie ins Museum von Kairo zu Mister Abbas, wo Justus auf einem Skarabäus-Amulett eine Gravur der Mohammed-Ali-Moschee entdeckt. Sie werden dabei von einem mysteriösen Amerikaner namens Frank Dalbello verfolgt. An der Moschee finden sie ein Eulen-Symbol ('Siegel' für Catherine Sophie) und den arabischen Schriftzug für 'Königin'.

Justus entschlüsselt das finale Rätsel: Sie müssen einen Laden namens 'Königin' finden und dort den Satz 'Die Königin der Weisheit ist die Sphinx' sagen. Als sie den Laden im Basar finden, tappen sie in eine Falle. Peter und Leila werden von einer verschleierten Frau entführt. Bob und Justus verfolgen das Entführerfahrzeug dank eines Peilsenders in die 'Stadt der Toten'. Dort entdecken sie einen als antike Grabkammer getarnten Bunker. Durch einen Lüftungsschacht beobachten sie, wie Dalbello (der sich als Dick Vincent entpuppt) und Abbas die Kinder bedrohen. Es stellt sich heraus, dass die ganze Schatzlegende ein Betrug ist, um reiche Touristen auszunehmen. Justus und Bob setzen die Gangster mit einem Betäubungsspray außer Gefecht, und Alaa Edine holt die Polizei.

Zurück in Rocky Beach klärt sich alles auf: Rubbish George hatte den Einbruch und das Treffen inszeniert, damit die drei ??? Leila beschützen und ihr bei der Suche nach der Wahrheit helfen, da er wusste, dass sie nicht lockerlassen würde.

Review

Pharaonen, Pager und Plotholes – Warum Folge 129 völlig irre ist (und trotzdem Spaß macht)
Justus, Peter und Bob buchen mal eben nach Kairo um? Klar, warum nicht! In meinem neuen Review nehme ich 'SMS aus dem Grab' auseinander – inklusive Batman als Bösewicht und dem unlogischsten Rätsel aller Zeiten.

Hallo liebe Kollegen, Spezialisten und Freunde des gepflegten Kassetten-Recorders!

Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen (aber Vorsicht, heiß!), lehnt euch zurück und stellt eure Lauscher auf Empfang. Heute besprechen wir einen Fall, der so wild ist, dass selbst Skinny Norris vor Neid erblassen würde. Wir reden über Folge 129: SMS aus dem Grab. Oder wie ich sie gerne nenne: "Indiana Jonas und der letzte Flug nach Kairo".

ERSTER EINDRUCK


Leute, mal ganz ehrlich: Was haben die Autoren hier gefrühstückt? Ich liebe die drei ???, wirklich, mein Regal biegt sich unter den schwarzen Kassetten. Aber diese Folge verlangt uns Fans einiges ab. Wir starten gemütlich in Rocky Beach und ZACK – sind wir in Ägypten. Einfach so. Weil man Flugtickets ja bekanntlich wie Busfahrkarten umtauschen kann. Mein erster Gedanke war: "Okay, Ben Nevis (der Autor) will Action. Er will exotische Kulissen. Und Logik ist ihm dabei herzlich egal." Und wisst ihr was? Wenn man den inneren Logik-Wächter einmal geknebelt und in den Schrank gesperrt hat, macht das Ding sogar richtig Spaß! Es fühlt sich an wie ein Fiebertraum, in dem Justus plötzlich Arabisch versteht und Peter auf einem Kamel reitet. Skurril, schnell, aber irgendwie auch charmant trashig.

DIE STORY


Alles beginnt ganz harmlos in der Hütte von Rubbish George (ja, unser Lieblings-Stadtstreicher ist zurück!). Peter findet dort nicht George, sondern ein stummes Mädchen namens Leila, das über einen Sprachcomputer kommuniziert – Stephen Hawking lässt grüßen. George ist verschwunden, aber er hat Hinweise auf einen Schatz in Ägypten hinterlassen. Und weil unsere drei Detektive gerade zufällig Flugtickets nach London in der Tasche haben (wer kennt es nicht?), buchen sie die am Flughafen mal eben spontan auf Kairo um. Tante Mathilda würde im Dreieck springen, wenn sie wüsste, dass "Justus" und "Kairo" im selben Satz vorkommen, ohne dass "Bibliothek" dazwischen steht.

In Ägypten angekommen, entwickelt sich eine klassische Schnitzeljagd: Vom Grabmal über das Museum bis zur Moschee und in den Basar. Sie werden verfolgt, Peter kriegt (natürlich) eins auf die Mütze, und am Ende stellt sich heraus: Alles nur ein riesiger Fake für Touristen. Ein schöner Twist, der die ganze hanebüchene Schatz-Story wieder auf den Boden der Tatsachen holt.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser erster Detektiv ist in dieser Folge in absoluter Höchstform – oder im Wahn, je nachdem wie man es sieht. Seine Kombinationsgabe grenzt hier an Hellseherei. Der Moment, in dem er aus einem "S" und einer Eule den Namen "Sophie" herleitet, ist der wohl größte "Justus-Magic-Moment" der Geschichte. Ich meine, bitte? Eule -> Weisheit -> Sophia (Griechisch) -> Sophie? Wenn ich so in der Schule argumentiert hätte, wäre ich sitzengeblieben. Aber Justus nickt bedächtig und hat recht. Natürlich.

Peter Shaw: Ach, Peter. Unser Angsthase vom Dienst muss hier wirklich leiden. Er wird in Rocky Beach niedergeschlagen, in Kairo entführt, betäubt und muss auf einem schaukelnden Kamel reiten. Trotzdem: Peter zeigt Herz. Wie er sich um die stumme Leila kümmert, ist echtes "Zweiter Detektiv"-Gold. Er ist das emotionale Zentrum der Folge, auch wenn sein Magen bei dem Flugstress sicher Purzelbäume geschlagen hat.

Bob Andrews: Bob ist hier der heimliche Action-Star. Während Justus philosophiert und Peter panikt, kriecht Bob durch Lüftungsschächte und verfolgt Bösewichte zu Fuß. Er ist der pragmatische Anker, der verhindert, dass die ganze Geschichte komplett abhebt. Ein solider Auftritt für unseren Recherchen-Meister.

DIE GEGENSPIELER


Die Bösewichte Frank Dalbello (alias Dick Vincent) und Mister Abbas sind... nun ja, zweckmäßig. Sie erfüllen ihre Rolle als bedrohliche Verfolger, bleiben aber blass. Viel interessanter ist eigentlich die Enthüllung, dass sie keine mystischen Grabräuber sind, sondern profunde Betrüger, die reiche Touristen mit gefakten "antiken" Erlebnissen ausnehmen. Das ist fast schon gesellschaftskritisch! Der wahre "Gegenspieler" in dieser Folge ist aber eigentlich die Logik, gegen die unsere Helden tapfer ankämpfen.

BESTE MOMENTE


Der absolute MVP (Most Valuable Player) dieser Folge ist Alaa Edine. Der Taxifahrer ist zwar ein wandelndes Klischee ("Amerikaner immer schnell, schnell!"), aber so unfassbar sympathisch und witzig gesprochen, dass man ihn einfach lieben muss. Jede Szene mit ihm ist ein Highlight.

Ein weiterer Top-Moment: Die Auflösung im Bunker. Als die drei ??? checken, dass die "Kammer der Erkenntnis" eigentlich nur ein High-Tech-Showroom mit Lautsprechern und Nebelmaschinen ist, musste ich laut lachen. Das ist Scooby Doo auf höchstem Niveau!

SCHWACHSTELLEN


Okay, Butter bei die Fische. Der Titel "SMS aus dem Grab" ist eine Mogelpackung. Die SMS kommt erst ganz am Ende vor und spielt kaum eine Rolle. "Pager aus der Pyramide" wäre passender gewesen, klang aber wohl nicht cool genug für die Kids der 2000er.

Und dann dieses "Sophie"-Rätsel. Ich komme immer noch nicht drüber weg. Das ist so weit hergeholt, dass man dafür eigentlich Meilen sammeln müsste. Auch die Leichtigkeit, mit der drei Minderjährige ohne Einverständniserklärung der Eltern nach Nordafrika fliegen, ist... sagen wir mal "kreative Freiheit".

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird's nerdy, Freunde! Diese Folge stammt aus der Feder von Ben Nevis, und das merkt man sofort. Nevis ist bekannt für seine Action-Orientierung und dafür, dass er die Jungs gerne mal auf Reisen schickt (siehe auch Geister-Canyon oder Todesflug).

Interessant ist hier vor allem das Wiedersehen mit Rubbish George. Der alte Zausel ist ein echter Veteran in Rocky Beach! Wir kennen ihn schon aus Folge 48 (Die drei ??? und die Geheimakte Ufo) und Folge 117 (Der dreckige Deal). Dass er hier so eine zentrale Rolle spielt und wir sogar seine Backstory erfahren (er war mal Bankangestellter in Kairo?!), ist toller Fan-Service.

Die Folge reiht sich in die Kategorie der "Reise-Abenteuer" ein, ähnlich wie Toteninsel oder Geheimnis der Särge, erreicht aber nicht ganz deren epische Tiefe. Sie ist eher ein "Fast Food"-Abenteuer: Macht satt, schmeckt lecker, aber man sollte nicht zu genau auf die Zutatenliste schauen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier haben wir ein echtes Star-Aufgebot!

Kostja Ullmann als Alaa Edine: Ja, richtig gelesen! Der deutsche Filmstar (Sommersturm, Mein Blind Date mit dem Leben) gibt sich hier die Ehre. Er spricht den Taxifahrer mit so viel Verve und Witz, dass er allen die Show stiehlt. Ein absoluter Glücksgriff für die Besetzung.
Eberhard Haar als Frank Dalbello: Gänsehaut-Alarm! Eberhard Haar ist niemand Geringeres als die deutsche Stimme von BATMAN (in der legendären Zeichentrickserie). Wenn er spricht, erwartet man fast, dass er "Ich bin die Rache!" ins Mikrofon grollt. Seine tiefe, markante Stimme verleiht dem Bösewicht eine Autorität, die er im Skript vielleicht gar nicht hatte.
Simona Pahl als Leila: Sie hat es schwer, weil sie meistens über den Computer spricht, aber Simona Pahl ist eine vielbeschäftigte Sprecherin (z.B. als "Hanni" in den neueren Hanni & Nanni-Folgen oder bei den Teufelskickern).
Utz Richter als Rubbish George: Er war die perfekte Besetzung für schrullige Charaktere. Leider ist er mittlerweile verstorben, aber in dieser Rolle hat er sich ein kleines Denkmal gesetzt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien im März 2009. Das Buch von Ben Nevis kam schon 2006 raus. Witziges Detail: Im amerikanischen Markt (ja, es gab Versuche, neue Bücher auf Englisch zu veröffentlichen) hieß das Buch "The Pharaoh's Message". Viel treffender als der deutsche SMS-Titel!

Produktionstechnisch ist das Sound-Design in Kairo top. Der Straßenlärm, die Muezzin-Rufe – da kommt echtes Urlaubs-Feeling auf. Man merkt, dass Heikedine Körting und ihr Team Spaß daran hatten, mal aus der kalifornischen Sound-Konserve auszubrechen.


FAN-SERVICE-CHECK


Rubbish George: Sein Auftritt ist das größte Easter Egg für Langzeit-Fans.
Visitenkarte: Natürlich wird sie überreicht. Auch in der Wüste gilt: Werbung ist alles!
  • Dietrich: Peter muss natürlich wieder sein Dietrich-Set auspacken. Ein Klassiker.

FAZIT & EMPFEHLUNG


Ist "SMS aus dem Grab" ein Meisterwerk? Nein. Ist sie logisch? Um Himmels Willen, nein! Aber ist sie unterhaltsam? Absolut!

Diese Folge ist wie ein B-Movie, das man sich an einem verregneten Sonntag anschaut. Man schüttelt den Kopf, man lacht, und am Ende fühlt man sich gut unterhalten. Wer die "Reise-Folgen" mag und Justus mal im absoluten Kombinations-Overdrive erleben will, muss hier reinhören. Puristen, die nur die Klassiker mögen, sollten vielleicht lieber einen Bogen drum machen – oder es als Comedy-Folge betrachten.

Ich vergebe solide Punkte für den Unterhaltungsfaktor und einen Extra-Punkt für Kostja Ullmanns Taxifahrer-Performance.

Bleibt neugierig, Kollegen – und bucht eure Flüge immer flexibel!

Wusstest du schon?

Der Titel 'SMS aus dem Grab' ist etwas irreführend, da die SMS erst sehr spät und nur kurz eine Rolle spielt.
Kostja Ullmann spricht die Rolle des Taxifahrers Alaa Edine.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen die drei ??? den nordamerikanischen Kontinent verlassen (ähnlich wie in 'Toteninsel' oder 'Geheimnis der Särge').
Cover
Bewertung
6.5
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6,5 von 10 spontanen Flugumbuchungen
Das Rätsel
Eine klassische Schnitzeljagd im Indiana-Jones-Stil. Die Rätselkette (Grab -> Museum -> Moschee -> Laden) ist linear, aber unterhaltsam aufgebaut. Justus' Herleitung des Namens 'Sophie' aus einem 'S.' und einer Eule (Weisheit/Sophia) ist allerdings ein gewaltiger logischer Sprung, den man als Hörer kaum mitmachen kann. Die Idee mit der Sprach-Synthese des Lösungssatzes ist nett konstruiert.
Plot & Logik
Dass drei Teenager mal eben ihre Tickets von London nach Kairo umbuchen und ohne Elternbegleitung in Ägypten ermitteln, verlangt dem Hörer viel 'Suspension of Disbelief' ab. Die Auflösung, dass alles eine Touristenfalle ist, ist jedoch bodenständig und erklärt gut, warum das 'antike' Grab über moderne Technik verfügte. Etwas fragwürdig ist Georges Plan, Peter niederschlagen zu lassen, nur um die Detektive zu engagieren.
Kapitel
1 Verschwunden 0:00 min
2 Das Rätsel der Sphinx 4:04 min
3 Widerstand zwecklos 15:33 min
4 Kamele 18:39 min
5 In der Grabanlage 21:32 min
6 Handelseinig 25:51 min
7 Sonderbare Gravur 27:24 min
8 Verfolgt 35:29 min
9 Arabische Zeichen 39:40 min
10 Entführt 43:42 min
11 SMS aus dem Grab 46:33 min
12 Angriff 48:23 min
13 Die Königin der Weisheit 51:55 min
14 Verschleiert 59:14 min
15 Im Sendebereich 63:58 min
16 Betäubt 67:46 min
17 Letzte Fragen 75:01 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Ist in Hochform, was die Kombinationen angeht, auch wenn er manchmal fast hellseherische Fähigkeiten beweist (Sophie-Rätsel). Er übernimmt klar die Führung und trifft die riskante Entscheidung zur Umbuchung.
P
Peter Shaw
Der arme Kerl muss wieder einstecken: Er wird niedergeschlagen, entführt und betäubt. Zeigt aber viel Herz im Umgang mit Leila und überwindet seine Ängste.
B
Bob Andrews
Glänzt als Action-Part. Er bricht in den Lüftungsschacht ein, verfolgt den Lieferwagen zu Fuß am Flughafen und behält einen kühlen Kopf.

Sprecher

Verwandte Folgen

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