Zusammenfassung

Der Fall beginnt in der Zentrale, als Justus und Peter feststellen, dass ein Computervirus ihre Dateien zerstört hat. Auf dem Bildschirm erscheint die Drohung: „Das Chaos lässt grüßen. Fünf Millionen Dollar oder Sie werden samt Ihren Daten gelöscht.“ Justus kombiniert sofort, dass sie sich den Virus über eine Diskette von Norton Rome, einem Programmierer aus dem Computerclub, eingefangen haben müssen und die Erpressung eigentlich dessen Arbeitgeber gilt. Die drei ??? fahren zu Romes Wohnung, finden diese jedoch verwüstet vor und sehen einen Mann in einem roten Parka fliehen.

Die Spur führt zur „Reasoner Corporation“ (Oracle), wo Rome arbeitet. Dort treffen sie auf den nervösen Produzenten Silas Ek. Während des Gesprächs demonstriert der Virus seine Macht auf absurde Weise: „Die Monitore implodieren. [...] Wir müssen löschen, sonst gehen wir geröstet.“ Nach dem Löschen des Feuers dürfen sich die Detektive im Studio umsehen und treffen die Schauspieler Jan und Lys de Kerk. Justus ist sofort hin und weg von Lys. Kurz darauf entgehen sie nur knapp einem Anschlag, als eine Requisiten-Rakete über ihnen einstürzt.

Die Detektive stellen den Mann im roten Parka, Branson Barr, der sich jedoch als besorgter Kollege von Rome entpuppt. Gemeinsam legen sie sich nachts auf dem Firmengelände auf die Lauer. Tatsächlich taucht Norton Rome auf, um sein Lösegeld zu verstecken. Justus und Barr folgen ihm, werden aber von Rome überrascht und in einen geheimen Keller („Club Dead“) verschleppt. Rome plant, dort unten das Ende der Fahndung abzuwarten. Doch Justus blufft, er habe eine Spur gelegt. Tatsächlich finden Peter und Bob den Eingang dank eines roten Warnlichts. In der Konfrontation nutzt Peter eine List: „Um Himmels willen, Rome, über Ihnen die Decke. Sie bricht ein.“ Als Rome nach oben schaut, überwältigen sie ihn.

Am Ende feiern die drei ??? mit Kelly, Liz, Jan und Lys. Justus versucht erneut, Lys mit Faktenwissen zu beeindrucken: „Saturn besitzt eine so geringe Dichte, dass er, würde man ihn in eine Badewanne werfen, wie ein Stück Seife oben schwämme.“ Lys ist begeistert, und es deutet sich eine Romanze an, während Justus beschließt, seine Erdnussbutter-Sucht zugunsten eines Hundes aufzugeben.

Review

Liebe, Bytes und explodierende Monitore – Justus Jonas im Hormonrausch!
Ein Virus lässt Monitore implodieren und Justus Jonas entdeckt die Liebe. Warum Folge 56 der ultimative 90er-Jahre-Trash-Kult ist und was der Saturn mit Flirten zu tun hat.

Moin, liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Heute widmen wir uns einem absoluten Prachtstück aus der „Crimebusters“-Ära. Legt die Diskette ein, drückt auf „Turbo“ an eurem 386er und haltet den Feuerlöscher bereit. Wir besprechen Folge 56: Angriff der Computer-Viren.

Eine Folge, die so sehr nach 90er Jahre schreit, dass man beim Hören fast das Modem-Einwahlgeräusch im Ohr hat. Justus Jonas verliebt, Computer, die physisch explodieren, und Bösewichte in roten Parkas. Schnallt euch an, es wird... technisch fragwürdig, aber herrlich unterhaltsam!

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das, wenn ihr eine alte Folge einlegt und sofort denkt: „Hach, damals, als das Internet noch aus Holz war“? Genau dieses Gefühl gibt uns Folge 56. Es ist dieser wunderbare Mix aus naiver Technik-Faszination und völlig überzogener Action, der die Crimebusters-Fälle so einzigartig macht. Man spürt sofort: Hier geht es nicht um entlaufene Katzen, hier geht es um Daten. Und um Liebe. Aber dazu später mehr.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob wollen eigentlich nur zocken, aber – Fatal Disk Error! Ein Virus frisst sich durch den PC der Zentrale (ja, DER PC, Singular). Auf dem Bildschirm erscheint eine Erpresserbotschaft, die eigentlich an die Firma „Reasoner Corporation“ (aka Oracle Light & Magic) gerichtet ist. Die drei ??? wären nicht die drei ???, wenn sie nicht sofort den Urheber der verseuchten Diskette ausfindig machen würden: Norton Rome. Die Spur führt in ein Filmstudio für Spezialeffekte, wo das Chaos regiert. Monitore implodieren, Kulissen stürzen ein und Justus verliert sein Herz an die Schauspielerin Lys de Kerk. Am Ende landen alle in einem Kellerloch („Club Dead“) und müssen sich mit List und Tücke befreien.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Leute, unser Erster Detektiv ist verliebt! Und wie balzt ein Justus Jonas? Richtig, mit Faktenwissen aus dem Lexikon. Der Moment, in dem er Lys erklärt, dass der Saturn in einer Badewanne schwimmen würde, ist pures Gold. Es ist awkward, es ist nerdig, es ist 100% Justus. Außerdem sehen wir ihn hier im Kampf gegen seine Erdnussbutter-Sucht – ein Running Gag, der in dieser Ära wunderbar ausgespielt wird.

Peter Shaw: Unser Sport-Ass ist mal wieder für die körperliche Arbeit zuständig. Er klettert über Mauern, er verfolgt Verdächtige und – das muss man ihm lassen – er rettet am Ende den Tag mit dem ältesten Trick der Welt: „Guck mal da oben!“ (Funktioniert erstaunlicherweise fast immer).

Bob Andrews: Der arme Bob. In dieser Folge ist er ein bisschen das fünfte Rad am Wagen. Er darf fahren und recherchieren, aber gegen den hormon-gesteuerten Justus und den action-geladenen Peter verblasst er hier etwas. Aber hey, einer muss ja den kühlen Kopf bewahren, wenn Monitore explodieren.

DIE GEGENSPIELER


Norton Rome: Der Name ist Programm (danke, Peter Norton!). Douglas Welbat spricht diesen durchgeknallten Nerd mit einer solchen Hingabe, dass man fast Mitleid hat. Er ist kein Super-Schurke, sondern eher ein gekränktes Genie, das ein bisschen zu viel Revenge of the Nerds geschaut hat.

Silas Ek: Der Chef der Filmfirma. Hans Sievers leiht ihm seine Stimme, und allein deshalb hört man ihm gerne zu. Ein klassischer, nervöser Geschäftsmann, der mehr Angst um seine Millionen als um seine Mitarbeiter hat.

BESTE MOMENTE


1. Die Monitor-Implosion: Wir müssen darüber reden. Ein Virus sorgt dafür, dass Monitore Funken sprühen und implodieren. Physikalisch völliger Quatsch, aber akustisch ein Fest! „Wir werden geröstet!“ – Großartig.
2. Der Saturn-Fakt: Justus' Flirtversuch mit der Dichte des Saturns. Ich habe es als Kind geglaubt, ich habe es als Erwachsener gegoogelt, es stimmt immer noch. Bildungsauftrag erfüllt!
3. Der „Club Dead“: Das Versteck im Keller der Disco. Ein herrlich gruseliges Setting für den Showdown.

SCHWACHSTELLEN


Wir müssen ehrlich sein: Die Technik. Wer auch nur ein bisschen Ahnung von Computern hat, bekommt hier Schmerzen. Viren, die Hardware sprengen? Disketten, die sofort beim Einlegen alles vernichten? Das ist „CSI: Miami“-Niveau, lange bevor es CSI gab. Aber mal ehrlich: Stört uns das? Nein! Es macht den Charme aus. Etwas nervig ist vielleicht, wie schnell Justus vom rationalen Denker zum stotternden Romeo wird, aber wir gönnen es ihm ja.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist ein echter Meilenstein:
Lys de Kerk: Hier tritt Justus' erste richtige Freundin zum ersten Mal auf! Sie bleibt uns einige Folgen erhalten (z.B. in Doppelte Täuschung), bis sie später (leider) nach New York zieht. Sie ist das intellektuelle Gegenstück zu Justus – eine der wenigen, die ihm Paroli bieten kann.
Das Ende einer Ära: Angriff der Computer-Viren basiert auf dem Buch Fatal Error von G.H. Stone und ist der letzte Band der US-Reihe „Crimebusters“, der (im Wesentlichen) noch auf einer amerikanischen Vorlage basiert, bevor die deutschen Autoren das Ruder komplett übernahmen. Es markiert den Übergang von den US-Stories zu den „Eigenproduktionen“.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier fährt Europa schwere Geschütze auf:
Hans Sievers (Silas Ek): Eine Legende! Viele von euch kennen ihn sicher als die deutsche Stimme von Devon Miles aus Knight Rider. Wenn er spricht, erwartet man fast, dass K.I.T.T. um die Ecke biegt. Auch als Inspektor Columbo (in einigen Video-Synchros) war er zu hören.
Douglas Welbat (Norton Rome): Nicht nur die Stimme vom Krümelmonster (in neueren Jahren), sondern auch ein echtes Europa-Urgestein (z.B. Cookie in der Knickerbocker-Bande). Witziger Fact: Er ist im echten Leben mit Katja Brügger verheiratet, die in dieser Folge die grummelige Verwalterin spricht. Ein Ehepaar im Cast!
Stefan Brönneke (Jan de Kerk): Für alle Anime-Fans: Das ist die Stimme von Tsubasa Ozora aus den Die tollen Fußballstars (Captain Tsubasa). Dass er hier einen Schauspieler mimt, ist fast unterfordert für den Kapitän der Nankatsu-Mannschaft!
Kerstin Draeger (Lys): Die Stimme unserer Lys kennen TKKG-Fans natürlich als Saskia (die Freundin von Karl in der TV-Serie) oder aus diversen anderen Europa-Produktionen. Ihre Chemie mit Oliver Rohrbeck passt perfekt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch Fatal Error erschien in den USA 1990, das Hörspiel in Deutschland 1992. Interessant ist, dass die „Crimebusters“-Serie in den USA versuchte, die drei ??? moderner und älter zu machen (Auto fahren, Freundinnen, Action). Diese Folge ist das Paradebeispiel dafür. Während die Serie in den USA eingestellt wurde, war dies in Deutschland quasi der Startschuss für eine neue Blütezeit unter deutscher Flagge.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich übergeben.
Justus' Diät: Thema Nummer 1. Die Erdnussbutter-Bananen-Brote werden zelebriert.
Peters Angst: Check. Er will weg, er hat Angst, er macht es trotzdem.
Insider: Der Name „Norton Rome“ ist natürlich eine Anspielung auf Peter Norton, den Erfinder der Norton Utilities (und später Norton AntiVirus).

FAZIT & EMPFEHLUNG


Ist die Folge logisch? Nein. Ist sie realistisch? Um Himmels Willen, nein. Ist sie geil? JA! Angriff der Computer-Viren ist Popcorn-Kino für die Ohren. Wer die 90er liebt, wer Justus mal schwitzen sehen will (und zwar nicht wegen Sport) und wer trashige Action mag, der MUSS diese Folge hören. Sie ist vielleicht kein intellektuelles Meisterwerk wie Das Gespensterschloss, aber sie macht verdammt viel Spaß.

Ein Muss für jeden Fan, allein schon wegen des historischen ersten Auftritts von Lys!

Wusstest du schon?

Dies ist die letzte Folge, die auf einer US-Vorlage der 'Crimebusters'-Reihe basiert (Originaltitel: 'Fatal Error'), bevor deutsche Autoren die Serie übernahmen.
Lys de Kerk wird in den folgenden Episoden kurzzeitig zur festen Freundin von Justus Jonas.
Der Name 'Norton Rome' ist eine offensichtliche Anspielung auf Peter Norton (Norton Utilities/AntiVirus).
Die Sprecherin von Lys, Kerstin Draeger, ist auch bekannt als die Stimme von 'Saskia' in der TKKG-Folge 'Die weiße Schmuggler-Yacht'.
Cover
Bewertung
5.5
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5,5 von 10 implodierenden Röhrenmonitoren
Das Rätsel
Ein klassischer Erpressungsfall ohne großes 'Wer war es?', da der Täter Norton Rome früh feststeht. Der eigentliche Kniff liegt eher im Versteck des Täters (direkt am Tatort) und wie die drei ??? ihn dort aufspüren. Solide, aber keine Kopfnuss.
Plot & Logik
Hier muss man beide Augen zudrücken: Dass ein Computervirus physisch Monitore zum Implodieren bringt und Brände auslöst, ist herrlicher 90er-Jahre-Trash und technisch völliger Unsinn. Auch dass Rome sich ausgerechnet in der Firma versteckt, die er erpresst, ist riskant, aber zumindest im Kontext der Geschichte erklärt.
Kapitel
1 Das Chaos lässt grüßen 0:00 min
2 Ein Monster kommt selten allein 6:06 min
3 Keine Gnade für den Fleck 12:49 min
4 Raumschiff am Boden zerstört! 18:17 min
5 Stars zum Anfassen 24:20 min
6 Auf der Lauer 30:28 min
7 Nacht mit Fantasy 35:43 min
8 Wahnsinn hat Methode 41:41 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Er ist in Höchstform, was unfreiwillige Komik angeht: Er futtert Erdnussbutter-Bananen-Brote und versucht, Lys mit Lexikonwissen anzubaggern. Seine Schlussfolgerungen sind aber messerscharf.
P
Peter Shaw
Der Action-Part: Er klettert über Mauern, verfolgt Verdächtige und rettet die Situation am Ende mit einem simplen, aber effektiven Trick.
B
Bob Andrews
Leider etwas blass in dieser Folge, er fungiert eher als Stichwortgeber und Fahrer, darf aber beim Finale assistieren.

Sprecher

Verwandte Folgen

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