Zusammenfassung

Der Fall beginnt düster mit dem Tod von Dr. Birkenstein, einem Wissenschaftler des Spicer-Instituts, direkt vor Justus' Augen auf dem Schrottplatz. Wochen später reisen die drei ??? nach Citrus Grove, wo ein sensationeller Fund die Gemüter erhitzt: Ein prähistorisches Skelett, der 'Höhlenmensch'. Der geldgierige Landbesitzer Nat McGee will den Fund als Jahrmarktsattraktion vermarkten, während der Archäologe Dr. Brandon auf eine wissenschaftliche Untersuchung pocht.

Die Ereignisse überschlagen sich, als 'Zigeuner John', der Wächter des Skeletts, behauptet, der Tote sei lebendig geworden und davongelaufen. Justus findet am Tatort einen mysteriösen barfüßigen Abdruck mit einer Hammerzehe. Der Höhepunkt der Merkwürdigkeiten wird erreicht, als während einer öffentlichen Feier im Park plötzlich alle Anwesenden – inklusive der drei Detektive – das Bewusstsein verlieren. Justus kombiniert messerscharf: 'Jemand hat das Wasser der Anlage mit einer Chemikalie versetzt und die ganze Stadt schlafen geschickt.' Während alle schliefen, wurde das Skelett gestohlen.

Kurz darauf erhält McGee eine Lösegeldforderung über 10.000 Dollar. Die Spur führt zu Frank Diestefano, einem faulen Hilfsarbeiter, der mit Eleanor Hess, der Nichte McGees, unter einer Decke steckt. Als Justus Diestefano wegen seiner Taucherausrüstung (die ihn vor dem Gas schützte) überführt, sperrt dieser die Detektive in ein altes Gemäuer. Nach ihrer Befreiung stellt Justus jedoch fest, dass Diestefano nur ein kleiner Fisch ist. Das im Bahnhof gefundene Lösegeld-Skelett ist nämlich nicht der 'Höhlenmensch', sondern ein gestohlenes Skelett aus Brandons Labor.

Justus entlarvt schließlich den wahren Drahtzieher: Dr. Hoffer. Der unter ständiem Niesen leidende Wissenschaftler hatte die Skelette ausgetauscht, um Brandon zu blamieren und selbst den mit einer Million Dollar dotierten Forschungspreis zu gewinnen. Er war es, der als 'Höhlenmensch' verkleidet an Zigeuner John vorbeilief. Justus überführt ihn im Schwimmbad des Instituts anhand seines Fußes: 'Wir alle können sehen, dass Sie eine Hammerzehe haben, Dr. Hoffer.'

Review

Schnarch-Gas, Reime und ein Hammerzeh – Der Höhlenmensch unter der Lupe
Eine ganze Stadt fällt ins Koma, ein Skelett geht spazieren und der Bösewicht reimt schlimmer als Pumuckl. Warum Folge 35 der ultimative Trash-Klassiker ist!

Hallo, liebe Spezialgelagerte Sonderfall-Freunde!

Holt euch einen Kirschkuchen (aber bitte ohne Schlafmittel!), macht es euch im gemütlichen Sessel der Zentrale bequem und schnappt euch eure drei Fragezeichen – denn heute reisen wir zurück ins Jahr 1983. Wir widmen uns einem Fall, der so skurril ist, dass er eigentlich in die „Trash-Hall-of-Fame“ gehört, aber genau deshalb lieben wir ihn so abgöttisch. Es geht um Folge 35: „Die drei ??? und der Höhlenmensch“.

Wenn ihr dachtet, tanzende Teufel oder singende Schlangen wären seltsam, dann wartet ab, bis ihr einen reimenden Bösewicht und eine ganze Stadt im Koma erlebt. Schnallt euch an, Kollegen, wir fahren nach Citrus Grove!

ERSTER EINDRUCK


Schon beim Blick auf das Cover von Aiga Rasch weiß man: Hier wird’s düster. Ein Skelett, das durch einen Torbogen linst? Gekauft! Aber der akustische Einstieg ist für „Drei ???“-Verhältnisse ungewöhnlich brutal. Wir starten nicht mit einem gemütlichen Plausch auf dem Schrottplatz, sondern mit einem Todesfall. Dr. Birkenstein nippt ab – und das setzt den Ton für eine Folge, die ständig zwischen „ernsthaftem Wissenschaftskrimi“ und „völlig absurdem Comic-Abenteuer“ schwankt. Mein erster Gedanke beim Wiederhören: „Warum zur Hölle reimt dieser Typ ständig?“ und „Haben die gerade wirklich eine ganze Stadt vergast?“.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob verschlägt es in das verschlafene Nest Citrus Grove (klingt wie eine Limonadenmarke, ist aber ein Kaff in Kalifornien). Dort wurde ein prähistorisches Skelett gefunden – der titelgebende Höhlenmensch. Doch die Ruhe trügt: Dr. Birkenstein segnet das Zeitliche, und kurz darauf verschwindet der Knochenmann aus einer bewachten Höhle. Der Wächter, „Zigeuner John“, schwört Stein und Bein, das Skelett sei aufgestanden und weggelaufen. Ja, klar. Und mein Toaster kann fliegen.

Aber dann dreht die Folge richtig auf: Während eines Stadtfestes fallen plötzlich ALLE Bewohner in einen tiefen Schlaf. Eine Massenhypnose? Aliens? Nein, Justus Jonas riecht (wortwörtlich) den Braten. Während alle schnarchen, wird das echte Skelett gemopst. Es entspinnt sich ein wilder Ritt mit Erpresserbriefen, Taucherausrüstungen in Autos und einem Finale, das zeigt: Manchmal ist der Täter nicht der, den man erwartet, sondern der, der am lautesten niest.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist hier in absoluter Bestform. Oliver Rohrbeck darf den „Sherlock aus der Mülltonne“ voll ausleben. Sein Moment, als er kombiniert, dass die Sprinkleranlage für den Massenschlaf verantwortlich ist, ist purer Justus-Goldstandard. Er lässt sich weder von fliegenden Skeletten noch von reimenden Kleinganoven ins Bockshorn jagen. Besonders schön: Seine Arroganz gegenüber den „dummen“ Erwachsenen blitzt herrlich durch.

Peter Shaw: Ach, Peter. Unser Angsthase vom Dienst hat es hier schwer. Ein „lebendes Skelett“ ist genau das, was sein Nervenkostüm NICHT braucht. Jens Wawrczeck spielt die Panik wie immer oscarreif, aber er hat auch lichte Momente, wenn es um körperliche Action geht. Klassischer Peter-Satz (sinngemäß): „Ich geh da nicht rein! Okay, ich geh rein, aber ich beschwere mich dabei!“

Bob Andrews: Der Mann für Recherchen und Archiv wirkt hier fast ein bisschen unterfordert. Während Justus die großen Rätsel löst und Peter wegrennt, ist Bob der solide Anker. Andreas Fröhlich liefert wie immer ab, aber man merkt, dass M.V. Carey (die Autorin) hier ganz klar die „Justus-Show“ geschrieben hat.

DIE GEGENSPIELER


Leute, wir müssen reden. Über Frank Diestefano. Dieser Mann ist kein normaler Verbrecher, er ist eine wandelnde Gedichtsammlung aus der Hölle. „Schnipp, schnapp, Nase ab“ – wer bedroht so seine Opfer? Er ist so herrlich drüber, so nervig und gleichzeitig so ikonisch, dass man ihn einfach feiern muss. Er ist der „Joker“ für Arme, und ich liebe jede Sekunde davon.

Dann haben wir Nat McGee. Der klassische „Ich will Geld sehen“-Kapitalist, der das Skelett vermarkten will. Ein Unsympath vor dem Herrn, perfekt, um ihn zu hassen.

Und natürlich der wahre Mastermind: Dr. Hoffer. Ein Bösewicht, dessen Hauptmerkmal sein chronischer Schnupfen ist? Das gibt es nur bei den drei ???. Dass Justus ihn am Ende an seiner „Hammerzehe“ überführt (weil er barfuß im Skelettkostüm rumlief – logisch, wer macht das nicht?), ist der Gipfel der Skurrilität.

BESTE MOMENTE


1. Das große Schlafen: Die Szene, in der Justus realisiert, dass die ganze Stadt ausgeknockt wurde, hat fast schon postapokalyptische Züge. „Sie schlafen alle, Bob! Alle!“ – Gänsehaut und Trash zugleich.
2. Der Hammerzeh-Reveal: „Wir alle können sehen, dass Sie eine Hammerzehe haben, Dr. Hoffer!“ – Das ist Detektivarbeit auf Podologie-Niveau. Ein Satz für die Ewigkeit.
3. Diestefanos Reime: Jedes Mal, wenn er den Mund aufmacht, stirbt irgendwo ein Deutschlehrer. Aber es ist großartig.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan ist Hanebüchen hoch zehn. Jemand leitet Betäubungsgas in die öffentliche Wasserversorgung einer Sprinkleranlage? Physikalisch gesehen müsste man da Tonnen von Chemikalien reinkippen, damit das unter freiem Himmel wirkt. Und dann läuft der Bösewicht barfuß als Skelett verkleidet durch die Gegend, um Spuren zu legen? Warum zieht er keine Schuhe an? Richtig, damit Justus die Hammerzehe finden kann. Das ist „Reverse Engineering“ vom Feinsten. Aber hey, Logik wird überbewertet, wenn der Unterhaltungswert stimmt.

SERIEN-KONTEXT


Folge 35 stammt aus der goldenen Ära der 80er Jahre (1983). Sie markiert einen interessanten Punkt in der Serie: Wir bewegen uns weg von den ganz klassischen Grusel-Settings (Schloss, Gespenst) hin zu etwas „modernen“, fast schon James-Bond-artigen Plots mit Massenvernichtungswaffen (okay, Schlafmittel) und wissenschaftlichen Intrigen.

Interessant ist der Vergleich zu Folgen wie „Der tanzende Teufel“ (Folge 8) oder „Der zaubere Kreis“ (Folge 27), wo M.V. Carey ebenfalls gerne skurrile Charaktere und leicht übernatürlich wirkende Phänomene mischte, die sich dann als weltliche Tricks entpuppen. „Der Höhlenmensch“ wird oft als „Mittelfeld-Folge“ gehandelt, ist aber unter Hardcore-Fans wegen des absurden Plots ein Kult-Klassiker.

SPRECHER-SPOTLIGHT (Der Nerd-Teil!)


Hier fährt das Label Europa schwere Geschütze auf. Passt auf, jetzt wird’s meta:

Andreas von der Meden als Diestefano: Ja, ihr hört richtig! In vielen Quellen wird er gelistet (auch wenn manche Cover andere Namen nennen). Das ist UNSER Skinny Norris und unser Chauffeur Morton! Hier darf er mal so richtig den fiesen Möpp raushängen lassen, ohne Skinny zu sein. Seine Stimme ist so markant, man wartet förmlich darauf, dass er „Jonas, du dicker Walross!“ ruft.
Edgar Bessen als Zigeuner John: Ein absolutes Urgestein! Wir kennen ihn alle als den gutmütigen Kommissar Glockner von TKKG. Ihn hier als mysteriösen Wächter zu hören, ist wie ein Besuch von einem alten Onkel.
Günter König als Dr. Teresiano: Die Stimme von Larry Brent! Wenn dieser Mann spricht, erwartet man eigentlich Monster und Grusel, was perfekt zur Atmosphäre passt.
Franz-Josef Steffens: (Oft als Tankwart oder McGee gelistet, je nach Auflage). Er ist die deutsche Stimme von Schredder bei den Ninja Turtles und Devon Miles bei Knight Rider. Eine Stimme wie dunkle Schokolade mit Reißnägeln.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Hörspiel basiert auf dem Buch „The Mystery of the Wandering Caveman“ von M.V. Carey (1982). Ein spannendes Detail: Im Buch ist die Handlung oft noch wissenschaftlicher und detaillierter. M.V. Carey war bekannt dafür, dass sie sehr genau recherchierte, auch wenn die „Gas-im-Wasser“-Nummer physikalisch wackelig bleibt.

Die Musik in dieser Folge ist typisch für die frühe 80er-Jahre-Phase bei Europa: Eine Mischung aus Synthie-Klängen und den klassischen Orchester-Stücken, die wir so lieben. Die Atmosphäre in Citrus Grove wird akustisch wunderbar eingefangen – man spürt förmlich die hitzeflimmernde Luft Kaliforniens.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich übergeben.
Justus' Diät: Wird hier ignoriert, aber Peters Magen knurrt stellvertretend.
Schrottplatz: Der Start auf dem Gelände von Titus Jonas ist Balsam für die Fan-Seele, auch wenn er mit einem Toten endet.
Die Zentrale: Kommt vor, ist aber nicht der Hauptschauplatz. Wir sind „on the road“.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Die drei ??? und der Höhlenmensch“ ist wie ein B-Movie aus den 80ern: Völlig überzogen, logisch fragwürdig, aber verdammt unterhaltsam. Wer „Realismus“ sucht, ist hier falsch. Wer aber hören will, wie Justus Jonas anhand von Fußzehen Verbrechen aufklärt und wie Skinny Norris' Synchronsprecher Gedichte aufsagt, der MUSS diese Folge hören.

Sie ist perfekt für einen verregneten Sonntagnachmittag. Man muss nicht viel mitdenken, man kann sich einfach von der absurden Welle der Ereignisse treiben lassen. Für mich keine Top-10-Folge aller Zeiten, aber definitiv in der Top-10 der „Skurrilsten Fälle“.

Also: Zieht euch Schuhe an (wegen der Hammerzehen-Gefahr) und drückt auf Play!

Wusstest du schon?

Der Autor M.V. Carey schrieb auch die Vorlage, in der die Handlung noch komplexer ist.
Die Sprecherliste ist prominent besetzt: Franz-Josef Steffens (McGee) ist vielen als Professor Common aus der 'Dracula'-Hörspielreihe bekannt.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen ein Charakter (Dr. Birkenstein) direkt zu Beginn stirbt, was für die Serie eher untypisch düster ist.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 Hammerzehen
Das Rätsel
Eine herrlich komplexe Konstruktion! Dass hier zwei Verbrechen parallel laufen (Diestefanos Erpressung und Hoffers Intrige), ist für den Hörer eine echte Herausforderung. Die Sache mit dem 'Schlaf-Gas' in der Sprinkleranlage ist zwar physikalisch gewagt, aber ein genialer 'James Bond'-Moment für eine Jugendserie.
Plot & Logik
Die Grundidee ist clever, hat aber den typischen 'Scooby-Doo'-Charme: Warum Hoffer wirklich barfuß laufen musste, um einen Toten zu simulieren, bleibt etwas fragwürdig – Schuhe wären praktischer gewesen. Aber ohne diesen Fehler gäbe es den Beweis mit der Hammerzehe nicht. Diestefanos Plan mit der Taucherausrüstung im Auto ist herrlich dreist.
Gastfiguren
Ein Fest an skurrilen Typen! Frank Diestefano nervt und unterhält zugleich mit seinen Reimen ('Schnipp, schnapp, Nase ab'). Nat McGee ist das perfekte Abziehbild des gierigen Kapitalisten. Dr. Hoffer bleibt durch sein ständiges Niesen (ein geniales akustisches Merkmal!) im Gedächtnis.
Dialogqualität
Teils wunderbar trashig (Diestefanos Sprüche), teils sehr atmosphärisch. McGees Wutausbrüche bringen Dynamik rein. Zigeuner Johns Bericht über das 'Ding mit dem einen Auge' (die Taucherbrille) ist gruselig und im Nachhinein logisch erklärt.
Pacing
Sehr gut. Der Anfang mit dem Todesfall baut Stimmung auf, das Massen-Einschlafen ist ein spektakulärer Mittelteil, und das Finale mit der doppelten Auflösung hält die Spannung bis zur letzten Minute.
Kapitel
1 Der Unbekannte 0:00 min
2 Böses Blut! 5:12 min
3 Besuch bei einem Toten 12:28 min
4 Es tut sich was in Citrus Grove 18:49 min
5 Die Fußspur mit den vier Zehen 26:55 min
6 Noch ein Diebstahl 33:27 min
7 Fragen über Fragen 41:03 min
8 Tatmotiv: eine Million Dollar 46:55 min

Im Detail

J
Justus Jonas
In Hochform. Er durchschaut nicht nur das Narkosegas-Rätsel ('Die Beregnungsanlage!'), sondern bemerkt auch die fehlenden Kalenderblätter und kombiniert am Ende brillant die zwei unabhängigen Taten.
P
Peter Shaw
Der klassische Peter: Er hat Hunger ('Mir knurrt schon der Magen'), ist skeptisch gegenüber dem Übernatürlichen und will den Wald lieber nicht betreten. Solide.
B
Bob Andrews
Übernimmt den Recherche-Part über Dr. Birkenstein und Childers, bleibt aber in der Action etwas blasser als Justus.

Fazit

Ein absoluter Klassiker der Ära! Die Folge bietet alles: Grusel (wandelndes Skelett), Action (Massenbetäubung) und klassische Detektivarbeit (Fußabdruck). Besonders für Fans geeignet, die komplexe Auflösungen lieben, bei denen nicht alles so ist, wie es scheint.

Sprecher

Verwandte Folgen

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