Um 3:47 Uhr nachts muss ein Mann den Vergeltungsschlag auslösen. Elf Millionen Menschen, vier Städte und in einer von ihnen schläft sein Sohn.
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Über diese Episode
Um 3:47 Uhr nachts leuchten vier rote Punkte auf dem Bildschirm. Geschätzte Einschlagzeit: 22 Minuten. Eine digitale Uhr beginnt, rückwärts zu zählen. Oberstleutnant Martin Kessler hat zwölf Minuten Zeit, den Vergeltungsschlag auszulösen.
Zweihundert Meter unter der Erde, in der Kommandozentrale Schacht 9, sitzt Martin allein vor dem hufeisenförmigen Schaltpult. Das Frühwarnsystem zeigt vier ballistische Raketen im Anflug auf Mitteleuropa. Das Protokoll ist eindeutig: acht Gegenraketen, vier Städte, elf Millionen geschätzte Opfer. Seine Vorgesetzte Oberst Renate Scholz bestätigt per Funk: Stufe Rot, der Befehl wird erteilt.
Doch Martin zögert. Aus 28 Jahren Erfahrung kennt er Fehlalarme. Warum vier Raketen statt hundert? Warum nachts, wenn die Befehlsketten am dünnsten besetzt sind? Als er die Signalquelle analysiert, entdeckt er die Wahrheit: Es ist ein autorisierter Stresstest des Systems. Doch Renates Antwort lässt ihn nicht los: 'Auch wenn es ein Test ist, das Protokoll gilt. Wenn Sie jetzt nicht schießen, werden Sie beim nächsten Mal auch zögern.'
Dann liest Martin die Zielkoordinaten ab. Und erkennt die Stadt, in der sein Sohn lebt.
Ein deutsches Kurzhörspiel über Gehorsam, Gewissen und die Frage, ob ein System funktionieren kann, das auf blindem Vertrauen basiert. Dauer: ca. 22 Minuten.
Mit: Erzähler, Martin (Oberstleutnant Martin Kessler, Dienststellenleiter Kommandozentrale Schacht 9), Renate (Oberst Renate Scholz, vorgesetzte Befehlshaberin)
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