Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt auf dem Schrottplatz von Titus Jonas, als der berühmte Rockstar Lenny The Rock seinen alten Freund Titus besucht. Er übergibt ihm ein Päckchen mit Noten und Texten zur Aufbewahrung und lädt die gesamte Familie Jonas inklusive der drei Detektive zu seiner Geburtstagsparty auf sein Anwesen 'Moonlight Star' ein. Lenny deutet an, dass er eine besondere Überraschung plant. Auf der Party am nächsten Abend führt Lenny während seines Konzerts einen Zaubertrick vor: Er versinkt im Bühnenboden, um eigentlich an einem Brunnen wieder aufzutauchen. Doch Lenny bleibt verschwunden. Seine Frau Sue ist besorgt, und die Detektive finden Hinweise auf Fremdeinwirkung: Lennys Auto war bereits am Vortag manipuliert worden, ein Gast (Tim Durnell) wurde niedergeschlagen, und ein unbekannter Mann hat sich als Kellner eingeschlichen.

Justus, Peter und Bob ermitteln im Haus. Sie finden einen Abschiedsbrief auf Lennys Computer, dessen Unterschrift jedoch gefälscht wirkt. Als sie das Tonstudio im Keller untersuchen, werden sie von zwei maskierten Männern, die beide wie Lenny aussehen, eingesperrt. Peter gelingt es schließlich, das Schloss zu knacken. Zurück in der Zentrale bemerkt Justus, dass bei einem Einbruch der Text des 'La-La-Songs' aus Lennys Päckchen gestohlen wurde – zum Glück hatte Justus ihn vorher fotografiert. Er analysiert den Text, der ursprünglich von dem verurteilten Bankräuber Frank Wheeler stammt. Justus knackt den Code: Die Zahlen auf dem Rechnungszettel, auf dem der Text steht, verweisen auf Wörter im Lied. Die Botschaft lautet: 'Das Gold findest du im Traubenglück'.

Dies führt die Detektive zur Höhle 'Traubenglück'. Dort finden sie den entführten Lenny und Peter (der zwischenzeitlich einer Spur nachgegangen war und geschnappt wurde). Die Täter sind Keith, der Drummer der Band, und Anthony Wheeler, der Bruder des Bankräubers (der sich als falscher Kellner auf die Party geschlichen hatte). Es stellt sich heraus, dass Lenny eigentlich nur dem mysteriösen Hintermann des Goldraubs, einem gewissen Clayton, eine Falle stellen wollte, indem er den Songtext änderte. Doch Keith und Anthony kamen ihm zuvor, weil sie das Gold selbst wollten. Die Polizei unter Inspektor Cotta nimmt die Verbrecher fest, während der Hintermann Clayton leider entkommt.

Review

Elvis lebt... auf dem Schrottplatz! 🎸 Ein rockiges Debüt für den neuen Titus
Ein verschwundener Rockstar, ein goldener Songtext und eine historische Premiere auf dem Schrottplatz. Warum Peter Kirchberger dieser Folge die Krone aufsetzt und wie sich der 'neue' Onkel Titus schlägt, erfahrt ihr im Review!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Schrottplatz-Kults!

Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber Vorsicht, Tante Mathilda guckt!), denn heute besprechen wir einen Fall, der rockiger ist als Peters Frisur nach einer Flucht im Cabrio. Wir knöpfen uns Folge 183 vor: „und der letzte Song“.

ERSTER EINDRUCK


Leute, ich sag’s euch direkt: Diese Folge beginnt mit einem Paukenschlag – oder besser gesagt, mit einem Stimmbruch. Wir hören zum ersten Mal Rüdiger Schulzki als Onkel Titus. Ja, ich weiß, wir vermissen Andreas Beurmann alle schmerzlich (Ruhe in Frieden, Legende!), aber der erste Eindruck ist: Schulzki macht das gut. Anders, bäriger, aber herzlich. Und dann: Lenny The Rock. Wenn dieser Mann den Mund aufmacht, erwartet man fast, dass er „Love Me Tender“ ins Mikro haucht. Die Atmosphäre schreit förmlich nach „Showbiz trifft Schrottplatz“, und das ist eine Mischung, die ich mir gefallen lasse.

DIE STORY


Kurz und knackig: Der alternde Superstar Lenny The Rock (denkt an eine Mischung aus Elvis und Keith Richards, der zu viel Kamillentee trinkt) lädt zur Mega-Sause auf sein Anwesen „Moonlight Star“. Justus, Peter und Bob sind natürlich VIP-Gäste, weil Onkel Titus dicke mit dem Star ist. Der Plan: Lenny will während der Show spektakulär verschwinden und wieder auftauchen. Die Realität: Er verschwindet spektakulär... und bleibt weg. Was folgt, ist eine Schnitzeljagd durch Songtexte, ein maskierter Doppelgänger-Angriff und eine Verschwörung, bei der es um verdammt viel Gold geht. Klassischer „Whodunit“ im Showgeschäft, gewürzt mit einer Prise Ben-Nevis-Action.

UNSERE HELDEN


Justus „The Brain“ Jonas: Unser Erster Detektiv ist hier voll in seinem Element. Während andere noch zur Musik wippen, analysiert Justus schon Songtexte auf mathematische Anomalien. Sein Highlight: Wie er den Code des „La-La-Songs“ knackt. Sein „Meine Güte, wie einfach das ist!“-Moment ist so typisch Justus, dass man ihm gleichzeitig auf die Schulter klopfen und ihm den Kirschkuchen wegnehmen möchte.

Peter „Der Dietrich“ Shaw: Ach, Peter. Unser Held. Er darf mal wieder leiden. Er wird gefesselt, geknebelt und in einer Höhle geparkt. Aber: Er knackt Schlösser wie ein Weltmeister und darf sogar eine Solo-Ermittlung in Malibu starten (auch wenn die nicht so glamourös endet). Peter ist hier der Mann fürs Grobe und fürs Leiden – Business as usual also.

Bob „Archiv“ Andrews: Der Mann mit den Kontaktlinsen glänzt hier besonders. Seine Audio-Analyse des Konzerts ist der Schlüsselmoment, um die Verräter zu entlarven. Bob beweist mal wieder, dass er der unterschätzteste der drei ist. Ohne seine Ohren säßen die Jungs wahrscheinlich immer noch ratlos auf der Party.

DIE GEGENSPIELER


Die Bösewichte sind... okay. Keith (der Drummer) und Anthony Wheeler (der Bruder des Bankräubers) sind klassische Handlanger-Typen. Sie wirken nicht super bedrohlich, eher wie Ganoven, die zu viel „Ocean’s Eleven“ geguckt haben, aber das Budget nicht hatten. Der eigentliche „Mastermind“, Clayton, bleibt leider ein Phantom – dazu später mehr. Sie erfüllen ihren Zweck, bleiben aber blass gegen den schillernden Lenny.

BESTE MOMENTE


1. Die Code-Knacker-Szene: Wenn Justus die Zahlen auf der Rechnung mit den Worten im Songtext abgleicht. Das ist klassisches Detektiv-Handwerk, wie wir es lieben. Kein Google, keine Datenbank, nur Hirnschmalz.
2. Lennys Auftritt: Jedes Wort von ihm ist pures Gold. „Hey, Titus, altes Haus!“ – man spürt die Rockstar-Attitüde in jeder Silbe.
3. Der neue Titus: Der Moment, als Titus zum ersten Mal spricht. Ein historischer Moment für die Serie, den man mit einem lachenden und einem weinenden Auge hört.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plot hat Löcher, durch die ein ganzer Tourbus passen würde. Lenny plant seine eigene Entführung, um Clayton eine Falle zu stellen. GLEICHZEITIG planen seine Bandkollegen eine ECHTE Entführung, weil sie das Gold wollen. Das ist ein Zufall von astronomischen Ausmaßen. „Oh, du wolltest dich heute selbst entführen? Wie praktisch, wir haben da auch was vorbereitet!“ Das ist schon sehr konstruiert. Und dass der Oberbösewicht Clayton am Ende einfach entkommt? Unbefriedigend, Herr Nevis, sehr unbefriedigend!

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird’s nerdig, Freunde! Diese Folge markiert, wie erwähnt, eine Zäsur durch den Sprecherwechsel bei Onkel Titus. Aber es gibt noch mehr:
Verbindungen: Im Buch (und leicht angedeutet im Hörspiel) treffen wir auf Ernesto Lara von „Galactic Sound“. Den kennen aufmerksame Hörer noch aus Folge 99 „Musikpiraten“. Ein nettes kleines Easter Egg!
Autor: Ben Nevis ist bekannt für actionreichere Storys (siehe „Todesflug“ oder „Feuerturm“). Hier hält er sich mit Explosionen zurück, liefert aber das für ihn typische offene Ende (Clayton entkommt). Das Schema „Action-Thriller im Jugendbuch-Gewand“ ist klar erkennbar.
Einordnung: Die Folge wird oft als solide, aber nicht überragend eingestuft. Sie leidet etwas unter dem „Ben-Nevis-Syndrom“ (zu viele Zufälle), punktet aber massiv durch die Atmosphäre.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier müssen wir den Hut ziehen:
Lenny The Rock: Gesprochen von Peter Kirchberger. Und warum klingt der so verdammt cool? Weil Kirchberger die deutsche Synchronstimme von Elvis Presley (in diversen Filmen) ist! Mehr Rock ’n’ Roll geht nicht. Außerdem kennen wir ihn alle als König Julius aus „Hui Buh“ oder als Stimme in den Klassikern wie „Der grüne Geist“ (dort sprach er Harold Carlson).
Onkel Titus: Rüdiger Schulzki (verstorben 2022) übernimmt hier die schwere Erbe von Andreas Beurmann. Er macht Titus etwas polternder, aber sehr liebenswert. Ein würdiger Nachfolger, der der Rolle seinen eigenen Stempel aufdrückte.
Erzähler: Thomas Fritsch ist hier noch als Erzähler dabei – genießt es, solange ihr die alten Folgen hört!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Ein cooles Detail zur Entstehung: Die Hintergrundgeräusche der Partygäste sind ECHT! Europa hat Aufnahmen von einer Record Release Party (am 08. Mai 2016 in Hasselburg) verwendet. Wenn ihr also im Hintergrund jemanden husten oder lachen hört – das könnte ein Fan wie du und ich sein! Das Buch erschien 2015, das Hörspiel folgte im September 2016. Die Geschichte basiert auf einer Idee von Ben Nevis, der wie immer versucht, moderne Technik (Verschlüsselung, Tonstudios) mit klassischem Rätselraten zu verbinden.


FAN-SERVICE-CHECK


Schrottplatz-Liebe: Die Folge startet auf dem Schrottplatz, was immer Bonuspunkte gibt.
Kirschkuchen: Tante Mathilda ist in Hochform.
  • Die Zentrale: Wir verbringen Zeit in der Zentrale und im Wohnhaus. Das „Heimatgefühl“ ist stark in dieser Folge.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Und der letzte Song“ ist wie ein gutes Rock-Album aus den 80ern: Nicht jeder Track ist ein Hit, aber die Stimmung passt einfach. Der Wechsel von Titus' Stimme ist historisch relevant, und Peter Kirchberger als Lenny ist ein absolutes Highlight, das allein schon das Hören wert ist. Das Rätsel ist fair und macht Spaß, auch wenn die Story-Konstruktion etwas wackelt.

Geeignet für: Fans von Musik-Folgen („Musikpiraten“, „Die Rache der Samurai“), Elvis-Liebhaber und alle, die Justus gerne beim Mathe-Angeben zuhören.

Nicht geeignet für: Logik-Puristen, die bei Zufällen Ausschlag bekommen.

Wusstest du schon?

Dies ist die erste Folge, in der Onkel Titus von Rüdiger Schulzki gesprochen wird, nachdem der ursprüngliche Sprecher Andreas Beurmann verstorben war.
Lenny-Sprecher Peter Kirchberger ist bekannt als die deutsche Synchronstimme von Elvis Presley (in diversen Filmen/Dokus), was perfekt zur Rolle des alternden Rockstars passt.
Der 'La-La-Song' enthält eine echte Verschlüsselung, die Justus im Hörspiel Schritt für Schritt dekodiert.
Cover
Bewertung
7
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7 von 10 Elvis-Tollen
Das Rätsel
Das Kernrätsel um den 'La-La-Song' ist klassisch und befriedigend. Die Idee, dass Zahlen auf einer Rechnung für Zeilen und Wörter stehen, ist fair und für den Hörer logisch nachvollziehbar. Auch der Twist mit den zwei verschiedenen Textversionen (Lennys Falle vs. das Original) ist clever konstruiert.
Plot & Logik
Lenny als exzentrischer Rockstar darf sich unlogisch verhalten, aber sein Plan, sein eigenes Verschwinden zu inszenieren, um einen Verbrecher (Clayton) zu fangen, ist schon sehr riskant und etwas überkonstruiert. Dass ausgerechnet im selben Moment seine Bandkollegen eine echte Entführung durchziehen, ist ein großer Zufall, sorgt aber für die nötige Verwirrung.
Kapitel
1 Einladung zur großen Party 0:00 min
2 Ein schwieriger Gast 8:50 min
3 The Disappearing of a Hobbit 17:17 min
4 Aus fünf mach sechs 27:17 min
5 Videostar 34:40 min
6 Schalldicht verpackt 39:02 min
7 The La-La-Song 46:59 min
8 Achtung, Steinschlag! 62:53 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus ist in Hochform. Er durchschaut die Täuschung mit dem Abschiedsbrief sofort und hat seinen großen Moment, als er den Code des Songs knackt: 'Meine Güte, wie einfach das ist. Du wirst staunen, wie einfach das ist.'
P
Peter Shaw
Peter ist sehr aktiv. Er knackt Schlösser (wenn auch mühsam), wird auf Solo-Mission geschickt ('...fährst du schön zum Surfen nach Malibu') und landet schließlich gefesselt in der Höhle. Er trägt viel zur Handlung bei.
B
Bob Andrews
Bob glänzt durch seine Recherche und vor allem durch die Audio-Analyse des Konzerts, bei der er entdeckt, dass der Drummer Keith das Signal für den Bühnenlift gab. Ein starker Moment für den Archivaren.

Sprecher

Verwandte Folgen

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