Zusammenfassung

Die drei Detektive reisen ins eisige Dawson City, Alaska, um die Fernsehjournalistin Carol Ford bei einer Reportage über das 'Nordic Wilderness Race' zu unterstützen. Kaum angekommen, werden sie Zeugen eines Brandanschlags auf den Anhänger der Musherin Frances Dunstel. Frances berichtet, dass ihr Team bereits durch vergiftete Kekse außer Gefecht gesetzt wurde. Während die Jungen die anderen Teilnehmer – den Favoriten Baxter Northworthy, die ehrgeizige Candice Duskin und den nervösen Jared Fox – kennenlernen, erfahren sie von einem spektakulären Einbruch im örtlichen Museum: Ein historischer Goldklumpen und ein Rucksack von Jack London wurden gestohlen. Bestohlen wurde unter anderem der arrogante Sponsor Mr. Woodland.

Das Rennen startet und die Detektive begleiten den Tross auf Schneemobilen. Die Stimmung ist angespannt. Justus bemerkt, dass Baxter Northworthy extrem stark nach dem Billigparfum 'Arktische Brise' riecht. Als Candice Duskin nachts niedergeschlagen wird, behauptet sie, nichts gerochen zu haben – für Justus ein Beweis, dass Northworthy nicht der Täter war, da sein Geruch unverkennbar ist. Justus kombiniert weiter: Der Angriff galt gar nicht Candice, sondern war eine Verwechslung der Schlitten. Er vermutet, dass Candice selbst die Saboteurin ist und bei dem Versuch, Northworthys Schlitten zu manipulieren, versehentlich an den fast identischen Schlitten von Jared Fox geriet – und von diesem niedergeschlagen wurde.

Um Candice zu überführen, stellen die drei ??? ihr eine Falle mit einer präparierten Thermoskanne. Während Bob die Falle überwacht und dabei auf den vermeintlichen Fotografen Julian Carpenter trifft (der sich als Versicherungsdetektiv George Bennett entpuppt), verfolgen Justus und Peter den flüchtigen Jared Fox. Sie stellen fest, dass Fox das gestohlene Gold im Jack-London-Rucksack transportiert. Die Spur führt zu einer abgelegenen Hütte, wo sich überraschend Mr. Woodland als Drahtzieher des Diebstahls zu erkennen gibt. Er hat den Raub aus purer Abenteuerlust inszeniert. Woodland nimmt Justus und Peter gefangen, doch Bob und Bennett können sie in letzter Sekunde befreien. Zurück im Lager wird Candice durch die Farbflecken an ihren Händen als Saboteurin entlarvt und Woodland der Polizei übergeben.

Review

Eiszeit bei den drei ??? – Wenn Gandalf und Voldemort in Alaska Urlaub machen
Justus, Peter und Bob tauschen den Schrottplatz gegen Hundeschlitten. Warum Folge 142 ein verstecktes Juwel ist und welcher Hollywood-Bösewicht hier sein Unwesen treibt, lest ihr im Review!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

zieht euch warm an, holt die Thermoskanne mit Kakao raus und kuschelt euch in eure Decken. Heute verlassen wir das sonnige Kalifornien und begeben uns in Gefilde, in denen selbst Peter Shaws Bibbern hörbar wird. Wir besprechen Folge 142: Tödliches Eis. Eine Folge, die beweist, dass Verbrechen keine Temperaturuntergrenze kennen.

ERSTER EINDRUCK


Brrrr! Schon beim ersten Track friert man mit. Statt Meeresrauschen und Schrottplatz-Atmosphäre gibt es heulenden Wind, knirschenden Schnee und bellende Hunde. Man fühlt sich sofort an Klassiker wie „Der Pistenteufel“ erinnert, nur dass wir diesmal nicht in den Bergen von Kalifornien sind, sondern im tiefsten Alaska. Der erste Eindruck? Atmosphärisch dicht! Man spürt förmlich, wie die Kälte aus den Boxen kriecht. Es wirkt weniger wie ein klassischer Fall und mehr wie ein Abenteuer-Thriller à la Jack London. Ein Roadmovie auf Kufen – das verspricht Abwechslung vom Rocky-Beach-Alltag.

DIE STORY


Kurz und schmerzlos (wie ein Sturz ins Eiswasser): Die drei ??? sind als Assistenten für eine TV-Produktion beim „Nordic Wilderness Race“ in Alaska dabei. Das ist so was wie die Tour de France, nur mit Hunden, Schlitten und deutlich mehr Erfrierungen. Kaum angekommen, brennt auch schon der erste Wohnwagen. Jemand sabotiert die Teilnehmer. Gleichzeitig wird im örtlichen Museum ein wertvoller Goldklumpen und ein Rucksack von Jack London geklaut. Die große Preisfrage: Hängen die Sabotage und der Diebstahl zusammen? Oder haben wir es hier mit dem klassischen „Zwei-Verbrechen-ein-Schlitten“-Phänomen zu tun? Justus kombiniert, Peter friert, und Bob... nun ja, Bob macht Dinge, die Bob eben tut (dazu gleich mehr).

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist mal wieder in Hochform. Während andere vor Kälte das Denken einstellen, läuft sein Gehirn auf Hochtouren. Sein Highlight ist definitiv der Moment, in dem er einen Täter nur anhand seines Parfums überführt. Justus „Die Nase“ Jonas. Er beweist mal wieder, dass er keine Lupe braucht, wenn er einen gut funktionierenden Riechkolben hat. Allerdings muss man sagen: Seine körperliche Fitness auf dem Schneemobil ist überraschend solide – da hat wohl jemand heimlich auf dem Sportplatz trainiert?

Peter Shaw: Ach, Peter. Unser Held. Wenn es irgendwo kalt, dunkel und gefährlich ist, ist Peter in seinem Element – also im Panik-Element. In dieser Folge darf er ausgiebig leiden. Seine Angst vor Wölfen und dem Erfrieren ist fast schon ein Running Gag. Aber: Wenn es drauf ankommt, jagt er auf dem Schneemobil durch die Wildnis wie ein junger Gott. Er ist und bleibt der beste Fahrer des Teams, egal ob auf Rädern oder Kufen.

Bob Andrews: Der Mann für Recherchen und Archiv beweist hier, dass er auch „Action“ kann. Er hat einen starken Solo-Part, in dem er sich mit einem Versicherungsdetektiv verbündet. Bob ist in dieser Folge weniger der Bibliothekar und mehr der Undercover-Agent. Er rettet am Ende den Tag (und seine Kollegen). Ein starker Auftritt für den dritten Detektiv!

DIE GEGENSPIELER


Hier müssen wir kurz innehalten und applaudieren. Die Antagonisten sind nicht irgendwelche 08/15-Verbrecher, sondern stimmlich das absolut oberste Regal (siehe Sprecher-Spotlight).

Mr. Woodland: Ein gelangweilter Millionär, der Verbrechen begeht, weil er den „Kick“ sucht. Das ist zwar ein Motiv, das wir schon mal gehört haben, aber die Arroganz, mit der er das rüberbringt, ist herrlich. Ein Bösewicht, den man liebend gerne hasst.

Die Musher: Baxter Northworthy (der Typ mit dem Parfum) und Candice Duskin sind wunderbar unsympathisch. Eitel, egoistisch, rücksichtslos. Genau so stellt man sich Leute vor, die Hunde durch die Eiswüste jagen, um Ruhm zu ernten.

BESTE MOMENTE


1. Der Parfum-Trick: Justus deduziert messerscharf: „Sie haben nichts gerochen? Unmöglich!“ Da Baxter Northworthy in Parfum gebadet zu haben scheint (Marke „Arktische Brise“ oder so ähnlich), entlarvt Justus die Lüge von Candice sofort. Ein klassischer Sherlock-Holmes-Moment.
2. Die Falle: Die Szene, in der sie die präparierte Thermoskanne als Köder nutzen, ist spannend inszeniert. Endlich mal wieder eine physische Falle und nicht nur ein Peilsender!
3. Das Finale in der Hütte: Als Woodland seine Maske fallen lässt und erklärt, dass er das alles nur aus Langeweile macht. Die Kälte der Umgebung passt perfekt zur Kälte seines Charakters.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Zufall ist hier der vierte Detektiv. Dass ausgerechnet die Saboteurin (Candice) und der Dieb (Jared Fox/Woodland) sich am selben Schlitten in die Quere kommen und die Schlitten vertauschen, ist schon... naja, sagen wir mal „sehr konstruiert“. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei völlig unabhängige Verbrechen auf einem einsamen Trail in Alaska exakt zur gleichen Sekunde am gleichen Ort kollidieren, ist geringer als die Chance, dass Justus eine Diät durchhält. Aber gut, wir sind hier bei den drei ???, da drücken wir ein Hühnerauge zu.

SERIEN-KONTEXT


„Tödliches Eis“ reiht sich in die Tradition der „Reise-Folgen“ ein. Ähnlich wie bei „Toteninsel“, „Geheimnis der Särge“ oder den Fußball-Specials verlassen die Jungs ihre Komfortzone. Es ist eine der wenigen wirklichen Winter-Folgen (neben „Der Pistenteufel“ und Teilen von „Bergmonster“).

Interessant ist auch die Platzierung: Folge 142 erschien in einer Phase, in der die Serie wieder sehr stabil war (nach der DiE-DR3i-Ära). Sie gilt unter Fans oft als „Hidden Gem“ – wird selten als absolute Lieblingsfolge genannt, aber fast immer positiv bewertet wegen der dichten Atmosphäre.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Leute, haltet euch fest. Der Cast dieser Folge ist pures Gold!

Jürgen Thormann (Mr. Woodland): Eine lebende Legende! Er spricht den Bösewicht mit einer Süffisanz, die ihresgleichen sucht. Wir kennen ihn als die deutsche Stimme von Michael Caine und Ian McKellen (Gandalf!). Im drei ???-Kosmos ist er kein Unbekannter: Er war schon im allerersten Fall „Der Super-Papagei“ (als Mr. Fetrara - Korrektur: Fetrara war Horst Frank, Thormann war in Folge 1 als Regisseur dabei, nein Moment, er war in Folge 3 "Karpatenhund" als Sonny Elmquist!). Er war der unheimliche Dr. Shaitan in „Die singende Schlange“ und Mr. Stebbins im „Geisterschloss“. Dass er hier den Bösewicht spricht, adelt die Folge sofort.

Udo Schenk (Baxter Northworthy): Noch so ein Schwergewicht. Er ist die Feststimme von Gary Oldman, Ralph Fiennes (Lord Voldemort!) und Ray Liotta. Außerdem kennen TV-Zuschauer ihn als Dr. Kaminski aus „In aller Freundschaft“. Seine Stimme trieft oft vor herablassender Arroganz – perfekt für die Rolle des eitlen Favoriten.

Robert Missler (Greg Harper): Ein Stimmwunder (er ist „Grobi“ in der Sesamstraße!). In der drei ???-Welt hatte er viele Auftritte, z.B. in „Der Mann ohne Kopf“ oder „SMS aus dem Grab“. Seit 2017 hat er sich aus dem Beruf zurückgezogen. Schön, ihn hier zu hören.

Thomas Fritsch (Erzähler): Muss man ihn noch vorstellen? Seine warme, sonore Stimme bildet den perfekten Kontrast zur eisigen Handlung. Ruhe in Frieden, Thomas.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kari Erlhoff, das 2008 erschien. WICHTIG: Dies war Kari Erlhoffs erstes Buch für die reguläre Reihe! Ein extrem starkes Debüt, mit dem sie sich sofort als Expertin für atmosphärische Settings etablierte.

Spannendes Trivia: Die Geschichte erschien auch als „Arctic Adventure“ im PONS-Verlag zum Englischlernen. Wer also Justus mal „Well, remarkably suspicious!“ sagen hören will, sollte sich das mal ansehen.

Die Hörspielumsetzung von 2010 hält sich gut an die Vorlage, strafft aber natürlich einige Handlungsstränge. Die Geräuschkulisse (Wind, Schlittenkufen, Hunde) wurde von Heikedine Körting und ihrem Team exzellent umgesetzt – man friert wirklich mit.


FAN-SERVICE-CHECK


- Peters Angst: Check. Wölfe, Kälte, Dunkelheit. Das volle Programm.
- Justus' Besserwisserei: Check. Er belehrt alle über Parfums und Schlittenbau.
- Visitenkarte: Wird (glaube ich) nicht übergeben, da sie inkognito als TV-Assistenten unterwegs sind. Mal was anderes!
- Jack London: Der geklaute Rucksack ist eine schöne Hommage an den Autor von „Wolfsblut“ und „Ruf der Wildnis“, der das Alaska-Setting literarisch geprägt hat.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Tödliches Eis“ ist wie ein guter Glühwein: Wärmt zwar nicht wirklich, macht aber verdammt gute Laune. Die Kombination aus Survival-Abenteuer und klassischem Whodunit funktioniert prächtig. Die Logik-Lücke mit dem doppelten Verbrechen wird durch die grandiosen Sprecher (Thormann & Schenk sind ein Traumduo) und das unverbrauchte Setting locker wettgemacht.

Wer mal eine Pause von Rocky Beach braucht und hören will, wie sich Peter den Hintern abfriert, MUSS hier reinhören. Eine der besten Folgen der 140er-Ära und ein perfektes Winter-Hörspiel.

Ranking-Potenzial: Solides oberes Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Casts.

Wusstest du schon?

Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kari Erlhoff.
Der 'Jack London Rucksack' ist eine Anspielung auf den berühmten Abenteuerschriftsteller, der tatsächlich am Klondike Gold schürfte.
Jürgen Thormann (Sprecher von Mr. Woodland) ist eine Legende im Drei ???-Kosmos und sprach bereits diverse Schurkenrollen.
Cover
Bewertung
7
🥶 🥶 🥶 🥶 🥶 🥶 🥶 🥶 🥶 🥶
7 von 10 tiefgefrorenen Kirschkuchen
Das Rätsel
Die Verknüpfung zweier unabhängiger Verbrechen (Sabotage und Diebstahl) ist clever konstruiert. Besonders der Moment, in dem Justus durch den 'Geruchstest' deduziert, dass Candice lügt und Schlitten verwechselt wurden, ist ein Highlight klassischer Detektivarbeit.
Plot & Logik
Woodlands Motiv – ein Verbrechen nur für den 'Kick' und das Abenteuer zu begehen – wirkt etwas überzogen, passt aber zur Rolle des exzentrischen Millionärs. Dass ausgerechnet Saboteurin und Dieb sich am selben Schlitten in die Quere kommen, ist ein großer Zufall, wird aber schlüssig erklärt.
Kapitel
1 Liebe Hunde und böse Kekse 0:00 min
2 Diebstahl 9:39 min
3 Pressekonferenz 13:07 min
4 Peter, der Hellseher 15:20 min
5 Angst vor Gnomen 18:10 min
6 Nordlicht und Wölfe 20:38 min
7 Blut 23:13 min
8 Der pure Luxus 26:41 min
9 Geruchssinn 29:47 min
10 Bob wird überfahren 34:01 min
11 Alleingang 39:02 min
12 Fleckenteufel 51:09 min
13 Eine arktische Erinnerung 53:59 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seiner Beobachtungsgabe bezüglich des Parfums und der Schlitten-Verwechslung. Er übernimmt klar die Führung in der Analyse.
P
Peter Shaw
Sorgt für Humor durch seine Angst vor Wölfen und Kälte ('Ich kann hellsehen... bei extremer Kälte'), zeigt aber bei der Verfolgung von Fox Mut.
B
Bob Andrews
Hat einen starken Solo-Part, als er mit dem Versicherungsdetektiv kooperiert und schließlich die Rettung organisiert.

Sprecher

Verwandte Folgen

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