Zusammenfassung

Mitten in der Nacht erhält Justus einen seltsamen Anruf: Eine verstellte Stimme meldet ein Feuer bei 'Joes Bootsverleih' und zitiert einen Reim: 'Im Zeichen des Feuers. Einmal ist es jetzt passiert.' Justus alarmiert die Feuerwehr, doch vor Ort finden er und Peter nur einen brennenden Müllcontainer – und ihre eigene Visitenkarte. Detective Franks verdächtigt die Jungen sofort der Brandstiftung oder Wichtigtuerei.

Am nächsten Tag werden die Detektive Zeugen eines Unfalls vor dem Schrottplatz: Die Nachbarin Mrs. Ferguson wird angeblich von einem rotlockigen Mann angefahren, der Fahrerflucht begeht. Kurz darauf folgt der zweite Anruf des Brandstifters bei Justus ('Zweimal ist es jetzt passiert'). Diesmal brennt es im Lager der Buchhandlung 'Booksmith'. Bobs Freundin Leslie Dimple entdeckt dort einen Schlüssel, den der Täter verloren haben muss. Zudem berichtet sie von einem rothaarigen Kunden, der sich für Feuerwehrbücher interessierte.

Die drei ??? analysieren die Verbindung zwischen den Opfern: Joe (Bootsverleih) und Mr. Smith (Buchhandlung) gingen beide mit Tante Mathilda und Onkel Titus zur Schule. Justus kombiniert, dass der Täter ein ehemaliger Mitschüler sein muss, der nicht zum aktuellen Klassentreffen in San Francisco erschienen ist. Durch ein alchemistisches Rätsel ('Zeichen des Feuers' = Dreieck) auf dem Stadtplan ermitteln sie das nächste Ziel: Entweder eine Tankstelle oder der Schrottplatz selbst.

Bob verfolgt eine Spur zur Stunt-Firma 'Hollywood Enterprises', wird aber vom Täter überwältigt. Währenddessen erscheint Mrs. Ferguson auf dem Schrottplatz, um ein 'Geschenk' abzugeben. Justus durchschaut das falsche Spiel: An ihrem Mantel hängt das Freundschaftsband, das Bob Leslie geschenkt hatte – ein stummes Warnsignal von Bob. Justus und Peter überwältigen Mrs. Ferguson, unter deren Maske sich Dave Rawling verbirgt. Rawling, ein verschmähter Verehrer von Tante Mathilda, wollte aus Rache den Schrottplatz mit einer Bombe zerstören, in dem Glauben, Justus sei Mathildas leiblicher Sohn. Bob kann befreit werden, und Rawling wird der Polizei übergeben.

Review

Mrs. Doubtfire auf Crack: Warum Folge 96 völlig irre (und genial) ist
Ein Brandstifter, der reimt? Ein Bösewicht im Oma-Kostüm? Und Justus opfert Modern Talking? Folge 96 ist ein wilder Ritt durch Rocky Beach, den ihr nicht verpassen dürft!

Liebe Kollegen, schnappt euch euer Walkie-Talkie und haltet den Feuerlöscher bereit – heute wird es heiß in Rocky Beach! Wir werfen einen Blick auf Folge 96, "Die drei ??? und der rote Rächer". Eine Folge, die uns lehrt, dass Rache am besten kalt serviert wird – oder in diesem Fall: extrem heiß, extrem theatralisch und mit einer Prise Cross-Dressing.

ERSTER EINDRUCK


Als ich die Kassette (ja, Kassette!) damals 2001 in den Rekorder schob, dachte ich: "Okay, Brandstiftung, klassisch." Aber was wir hier bekommen, ist alles andere als Standard. Es ist eine Mischung aus "Mrs. Doubtfire", einem Pyromanen-Thriller und einer Seifenoper aus Tante Mathildas Jugend. Die Stimmung schwankt herrlich zwischen echter Bedrohung und absolutem Trash-Gold. Man weiß nie, ob man sich gruseln oder lachen soll – und genau das macht den Charme aus.

DIE STORY


Ein anonymer Anrufer terrorisiert Justus mit Reimen, die so schlecht sind, dass sie fast schon wieder gut sind ("Einmal ist es jetzt passiert..."). Es brennt an verschiedenen Orten in Rocky Beach, und jedes Mal finden die Cops eine Visitenkarte der drei ??? am Tatort. Klassischer Frame-Job! Die Spur führt tief in die Vergangenheit von Tante Mathilda und Onkel Titus. Es geht um verschmähte Liebe, alte Schulfreunde und einen Rotschopf, der anscheinend einen Groll gegen die Familie Jonas hegt. Das Finale auf dem Schrottplatz ist dann an Absurdität kaum zu überbieten – aber dazu später mehr.

UNSERE HELDEN


Justus ist in Höchstform, was seine Arroganz angeht. Er opfert ohne mit der Wimper zu zucken eine "Modern Talking"-Kassette, um den Anrufer aufzunehmen (ein Moment für die Ewigkeit!). Seine Analysefähigkeiten retten am Ende den Tag, als er checkt, dass der Täter einem fundamentalen Irrtum unterliegt.
Peter hat hier mal wieder die undankbare Aufgabe, der Skeptiker vom Dienst zu sein, aber er darf auch körperlich ran. Unser Sport-Ass muss ordentlich strampeln.
Bob ist für mich der heimliche MVP dieser Folge. Er wagt einen gefährlichen Alleingang in die Höhle des Löwen (bzw. zur Stunt-Firma) und hinterlässt später den entscheidenden Hinweis: Das Freundschaftsband an Mrs. Fergusons Mantel. Ohne Bobs Geistesgegenwart wäre der Schrottplatz jetzt ein Parkplatz.

DIE GEGENSPIELER


Leute, wir müssen über Dave Rawling reden. Dieser Mann ist der König der Over-the-Top-Schurken. Er verkleidet sich als die harmlose Nachbarin Mrs. Ferguson, backt wahrscheinlich Kekse und plant gleichzeitig, Justus in die Luft zu jagen. Sein Motiv? Er war in Mathilda verknallt und denkt, Justus sei ihr leiblicher Sohn (was wir Hardcore-Fans natürlich besser wissen). Detective Franks ist auch dabei – quasi die "Bad Cop"-Version von Cotta, der uns daran erinnert, dass nicht alle Polizisten in Rocky Beach Fans der Detektive sind.

BESTE MOMENTE


1. Das Tape-Opfer: Justus überspielt "Modern Talking". Ein kulturelles Verbrechen für einen guten Zweck.
2. Der Reveal: Der Moment, als Justus klar wird, dass die nette alte Mrs. Ferguson in Wirklichkeit der wahnsinnige Brandstifter ist. "Ich werde Sie nur ein wenig fesseln, Mrs. Ferguson!"
3. Bobs Signal: Als Justus das Freundschaftsband an der "alten Dame" sieht. Ein Gänsehaut-Moment purer Detektiv-Logik.

SCHWACHSTELLEN


Sind wir mal ehrlich: Dass ein erwachsener Mann sich wochenlang als alte Dame verkleidet, direkt neben dem Schrottplatz wohnt und NIEMAND etwas merkt (nicht mal der geniale Justus!), ist schon harter Tobak. Die Maskenbildner in Rocky Beach müssen magische Fähigkeiten haben. Auch die Reime des Täters... naja, Goethe war das nicht. Aber hey, wir sind hier bei den drei ???, da gehört ein bisschen Unlogik zum guten Ton.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge stammt aus der Feder von Katharina Fischer, die nur zwei Fälle für die Serie schrieb (der andere ist "Wolfsgesicht"). Sie ist bekannt für psychologischere, persönlichere Ansätze.
Interessant für die Kontinuität:
- Leslie Dimple: Bobs Freundin (oder Fast-Freundin, je nach Phase) spielt eine wichtige Rolle. Sie arbeitet bei "Booksmith" und ist Bobs Connection. Sie taucht in mehreren Folgen dieser Ära auf (z.B. Botschaft von Geisterhand).
- Detective Franks: Er ist eine Figur, die speziell von Katharina Fischer eingeführt wurde und zeigt, dass Reynolds und Cotta nicht die einzigen Gesetzeshüter sind. Er ist deutlich antagonistischer.
- Mathildas Vergangenheit: Dass wir so viel über Mathildas Jugendliebe erfahren, ist extrem selten. Normalerweise definiert sie sich nur über Kirschkuchen und Schimpfwörter.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es spektakulär!
- Helmut Gentsch (Dave Rawling / Mrs. Ferguson): Der Mann liefert eine One-Man-Show ab. Er spricht nicht nur den irren Dave und die verstellte Telefonstimme, sondern tatsächlich auch die Mrs. Ferguson! Ja, ihr habt richtig gehört. Kein Frauen-Double, das war Gentsch im Falsett (oder technisch bearbeitet). Eine absolute Legende für diese Performance.
- Douglas Welbat (Mr. Smith): Ein Schwergewicht! Er ist nicht nur die deutsche Stimme des Krümelmonsters aus der Sesamstraße (KEKS!), sondern auch die Stimme von Macabros und vielen Hollywood-Stars. Dass er hier den Buchhändler spricht, ist Luxus-Casting.
- Wolf Frass (Detective Franks): Seine tiefe, raue Stimme kennt man oft von Bösewichten oder harten Kerlen. Er verleiht dem Cop die nötige Unsympathie.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen im Jahr 2001, befinden wir uns hier in einer Übergangsphase. Die Folge basiert auf keinem US-Roman, sondern ist eine deutsche Original-Story von Katharina Fischer. Das merkt man dem etwas "europäischeren", dramatischeren Aufbau an. Es gibt keine klassische Schatzsuche, sondern eine persönliche Vendetta. Fun Fact: Im Buch von 2000 ist die Geschichte noch etwas detaillierter, aber das Hörspiel hält sich wacker an die Vorlage.


FAN-SERVICE-CHECK


- Schrottplatz-Lore: Wir verbringen viel Zeit in der Zentrale und auf dem Hof.
- Tante Mathilda: Sie bekommt endlich mal eine Backstory, die über "Onkel Titus" hinausgeht.
- Klassentreffen: Die Erwähnung alter Schulfreunde gibt der Welt von Rocky Beach mehr Tiefe.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der rote Rächer" ist Trash, aber guter Trash. Die Story ist absurd konstruiert, aber durch das hohe Tempo und die persönliche Bedrohung extrem unterhaltsam. Wer Logik sucht, ist hier falsch. Wer aber hören will, wie Justus eine "alte Dame" fesselt und Bob den Tag rettet, der MUSS diese Folge hören.

Ein Muss für Fans von skurrilen Bösewichten und Mathilda-Ultras!

Wusstest du schon?

Der Sprecher Helmut Gentsch spricht in dieser Folge sowohl den Bösewicht Dave Rawling als auch dessen weibliche Tarnidentität Mrs. Ferguson.
Justus opfert ohne zu zögern eine 'Modern Talking'-Kassette für die Telefonüberwachung, was seinen Musikgeschmack (oder den Mangel daran) unterstreicht.
Dies ist eine der wenigen Folgen, die tiefere Einblicke in Tante Mathildas Jugend und ihr Liebesleben vor der Zeit mit Onkel Titus gewährt.
Es handelt sich um eine Original-Story der deutschen Autorin Katharina Fischer, die keine US-Vorlage hat.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 verheizten Modern-Talking-Kassetten
Das Rätsel
Das 'Zeichen des Feuers' als geometrisches Rätsel auf dem Stadtplan ist klassische Detektivarbeit und für den Hörer schön nachvollziehbar. Die Verbindung über das Klassentreffen ist logisch hergeleitet.
Plot & Logik
Der Plan des Täters ist extrem theatralisch. Dass sich Rawling als alte Dame (Mrs. Ferguson) verkleidet und direkt in der Nachbarschaft einnistet, nur um dann einen Unfall mit seinem eigenen 'Ich' (dem Rothaarigen) zu inszenieren, ist herrlich überkonstruiert, aber unterhaltsam. Ein Logik-Highlight: Justus realisiert, dass der Täter ein falsches Motiv hat, weil er Justus für Mathildas leiblichen Sohn hält.
Gastfiguren
Helmut Gentsch liefert eine One-Man-Show ab: Er spricht den irren Dave Rawling, verstellt seine Stimme für die Anrufe und spricht auch noch die 'Mrs. Ferguson'. Eine grandiose Leistung, die die Absurdität der Verkleidung glaubhaft macht. Detective Franks ist der typische, unsympathische Polizist, der den Druck erhöht.
Dialogqualität
Die Dialoge sind flüssig und treiben die Handlung gut voran. Besonders die Konfrontation am Ende ist stark geschrieben. Justus' geschwollene Ausdrucksweise wird von Peter und Bob humorvoll kommentiert.
Pacing
Die Folge hat ein sehr hohes Tempo. Durch die kurzen Abstände der 'Anschläge' und den ständigen Druck durch Detective Franks entsteht kaum Leerlauf. Der Wechsel zwischen Ermittlung und Action (Bobs Alleingang) ist gut balanciert.
Kapitel
1 Ein anonymer Anruf 0:00 min
2 Angeklagt 5:00 min
3 Fahrerflucht 9:58 min
4 Brandstiftung 19:31 min
5 Im Zeichen des Feuers 28:10 min
6 Auf heißer Spur 34:53 min
7 Ein Geschenk für Tante Mathilda 39:29 min
8 Enttarnt 48:12 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch Kombinationsgabe (Klassentreffen-Verbindung) und Kaltblütigkeit im Finale, als er die 'alte Dame' fesselt. Sein Umgang mit der Modern-Talking-Kassette ist ein witziges Detail.
P
Peter Shaw
Fungiert hier eher als klassischer Sidekick, der Justus' Theorien hinterfragt und im Finale tatkräftig zupackt.
B
Bob Andrews
Zeigt großen Mut und Cleverness. Sein Alleingang ist riskant, aber die Idee, das Freundschaftsband als heimliches Signal an Mrs. Fergusons Mantel zu binden, rettet den Tag.

Fazit

Ein starker Fall aus der 'neueren' Klassik-Ära. Der persönliche Bezug zu Tante Mathilda und die Bedrohung des Schrottplatzes sorgen für emotionale Spannung. Der theatralische Bösewicht und die fast schon absurde 'Mrs. Doubtfire'-Einlage machen die Folge besonders und hörenswert.

Sprecher

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