Zusammenfassung

Die drei Fragezeichen werden von dem Programmierer Joe Dungeon eingeladen, sein neues Virtual-Reality-Spiel 'Sweet Revenge' zu testen. Ausgestattet mit Datenhelm und Sensorenhandschuhen tauchen Justus, Peter und Bob in eine mittelalterliche Welt ein, um das entführte Baby Winden vor dem Vampir Hemator zu retten. Während des Spiels schalten sie kurzzeitig in die Realität zurück, als ein gewisser Tom das Büro betritt. Peter belauscht dabei ein seltsames Gespräch über einen Koffer und ein 'Bananenrätsel', das Tom nicht lösen konnte.

In den folgenden Levels kämpfen sich die Detektive durch verschiedene Szenarien, darunter eine Burg und eine futuristische Kanalisation. Parallel dazu ermitteln sie in der realen Welt: Peter findet im Müll ein zerschnittenes Foto, das Dungeon mit dem Bankdirektor Timothy Bowfield zeigt. Dungeon gibt zu, dass Bowfield ihn finanziell ruiniert hat. Die Detektive entdecken zudem, dass Dungeon unter dem falschen Namen 'Mitchell Crider' eine Wohnung angemietet hat.

Im Spiel treffen sie auf den Zwerg Oinki Hinki, der ihnen ein mathematisch unlösbares Rätsel stellt: 8 Bananen und 6 Äpfel gerecht auf 7 Personen aufzuteilen. Dungeon drängt die drei ??? massiv zur Lösung. Justus erkennt schließlich, dass es sich nicht um Mathe, sondern um ein Wortspiel handelt: Die Früchte ergeben 'SAFT'. Dieses Lösungswort war in Wahrheit das Passwort für Bowfields Bankkonto, das Dungeon knacken wollte, um sich sein verlorenes Geld zurückzuholen.

Die drei ??? stellen Dungeon (alias Mitchell Crider) in der Bank, als dieser gerade das Geld abheben will. Justus konfrontiert ihn mit der Wahrheit: Das gesamte Spiel war nur Mittel zum Zweck, um das Passwort zu erraten, das Bowfield einst als Rätsel formuliert hatte. Dungeon zeigt Reue und verspricht, alles rückgängig zu machen. Die Detektive sehen von einer Anzeige ab. Zum Abschluss spielen sie das Game zu Ende, besiegen Hemator und retten die Königin durch eine magische Melodie.

Review

SAFT-Laden oder Cyber-Kult? Die drei ??? im VR-Rausch
Warum programmiert man ein Millionen-Dollar-Spiel, um an ein Bankpasswort zu kommen? Und was haben 8 Bananen damit zu tun? Schnallt euch an für den ultimativen Trash-Trip der Jahrtausendwende!

Hallo liebe Kollegen, Spezialgelagerte Sonderpodcaster und Kassettenkinder!

Schnallt euch den Datenhelm fest und zieht die Sensorenhandschuhe an – wir reisen zurück ins Jahr 1999, als das Internet noch Neuland war und Virtual Reality so aussah, wie man es sich nach drei Spezi zu viel vorgestellt hat. Heute auf dem Seziertisch: Folge 88, "Vampir im Internet". Eine Folge, die so sehr nach André Minninger schreit, dass sie fast schon ein Eigenleben entwickelt.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Der Titel klingt wie ein B-Movie, das man nachts um 3 Uhr auf Tele 5 guckt, oder? Das Cover von Aymara zeigt uns eine Fledermaus vor einem Computermonitor – subtil ist anders. Aber genau das macht den Charme aus! Man legt die Kassette (oder streamt die Datei) mit der Erwartung ein: "Okay, das wird trashig." Und Leute, wir werden nicht enttäuscht. Es riecht förmlich nach Y2K-Angst und Technik-Hype.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob werden von Spiele-Entwickler Joe Dungeon eingeladen, den heißesten Scheiß der Gaming-Branche zu testen: "Sweet Revenge". Ein VR-Spiel, bei dem man physisch in eine mittelalterliche Fantasy-Welt eintaucht. Doch Dungeon wirkt gestresster als Peter bei einer Geistersichtung. Warum? Weil er das Spiel eigentlich nur programmiert hat, um ein Passwort zu knacken. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ein Mann baut eine komplette virtuelle Realität, nur um drei Teenager dazu zu bringen, ein Rätsel zu lösen, das ihm Zugang zum Bankkonto seines Erzfeindes verschafft. Klingt logisch? Nein. Macht es Spaß? Aber hallo!

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv ist mal wieder in Hochform, was das Kombinieren von Absurditäten angeht. Während normale Menschen bei "8 Bananen und 6 Äpfel" an Obstsalat denken, denkt Justus an alphanumerische Codes. Sein Moment, als er das legendäre Lösungswort "SAFT" verkündet, ist einer der Höhepunkte der Detektiv-Geschichte.
Peter: Der heimliche MVP dieser Folge. Peter ist skeptisch (wie immer), aber sobald er den Helm aufhat, mutiert er zum Action-Gamer. Er steuert die virtuellen Kämpfe, er fährt das Fluchtauto im Real-Life und er findet die entscheidenden Beweise im Müll. Peter Shaw: Gamer-King of Rocky Beach!
Bob: Unser Archivar und Rechercheur muss sich hier etwas zurückhalten. Er darf im Spiel zwar ein bisschen mit Musikrätseln helfen, aber gegen Peters Action-Einlagen und Justus' Gehirnakrobatik wirkt er fast so blass wie der titelgebende Vampir.

DIE GEGENSPIELER


Joe Dungeon: Eigentlich kein böser Kerl, sondern ein verzweifelter Nerd, der von einem Bankdirektor über den Tisch gezogen wurde. Wolfgang Draeger spricht ihn so sympathisch, dass man ihm den Bankraub fast gönnt.
Oinki Hinki: Der wahre Endgegner. Ein nerviger Zwerg im Spiel, der uns mit seiner Piepsstimme und seinen Reimen in den Wahnsinn treibt. Man möchte ihn durch den Datenhelm erwürgen – was wohl genau so geplant war.

BESTE MOMENTE


Der absolute Peak dieser Folge ist und bleibt das Bananen-Rätsel. Es ist so herrlich konstruiert: "Acht Bananen, sechs Äpfel..." und die Lösung ist SAFT. Warum? Weil die Buchstaben auf der Telefontastatur (S=7, A=2, F=3, T=8) ... nein, Moment, das war anders! Es geht um die Position im Alphabet? Nein! Es ist viel simpler und absurder. Justus leitet es her, als würde er die Relativitätstheorie erklären.
Ein weiterer Gänsehaut-Moment (im positiven Sinne): Der Auftritt des Märchenerzählers im Spiel. Wenn diese Stimme erklingt, fühlen wir uns alle wieder wie 5 Jahre alt.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Die Logik hat sich hier Urlaub genommen. Der Aufwand, ein High-End-VR-Spiel zu programmieren (Kosten: Millionen?), nur um ein Passwort zu erraten, steht in keinem Verhältnis zur Beute. Und die Darstellung der VR-Welt ("Ich sehe Pixel...") ist aus heutiger Sicht natürlich unfreiwillig komisch. Auch dass die Detektive das Spiel quasi im "Blindflug" lösen, während sie im Büro rumhampeln, erfordert viel Fantasie vom Zuhörer.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge stammt aus der Zeit, als André Minninger das Ruder bei Europa fest in der Hand hatte. Es ist der Beginn einer Ära, in der die Fälle technischer, aber auch skurriler wurden (ähnlich wie "Angriff der Computer-Viren" oder später "Todesflug"). Sie markiert den Übergang von den klassischen Krimis hin zu moderneren, actionreicheren Storys, die versuchen, den Zeitgeist der Jahrtausendwende einzufangen. Bei Fans gilt sie oft als "Trash-Kult" – man liebt sie gerade wegen ihrer Schwächen, nicht trotz.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es richtig emotional und legendär:
1. Wolfgang Draeger (Joe Dungeon): Ein Gigant! Wir kennen ihn alle als Kommissar Glockner von TKKG. Es ist extrem verwirrend (und lustig), seine Stimme hier als Verdächtigen zu hören. Später übernahm er ja die Rolle des Kommissar Reynolds bei den drei ??? (nach Horst Franks Tod), aber hier ist er noch der Gaststar. Außerdem war er die deutsche Stimme von Woody Allen!
2. Hans Paetsch (Märchenerzähler): Haltet die Taschentücher bereit. Das war laut Fan-Recherchen einer seiner allerletzten Auftritte in einem drei ??? Hörspiel. Der legendäre "Märchenonkel der Nation" (Hui Buh!) verabschiedet sich hier quasi. Eine Stimme wie Gold.
3. Katharina Brauren (Amme): Auch eine Legende, die kurz vor Veröffentlichung der Folge verstarb (Dezember 1998). Sie war bekannt für ihre resoluten Oma-Rollen (z.B. in "Loriot"-Filmen oder als Tante in diversen Hörspielen).
4. Niko Minninger (Oinki Hinki): Ein offenes Geheimnis – hinter dem Pseudonym "Niko" steckt niemand anderes als der Autor André Minninger selbst! Er liebt es, sich kleine Cameos (oder hier eine nervige Zwergen-Rolle) zu schreiben.

PRODUKTIONS-HISTORIE


André Minninger ist hier das "One-Man-Army"-Team: Buchautor, Skriptautor und Sprecher. Das Buch erschien 1999, das Hörspiel folgte im Dezember desselben Jahres. Interessant ist, dass die Folge versucht, auf der Welle der "Virtual Reality"-Hypes der späten 90er zu reiten (erinnert ihr euch an den Film "Matrix" aus demselben Jahr?). Die Musik wurde teilweise speziell für die Game-Sequenzen komponiert, um diesen "synthetischen" Sound zu erzeugen.


FAN-SERVICE-CHECK


- Running Gag: Peters Angst im Spiel vs. seine Coolness im Auto.
- Easter Egg: Das Bananen-Rätsel ist eigentlich ein uralter Kinderwitz ("Warum ist die Banane krumm?"), den Minninger hier zum Plot-Device hochjazzt.
- Insider: Dass der Autor selbst den nervigsten Charakter spricht (Oinki Hinki), zeugt von viel Selbstironie.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Vampir im Internet" ist wie eine Tüte Brausepulver: Bunt, künstlich, prickelt im Kopf und man fragt sich hinterher, warum man das eigentlich konsumiert hat – aber man will mehr! Es ist keine hochintelligente Krimikost, sondern ein spaßiger Ritt durch die Vorstellungswelt der 90er Jahre. Für Trash-Liebhaber und Minninger-Fans ein absolutes Muss. Wer Logik sucht, sollte lieber "Das Erbe des Meisterdiebs" hören.

Ranking: Kult-Status wegen des SAFT-Faktors!

Wusstest du schon?

Das legendäre Bananen-Rätsel ('Warum ist die Banane krumm?') wird hier als Schlüsselplot-Element verwendet.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen André Minninger sowohl Buch als auch Skript verfasste und eine Sprechrolle (Oinki Hinki) übernahm (im Inlay als 'Niko Minninger' gelistet).
Wolfgang Draeger, der Sprecher von Joe Dungeon, ist im echten Leben der Vater von Sascha Draeger (Tim/Tarzan von TKKG) und Kerstin Draeger.
Cover
Bewertung
4.5
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4,5 von 10 virtuellen Bananen
Das Rätsel
Das legendäre 'Bananen-Rätsel' ist Kult, aber auch unfreiwillig komisch. Dass ein ganzes High-Tech-Spiel nur programmiert wurde, um drei Teenager auf das Wort 'SAFT' kommen zu lassen, ist herrlich absurd und typisch Minninger.
Plot & Logik
Die Grundkonstruktion ist völlig over-the-top. Der Aufwand, ein VR-Spiel zu entwickeln, nur um ein Passwort zu knacken, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dennoch macht die Vermischung von Spiel und Realität Spaß, wenn man die Logik nicht zu streng hinterfragt.
Kapitel
1 Per E-Mail 0:00 min
2 Intro 10:09 min
3 Level 1 21:16 min
4 Level 2 34:07 min
5 Level 3 44:59 min
6 Level 4 60:38 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brillant in der Schlussfolgerung. Er durchschaut Dungeons Plan komplett und löst das Rätsel durch Querdenken ('Saft'). Sein Umgang mit dem Täter ist souverän.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star. Er ist misstrauisch, findet die Beweise im Müll, fährt den Wagen bei der Verfolgung und ist im Spiel der Action-Held. Starke Performance.
B
Bob Andrews
Eher unauffällig. Er hilft beim Musik-Rätsel im Spiel, tritt aber hinter Justus' Kombinationsgabe und Peters Action zurück.

Sprecher

Verwandte Folgen

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